Heftige Kritik
Mittwoch, 20. März 2013, 10:40 Uhr
Beim gestrigen Unternehmergespräch des Sondershäuser Gewerbe- und Wirtschaftsverein (SGW) mit dem aktuellem Thema "Perspektiven und Entwicklungen am Übergang Schule-Beruf -
ausgewählte Informationen des ersten Bildungsberichtes" wurde massiv Kritik am aktuellen Bildungssystem laut.
Berufsorientierung und Berufsausbildung, Fachkräftebedarf und demografische Entwicklung im Kyffhäuserkreis wurden durch kompetente Vertreter des Teams des Projektes Lernen vor Ort vorgestellt. Cornelia Naumann, Dunja Gallus und Marcel Siewers stellte die entsprechenden Ergebnisse dieses Analyseprozesses vor und gaben Hinweise über ausgewählte Projektansätze
Natürlich kann man hier nicht alle Schwerpunkte wieder geben, aber erschreckend sind einige Zahlen doch, weil eben zu ersehen ist, dass immer noch viele junge Mensen die Region verlassen (Schwerpunkt 18 bis 35 Jahre), dabei noch überproportional junge Frauen. Was der Region zusätzlich schadet, überdurchschnittlich viel gut ausgebildete junge Menschen verlassen die Region. Tendenzen, das es einen Arbeitskräftemangel bei Spezialisten gibt, sei langsam zu bemerken.
Auch beginnt sich bereits ein Mangel an Azubis bemerkbar zu machen Auf 10 Ausbildungsplätze kommen nur noch 9 Bewerber. Aber mit der Statistik ist das so eine Sache, denn sie sagt nichts über die Qualität und der Übereinstimmung zwischen Berufsausbildungsangebot und Berufswunsch aus.
Eine zusätzlich Schwächung der Region ergibt sich aus der Tatsache, dass an den staatlich Berufsbildenden Schulen des Landkreises die Zahl der Ausbildungsrichtungen drastisch durch die Landesregierung verkleinert wird. Statt 28 Berufsbildern gibt es seit zwei Jahren nur noch 13 Berufsbilder, mit fatalen Folgen für die Jugendlichen und Unternehmen auch. Zur Ausbildung müssen die Jugendlichen durch halb Thüringen "gondeln", was manche Jugendliche und die Eltern an den Rand der finanziellen Belastung treibt. Marcel Siewers kündigte eine Positionspapier an, dass beim Kultusministerium Fördermöglichkeiten erschließen soll.
Bezugnehmend auf die Fahrerei verwies Eckhard Wehmeier, Vorstandsmitglied des SGW, das Juventas in Sondershausen sei einzigartig und es darf nicht sein, dass es auf der Kippe steht.
Aber auch aus den anwesenden Unternehmen kam heftige Kritik. Die Schulabgänger bringen immer schlechtere Voraussetzungen für die Berufsausbildung mit. Marco Wuttke vom Autohaus Peter brachte es auf den Punkt, wenn er sagte, da kommen junge Menschen zu uns, die teils nicht mal mehr einfachste Handwerkzeuge kennen und kaum wissen wie ein Hammer zu führen ist. Heike Stegmann von der Kyffhäusersparkasse ergänzte, wir können uns nicht mehr nach Zensuren richten, sondern müssen eigene Tests durchführen, um geeignete Auszubildende zu finden und selbst die müssen noch Nachhilfe in Deutsch und Mathematik bekommen!
Wilfried Graul verantwortlich für Instandhaltung und Ausbildung bei Isoplus Sondershausen brachte es auf den Punkt. Wir brauchen eine polytechnische Ausbildung an den Schulen. Heftige Kritik kam auch an der Schulpraxis. Es kann nicht sein, so Graul, wenn ihm Schüler sagen, wir brauchen eigentlich an der Berufsschule nichts groß zu lernen. Warum? Man muss keine Abschlussprüfung bestehen. Ein einfaches Abgangszeugnis reicht, um bei der IHK für eine Prüfung zugelassen zu werden.
Auf den Punkt gebracht, sind die Forderungen der Wirtschaft klar, an den Thüringer Schulen muss es mehr praxisbezogene Ausbildung geben. Hans-Christoph Schmidt von den Stadtwerken mahnte mehr Praktika an und gab unumwunden zu, dass dafür die Industrie auch Geld in die Hand nehmen muss, wenn man noch gute Leute für die Ausbildung haben will.
Hans-Georg Müller, der Geschäftsführer des BIC Nordthüringen, forderte, man muss bereits früher mit der Förderung der Kinder einsetzen. Bei einer verbesserten Schulsozialarbeit sei besonderes Augenmerk auf Kinder aus Harzt IV - Familien gelegt werden, denn es sei demotivierend für die Kinder was da passiert.
