Abgehört und angehört
Dienstag, 19. März 2013, 16:20 Uhr
Nach zweimonatiger Unterbrechung ist heute (Dienstag) der Prozess um unversteuerte Wodka-Transporte aus der Leinefelder Firma "Bärenkrone" fortgesetzt worden. Vor dem Landgericht Mühlhausen wurden bis zum Nachmittag stundenlang Telefonmitschnitte der Zollfahnder vom Herbst 2011 angehört...
Das längste, heute gehörte Gespräch dauerte 38 Minuten. Im Mittelpunkt stand erneut der mitangeklagte Lkw-Fahrer aus Westfalen, der nach bisherigen eigenen Angaben im Prozess "nur" der Fahrer und Auftragserfüller war. Die gestern angehörten Gesprächsinhalte ergaben Folgendes: Der 57-Jährige im September 2011 um die Zahlungsfähigkeit der Firma, vermutete sogar, dass sie in der folgenden Woche Insolvenz anmelden werde. In den Telefonaten wurde deutlich, dass er sogar "geheime" Informationen hatte, viel über die Firma und von zahlreichen Transporten in Richtung Berlin und ins Ruhrgebiet wusste.
Deutlich wurde heute auch, dass im Herbst 2011 mindestens zwei Gruppen deutschlandweit mit Wodka handelten. Dass der Leinefelder Wodka für einen Literpreis von zwei Euro angeboten wurde, war ebenfalls in den Telefonmitschnitten zu hören. In diese Zeit, Ende September 2011, fiel auch die erste Information, dass 30 Paletten Wodka aus Leinefelde beschlagnahmt worden sein soll. Die bisher gehörten rund 20, teilweise sehr langen Telefonmitschnitte geben auch einen Eindruck von der Firmenstruktur und den Verantwortlichkeiten sowie den Aktivitäten einzelner Angeklagter.
Den Gesprächsinhalten zu Folge müssten weitaus mehr Männer aus der Anklagebank sitzen. In den Telefonaten war auch die Rede vom Verkauf der Leinefelder Firma Ende September 2011 und einer Produktion in Russland.
Dem Quartett aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen wird Betrug bei der Branntweinsteuer vorgeworfen. Die Wodka-Lieferungen aus Leinefelde im Sommer und Herbst 2011 sollen am Fiskus vorbei erfolgt sein. Dabei soll es sich um 90 000 Liter unversteuerten Wodka und Rohalkohol gehandelt haben. Der Fiskus soll um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein.
Bei der einzigen angeklagten Frau handelt es sich um eine 43-Jährige aus Leinefelde, die die Buchhaltung im Unternehmen geführt hat. Sie hofft, dass das Verfahren gegen sie recht bald abgetrennt und entschieden werden kann. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
Claudia Götze
Autor: redDas längste, heute gehörte Gespräch dauerte 38 Minuten. Im Mittelpunkt stand erneut der mitangeklagte Lkw-Fahrer aus Westfalen, der nach bisherigen eigenen Angaben im Prozess "nur" der Fahrer und Auftragserfüller war. Die gestern angehörten Gesprächsinhalte ergaben Folgendes: Der 57-Jährige im September 2011 um die Zahlungsfähigkeit der Firma, vermutete sogar, dass sie in der folgenden Woche Insolvenz anmelden werde. In den Telefonaten wurde deutlich, dass er sogar "geheime" Informationen hatte, viel über die Firma und von zahlreichen Transporten in Richtung Berlin und ins Ruhrgebiet wusste.
Deutlich wurde heute auch, dass im Herbst 2011 mindestens zwei Gruppen deutschlandweit mit Wodka handelten. Dass der Leinefelder Wodka für einen Literpreis von zwei Euro angeboten wurde, war ebenfalls in den Telefonmitschnitten zu hören. In diese Zeit, Ende September 2011, fiel auch die erste Information, dass 30 Paletten Wodka aus Leinefelde beschlagnahmt worden sein soll. Die bisher gehörten rund 20, teilweise sehr langen Telefonmitschnitte geben auch einen Eindruck von der Firmenstruktur und den Verantwortlichkeiten sowie den Aktivitäten einzelner Angeklagter.
Den Gesprächsinhalten zu Folge müssten weitaus mehr Männer aus der Anklagebank sitzen. In den Telefonaten war auch die Rede vom Verkauf der Leinefelder Firma Ende September 2011 und einer Produktion in Russland.
Dem Quartett aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen wird Betrug bei der Branntweinsteuer vorgeworfen. Die Wodka-Lieferungen aus Leinefelde im Sommer und Herbst 2011 sollen am Fiskus vorbei erfolgt sein. Dabei soll es sich um 90 000 Liter unversteuerten Wodka und Rohalkohol gehandelt haben. Der Fiskus soll um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein.
Bei der einzigen angeklagten Frau handelt es sich um eine 43-Jährige aus Leinefelde, die die Buchhaltung im Unternehmen geführt hat. Sie hofft, dass das Verfahren gegen sie recht bald abgetrennt und entschieden werden kann. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.
Claudia Götze
