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Schulbedingungen angeprangert

Mittwoch, 06. März 2013, 21:36 Uhr
In einer ohne Zwischenfälle verlaufenden Protestkundgebung macht ca. 80 bis 100 Schüler, Eltern und Erzieher auf dem Markt von Sondershausen ihren Unmut Luft, über die schleppende Bearbeitung der Problematik Franzbergschule Sondershausen.

Kurz vor 15:00 Uhr begann sich der Marktplatz zu füllen und die Schülerinnen und Schüler rollten ihre selbst gemalten Transparente aus. Eine Übersicht mit ihren Forderungen sehen Sie in der Bildergalerie. Gegen 15:15 Uhr fand sich Landrätin Antje Hochwind ein, um mit Schülern und Eltern zu diskutieren.

Schulbedingungen angeprangert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schulbedingungen angeprangert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Schülersprecher Oliver Bathke trug der Landrätin die Sorge und Nöte der Schülerinnen und Schüler vor. Dabei ging es nicht bloß um einen "einfachen Umzug in ein anderes Schulgebäude". Die Bedingungen für die Schüler haben sich extrem verschlechtert, bekam die Landrätin zu hören. Seit der Schließung der Franzbergschule fehlen Fachkabinette, wird der Unterricht in Blockstunden abgehalten, um die wenigen Fachkabinette besser nutzen zu können mit dem Nachteil für die Schüler, die zusätzliche Wege haben.

Schulbedingungen angeprangert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Schulbedingungen angeprangert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Aber nicht nur um die Schulbedingungen geht es. Wegen der jetzt fast immer weiteren Wege vom Wohnhaus zum Ersatzschulbau gibt es auch viele Härtefälle. Obwohl die Schüler nichts für die Schließung der Schule können und in einem Ersatzbau unterrichtet werden, müssen sie teils sogar höhere Kosten in Kauf nehmen. Oliver Bathke ist selbst betroffen. Weil er 2950 m von der Schule entfernt ist, muss er zur Schule laufen, oder das Busticket selbst bezahlen. Sein Freund, der 150 m weiter wohnt, bekommt schon die Bustickets.

Auch wenn es buchstabengetreu noch Landesvorschrift geht, will sich die Landrätin der Sache annehmen. Die Schüler verweisen zu recht, "nicht wir sind plötzlich Schuld, dass wir einen weiteren Schulweg haben, und die Behörden die Lösung der Problematik verschleppen".

Landrätin Hochwind äußerte Verständnis, machte aber auch den Protestierenden klar, es gibt noch "viele Baustellen" im Schulnetz des Kyffhäuserkreises. Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) kam auf dem Weg zur Kreistagssitzung vorbei, und sagte den Protestierenden: "Ich bin stolz auf Euch".

Versprechungen konnte die Landrätin nicht machen. Sie erläuterte, wie der Ablauf bei der Schulnetzkonzeption geplant sei, in dessen Rahmen auch nur das Problem Franzbergschule gelöst werden kann. Im Kreistag informierte sie über den aktuellen Stand. Bei kn liegt dazu der Wortlaut vor.

Landrätin vor dem Kreistag :

Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, Sie heute über den aktuellen Stand der Schulnetzplanung zu informieren. Wir haben geplant, Ihnen noch im April einen ersten Entwurf der Fortschreibung der Schulnetzplanung vorzulegen, um dann, nach einem anschließenden Diskussionsprozess im September diesen Jahres im Kreistag darüber zu beschließen.

Das ist ein stolzes Ziel und ich versichere Ihnen, dass wir unter extremen Druck und sehr intensiv zurzeit an diesem Thema arbeiten. Doch kluge, sinnvolle und nachvollziehbare Entscheidungen brauchen auch etwas Zeit. Aber wie schon gesagt, wir werden Ihnen im April ein entsprechend diskutables und gut recherchiertes Werk zur Diskussion, zuerst im Bildungsausschuss vorlegen. Ich kann aber auch nicht innerhalb von 8 Monaten alle Probleme auf einmal lösen.

Das Thema Schulen hat oberste Priorität für mich und unsere Verwaltung. Dabei müssen wir aber auch alle Schulen im Landkreis im Blick haben und nicht auf öffentlichen Druck Schnellschüsse machen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie nicht gut durchdacht sind und hohe finanzielle Mittel binden.

Von den für die Abarbeitung der Gefahrenverhütungsschauen an den Schulen bereitgestellten Mittel in Höhe von 130.000 Euro sind die Planungsleistungen für 3 Schulen zur Erstellung von Flucht- und Rettungsplänen vergeben. Für weitere vier Schulen wurden und werden diese durch Mitarbeiter der Kreisverwaltung erstellt.
Dies erfolgte für die Grundschulen Keula und Heldrungen sowie die Berufsschule Artern und Berufsschule Sondershausen, A.-Puschkin-Promenade. In Arbeit befinden sich derzeit die Pläne für das Kyffhäuser-Gymnasium Bad Frankenhausen sowie den Grundschulen Udersleben und Wiehe. In der 11. Kalenderwoche werden diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Für die Anschaffung von Rauchmeldern wurden bisher Aufträge in Höhe von 36.497,00 Euro ausgegeben.
Dies betrifft die Regeschule Ebeleben, Haus II, die Grundschulen in Hohenebra, Heldrungen, Udersleben und Wiehe sowie das Kyffhäusergymnasium.
Die Ausführung der Arbeiten war für die 10. Kalenderwoche vorgesehen, wird nunmehr in der 11. Kalenderwoche erfolgen.

Auf Anfragen an den Freistaat Thüringen bezüglich zusätzlicher finanzieller Mittel für Schulen wurde uns mitgeteilt, dass lediglich Mittel der Schulinvestitionspauschale zur Verfügung stehen. Weitere finanzielle Mittel können nicht bereitgestellt werden.

Weiterhin wurde uns vorab mitgeteilt, dass die im II. Quartal 2013 durch das Land festzusetzende Schulinvestitionspauschale wahrscheinlich wesentlich reduziert wird. Kostenermittlungen für die Herstellung der Rettungswege und Rauchabschottung der Flure an der Grundschule "Am Tischplatt" Bad Frankenhausen und des Hauses II am Kyffhäuser-Gymnasium ergeben bereits jetzt überschlägige Kosten von 170.000 bzw. 370.000 Euro.
Autor: khh

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