kyffhaeuser-nachrichten.de

Ad Vanderveen & The O´Neils live..

Montag, 18. März 2013, 14:33 Uhr
im Panorama Museum Bad Frankenhausen. Wie es gelaufen ist, hat kn von Fred Böhme erfahren.


Am Freitagabend startete gegen 20:00 Uhr in der Eingangshalle des Museums eine Jubiläumsparty ganz besonderer Art. Eingeladen waren AD VANDERVEEN und seine THE O´NEILS. Der Band-Name ist schon eine Referenz an den großen kanadischen Kollegen Neil Young, dem die Musiker ungeachtet deutlicher stilistischer Emanzipationsbestrebungen durchaus musikalisch nacheifern.

Ad Vanderveen & The O´Neils (Foto:  Karl-Rudolf Lüttich ) Ad Vanderveen & The O´Neils (Foto: Karl-Rudolf Lüttich )

Foto: Ad Vanderveen live, lüttich 2; Rechteinhaber: Karl-Rudolf Lüttich

Sie kamen an diesem Abend direkt aus den Niederlanden angereist, eine mehr als siebenstündige Knochentour auf der Autobahn. Doch wie der Vorverkauf und die vielen Reservierungswünsche bereits andeuteten, sollte diese Mühe belohnt werden. Letztlich drängten sich mehr als 160 Gäste in der zum Konzertpodium umfunktionierten Eingangshalle.
Ad Vanderveen betrat die Bühne, begrüßte seine zahlreichen Gäste und erzählte in lustig-gebrochenem Deutsch, dass er bei diesem Konzert viele Stücke seiner aktuellen CD "Driven by a dream" präsentieren werde.

Und schon begann er mit "Uphill". Der Song begann folkig-reduziert, nur Ads Gesang und dazu die akustische Gitarre. Doch beim Refrain beschleunigte sich diese Countrynummer in einen lockeren Trab, wobei die ganze Band mit einfiel, d.h. Timon van Heerd steuerte einige Gitarrenlicks auf seiner Fender Stratocaster bei, Martijn Van Donk ließ den Bass brummeln und stimmte mit in den Refrain ein, was auch Kersten de Ligny am Keyboard tat und nicht zu vergessen, der überaus sensibel agierende Drummer Roel Overduin, der sehr ökonomisch für den treibenden Rhythmus sorgte. Das war ein Auftakt nach Maß, nicht zu forciert, um sich noch Steigerungsmöglichkeiten zu lassen und trotzdem beschwingt genug, um das Publikum mitzunehmen.

Ganz der Titelfolge seiner aktuellen CD entsprechend folgte nun sein "Time has told" mit schönem Mundharmonikaauftakt und Satzgesang von Ad und Kersten. Das war Musik, die an die der späten 1960er und frühen 1970er Jahre an der amerikanischen Westküste erinnerte, an den in die Jahre gekommenen Hippietraum, dem sich auch das zahlreiche Publikum gern hingab. Doch Ad ist ein Songschreiber auf der Höhe der Zeit und so ist der Titelsong seiner aktuellen CD inspiriert durch die Wut und Frustration angesichts der Bankenskandale und der Eurokrise. Nach den richtigen deutschen Worten suchend, ließ er sich vom Publikum helfen, betonte, dass er auch durch seinen jüngsten Sohn, der in der Schule Deutsch lernt, ebenfalls seine Deutschkenntnisse verbessere und setzte mit einem Grinsen dann noch hinzu: "Ich werde einmal noch ein Rudi Carell."

"Driven by Dream" markierte einen ersten Höhepunkt in diesem Set. Doch der eigentliche sollte noch folgen, denn beim wütenden "Wouldn´t that be a shame" wechselte Ad zur E-Gitarre, wodurch der eher countryeske Singer-Songwriter-Folk, der nach gemächlichem Trab durch die Prärie klang, durch wuchtigen Gitarrenrock ersetzt wurde. Das steigerte er noch in einem furiosen Gitarrensolo in "Water under the Bridge", dass nicht nur seinen Mitmusikern sondern auch vielen im Publikum ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Minutenlange Gitarrenkaskaden, wie man sie von Neil Youngs Crazy Horse kennt, sensibel sich steigernd, dann hymnisch singend, dann wiederum im Rückkopplungsgewitter verhallend. Die in die Jahre gekommenen, ergrauten Jungs auf der Bühne wollten es noch einmal richtig krachen lassen und davon zeugte dann auch der zweite Teil des Konzertes. "So happy I could cry", "Will and Testament" usw. Das Publikum jubelte. Längst war es gewonnen. Im Blitzlichtgewitter gab es zwei Zugaben, doch die jubelnde Menge ließ nicht locker und so gab es ein Abschlussständchen von Ad und seiner Frau Kersten mit dem Town-van-Zandt-Klassiker "If I needed you".
Fazit: Das war ein überaus würdiges Jubiläumskonzert, das der 20jährigen Geschichte dieser Reihe im Panorama ein weiteres Glanzlicht verlieh.

Fred Böhme
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de