"Rente muss zum Leben reichen"
Freitag, 12. April 2013, 16:56 Uhr
Zu diesem Thema hatte die IG Bau MdB Iris Gleicke (SPD), MdB Johannes Selle (CDU) und die Kandidatin der Grünen Stefanie Erben zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die Sorge um eine verlässliche und gute Altersversorgung ist für alte und jüngere Menschen ein wichtiges Thema. Das Sondershäuser Bundestagsmitglied Selle hat hierzu die folgenden Positionen bezogen:
Zur Zeit sind 41 Millionen Menschen erwerbstätig, davon befinden sich 29 Millionen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.
In der Gesetzlichen Rentenversicherung sind gut 52 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert, 20,5 Millionen Menschen beziehen Renten, darunter 17,2 Millionen Rentner über 65 Jahren. Von den Rentnern haben lediglich 2,5 % Anspruch auf Grundsicherung.
In dieser Legislaturperiode stiegen die Rücklagen der Rentenversicherung auf 30 Milliarden Euro, so dass der Rentenversicherungsbeitrag abgesenkt werden konnte und musste, ohne die Rücklage zu gefährden. Jeder Bürger im Rentenalter kann über die Grundsicherung eine Versorgung bekommen als hätte er 35 Jahre lang mit einem Stundenlohn von 13 Euro Beiträge gezahlt.
Der Deutschen Rentenversicherung geht es zur Zeit gut, der Sozialstaat funktioniert an dieser Stelle.
Die umlagefinanzierte Rente, die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge sichern das Einkommen im Alter. In den neuen Ländern bleibt dabei die umlagefinanzierte Rente die wichtigste Säule. Auch wenn die Bedeutung der kapitalgedeckten Rente zunehmen wird, ist ihr Renditeversprechen weniger verlässlich als das der gesetzlichen Rentenversicherung.
Es gibt Entwicklungen, die wir beobachten, dass künftige Generationen stärker von Altersarmut betroffen sein könnten; durch gebrochene Erwerbsbiografien, durch Absinken des Rentenniveaus, durch niedrige Löhne.
Deshalb müssen kleine Renten durch Steuermittel so aufgewertet werden, dass sie über der Grundsicherung liegen. Dies sollte langjährige Beitragszahler, die privat vorgesorgt haben, unter Berücksichtigung von Kindererziehung und Pflege von einem Antrag auf Grundsicherung entlasten.
Den Einstieg in dieses System müssen wir schaffen. Umstritten sind die Zahl der Beitragsjahre und die Anrechnung von Vermögen, wobei die private Vorsorge unangetastet bleiben muss.
Politisch ist es der CDU ein Anliegen, dass die rentenrechtliche Anerkennung der Erziehungszeiten von Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, kommen muss.
Unverändert soll das Äquivalenzprinzip gültig bleiben, wonach das, was jemand einzahlt, in einem angemessenen Verhältnis zu dem steht, was ihm als Rente ausgezahlt wird. Das Rentensystems muss trotzdem Solidarsystembleiben, Menschen helfen, die zu wenig haben, vor Invalidität schützen und Rehabilitation und damit längeres arbeiten ermöglichen.
Wahlkreisbüro Johannes Selle MdB
Autor: khhZur Zeit sind 41 Millionen Menschen erwerbstätig, davon befinden sich 29 Millionen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.
In der Gesetzlichen Rentenversicherung sind gut 52 Millionen Menschen aktiv und passiv versichert, 20,5 Millionen Menschen beziehen Renten, darunter 17,2 Millionen Rentner über 65 Jahren. Von den Rentnern haben lediglich 2,5 % Anspruch auf Grundsicherung.
In dieser Legislaturperiode stiegen die Rücklagen der Rentenversicherung auf 30 Milliarden Euro, so dass der Rentenversicherungsbeitrag abgesenkt werden konnte und musste, ohne die Rücklage zu gefährden. Jeder Bürger im Rentenalter kann über die Grundsicherung eine Versorgung bekommen als hätte er 35 Jahre lang mit einem Stundenlohn von 13 Euro Beiträge gezahlt.
Der Deutschen Rentenversicherung geht es zur Zeit gut, der Sozialstaat funktioniert an dieser Stelle.
Die umlagefinanzierte Rente, die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge sichern das Einkommen im Alter. In den neuen Ländern bleibt dabei die umlagefinanzierte Rente die wichtigste Säule. Auch wenn die Bedeutung der kapitalgedeckten Rente zunehmen wird, ist ihr Renditeversprechen weniger verlässlich als das der gesetzlichen Rentenversicherung.
Es gibt Entwicklungen, die wir beobachten, dass künftige Generationen stärker von Altersarmut betroffen sein könnten; durch gebrochene Erwerbsbiografien, durch Absinken des Rentenniveaus, durch niedrige Löhne.
Deshalb müssen kleine Renten durch Steuermittel so aufgewertet werden, dass sie über der Grundsicherung liegen. Dies sollte langjährige Beitragszahler, die privat vorgesorgt haben, unter Berücksichtigung von Kindererziehung und Pflege von einem Antrag auf Grundsicherung entlasten.
Den Einstieg in dieses System müssen wir schaffen. Umstritten sind die Zahl der Beitragsjahre und die Anrechnung von Vermögen, wobei die private Vorsorge unangetastet bleiben muss.
Politisch ist es der CDU ein Anliegen, dass die rentenrechtliche Anerkennung der Erziehungszeiten von Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, kommen muss.
Unverändert soll das Äquivalenzprinzip gültig bleiben, wonach das, was jemand einzahlt, in einem angemessenen Verhältnis zu dem steht, was ihm als Rente ausgezahlt wird. Das Rentensystems muss trotzdem Solidarsystembleiben, Menschen helfen, die zu wenig haben, vor Invalidität schützen und Rehabilitation und damit längeres arbeiten ermöglichen.
Wahlkreisbüro Johannes Selle MdB