Einig war man sich nach einer langen anregenden Diskussion, dass im Bildungssystem Veränderungen notwendig sind. Die Forderung nach einem einheitlichen Bildungssystem war nicht zu überhören.
Autor: khhausgewählte Informationen des ersten Bildungsberichtes" wurde massiv Kritik am aktuellen Bildungssystem laut.
Berufsorientierung und Berufsausbildung, Fachkräftebedarf und demografische Entwicklung im Kyffhäuserkreis wurden durch kompetente Vertreter des Teams des Projektes Lernen vor Ort vorgestellt. Cornelia Naumann, Dunja Gallus und Marcel Siewers stellte die entsprechenden Ergebnisse dieses Analyseprozesses vor und gaben Hinweise über ausgewählte Projektansätze
Natürlich kann man hier nicht alle Schwerpunkte wieder geben, aber erschreckend sind einige Zahlen doch, weil eben zu ersehen ist, dass immer noch viele junge Mensen die Region verlassen (Schwerpunkt 18 bis 35 Jahre), dabei noch überproportional junge Frauen. Was der Region zusätzlich schadet, überdurchschnittlich viel gut ausgebildete junge Menschen verlassen die Region. Tendenzen, das es einen Arbeitskräftemangel bei Spezialisten gibt, sei langsam zu bemerken.
Auch beginnt sich bereits ein Mangel an Azubis bemerkbar zu machen Auf 10 Ausbildungsplätze kommen nur noch 9 Bewerber. Aber mit der Statistik ist das so eine Sache, denn sie sagt nichts über die Qualität und der Übereinstimmung zwischen Berufsausbildungsangebot und Berufswunsch aus.
Eine zusätzlich Schwächung der Region ergibt sich aus der Tatsache, dass an den staatlich Berufsbildenden Schulen des Landkreises die Zahl der Ausbildungsrichtungen drastisch durch die Landesregierung verkleinert wird. Statt 28 Berufsbildern gibt es seit zwei Jahren nur noch 13 Berufsbilder, mit fatalen Folgen für die Jugendlichen und Unternehmen auch. Zur Ausbildung müssen die Jugendlichen durch halb Thüringen "gondeln", was manche Jugendliche und die Eltern an den Rand der finanziellen Belastung treibt. Marcel Siewers kündigte eine Positionspapier an, dass beim Kultusministerium Fördermöglichkeiten erschließen soll.
Bezugnehmend auf die Fahrerei verwies Eckhard Wehmeier, Vorstandsmitglied des SGW, das Juventas in Sondershausen sei einzigartig und es darf nicht sein, dass es auf der Kippe steht.
Aber auch aus den anwesenden Unternehmen kam heftige Kritik. Die Schulabgänger bringen immer schlechtere Voraussetzungen für die Berufsausbildung mit. Marco Wuttke vom Autohaus Peter brachte es auf den Punkt, wenn er sagte, da kommen junge Menschen zu uns, die teils nicht mal mehr einfachste Handwerkzeuge kennen und kaum wissen wie ein Hammer zu führen ist. Heike Stegmann von der Kyffhäusersparkasse ergänzte, wir können uns nicht mehr nach Zensuren richten, sondern müssen eigene Tests durchführen, um geeignete Auszubildende zu finden und selbst die müssen noch Nachhilfe in Deutsch und Mathematik bekommen!
Wilfried Graul verantwortlich für Instandhaltung und Ausbildung bei Isoplus Sondershausen brachte es auf den Punkt. Wir brauchen eine polytechnische Ausbildung an den Schulen. Heftige Kritik kam auch an der Schulpraxis. Es kann nicht sein, so Graul, wenn ihm Schüler sagen, wir brauchen eigentlich an der Berufsschule nichts groß zu lernen. Warum? Man muss keine Abschlussprüfung bestehen. Ein einfaches Abgangszeugnis reicht, um bei der IHK für eine Prüfung zugelassen zu werden.
Auf den Punkt gebracht, sind die Forderungen der Wirtschaft klar, an den Thüringer Schulen muss es mehr praxisbezogene Ausbildung geben. Hans-Christoph Schmidt von den Stadtwerken mahnte mehr Praktika an und gab unumwunden zu, dass dafür die Industrie auch Geld in die Hand nehmen muss, wenn man noch gute Leute für die Ausbildung haben will.
Hans-Georg Müller, der Geschäftsführer des BIC Nordthüringen, forderte, man muss bereits früher mit der Förderung der Kinder einsetzen. Bei einer verbesserten Schulsozialarbeit sei besonderes Augenmerk auf Kinder aus Harzt IV - Familien gelegt werden, denn es sei demotivierend für die Kinder was da passiert.
Einig war man sich nach einer langen anregenden Diskussion, dass im Bildungssystem Veränderungen notwendig sind. Die Forderung nach einem einheitlichen Bildungssystem war nicht zu überhören.





