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Genie und Mittelmaß

Montag, 15. April 2013, 10:34 Uhr
Eine der beliebtesten Verschwörungstheorien der Musikgeschichte ist die der Vergiftung Mozarts durch Salieri. Der britische Dramatiker Peter Shaffer schrieb das wunderbare Theaterstück "Amadeus" dazu, das nun auch in Nordhausen Premiere hatte.

Eine wirklich gelungenen Theaterabend bereiteten die Rudolstädter Schauspieler unterstützt von einer Abordnung der Saalfelder Sinfoniker am Freitagabend dem, Nordhäuser Publikum.
Peter Shaffer schrieb Ende der Siebziger Jahren sein Erfolgsstück "Amadeus", das von Milos Forman in Hollywood ausgezeichnet verfilmt wurde. Neben dem genialen Musiker Mozart, dem alles aus dem Nichts durch sein Talent zufällt, steht der Wiener Hofkomponist Antonio Salieri im Mittelpunkt, der sich seine musikalischen Erfolge hart erarbeiten muss. Salieri begreift bald, dass dieser Mozart ein Genie ist, neben dem seine eigenen Werke nur billiger Durchschnitt sind. Und so beginnt er einen diffizilen Vernichtungsfeldzug gegen den naiven Emporkömmling.

Johannes Arpe als Salieri und Marcus Ostberg als Wolfgang Amadeus Mozart prägen die Rudolstädter Inszenierung von Jürgen Pöckel und setzen den Konflikt zwischen arriviertem Höfling und unbedarftem Wunderknaben gekonnt in Szene. Auch Anna Oussankina als Mozarts Frau Constanze weiß in ihrer inneren Zerrissenheit zu gefallen. Wie weit muss sie gehen, um ihre kleine Familie vor dem Untergang zu retten? Wie tief soll sie sich vor dem intriganten und hartherzigen Salieri erniedrigen?

theater (Foto: theater nordhausen) theater (Foto: theater nordhausen)

Amadeus dirigiert: Im Bühnenhintergrund sitzen die Saalfelder Sinfoniker und musizieren live

Im Zusammenspiel dieser drei Protagonisten hat die Inszenierung ihre Höhepunkte und in den imposanten Aufführungsszenen vor Kaiser und Hofstaat, wenn Mozartdarsteller Ostberg zappelnd und hüpfend das Saalfelder Orchester dirigiert, das eigentlich von Thomas Voigt mit leichter Hand und sehr beschwingt geleitet wird.

Auch die Kostüme und die Bühnenbildlösung (Sabine Pommerening) wussten zu gefallen und so applaudierte das Nordhäuser Premierenpublikum schließlich begeistert dem Ensemble und den Musikern für einen unterhaltsamen Abend, der und nachdenken ließ über Neid und Missgunst in unserer heutigen Zeit und wie sie sich äußern.

theater (Foto: theater nordhausen) theater (Foto: theater nordhausen)

Erpressungsversuche: Constanze (Anna Oussankina) erwehrt sich der Zudringlichkeiten von Salieri (Johannes Arpe)

Und sicherlich ging dem einen oder anderen Zuschauer auch die Frage durch den Kopf, ob es nicht bald im Nordhäuser Musiktheater eines dieser Mozartschen Opernwerke mit der genialen Musik geben könnte. Ende dieser Woche ist die Pressekonferenz zur neuen Spielzeit. Vielleicht erfahren wir da ja schon mehr...
Autor: nnz

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