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Schwerverletzter bei Explosion

Samstag, 20. April 2013, 09:59 Uhr
In Sollstedt ist am Freitagabend ein 35-Jähriger bei der Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes schwer verletzt worden. Wir hatten bereits ausführlich berichtet, jetzt gibt es weitere Einzelheiten...


Der Sprengsatz war um 17.36 Uhr in einem Nebengelass im Hof eines Reihenhauses in der Kolonie explodiert. Die Detonation zerfetzte dem Mann eine Hand. Nach fast einstündiger Notversorgung am Unglücksort, bei der der Notarzt auch Metallsplitter im Oberkörper des Mannes feststellte, wurde der Schwerverletzte mit einem Rettungshubschrauber in das Südharzklinikum geflogen.

Da zu diesem Zeitpunkt niemand sagen konnte, was die Explosion ausgelöst hatte, wurden die Menschen aus den umliegenden Häusern evakuiert. Davon waren auch die Nachbarn der Wohnung des Betroffenen betroffen, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich in der Wohnung weitere Sprengsätze befinden.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Klaus Adam, hatte die Festhalle öffnen lassen, um den rund 300 Betroffenen eine Unterkunft zu gewähren. Viele von ihnen kamen aber auch bei Freunden und Bekannten unter.

Zur Untersuchung des Unglücksortes sind Spezialisten des Landeskriminalamtes angefordert worden. Die konnten am Unglücksort Reste des selbstgebauten Sprengsatzes sicherstellen. Weitere Sprengmittel wurden am Unglücksort und in der Wohnung des Mannes nicht gefunden.

Die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass der 35-Jährige handelsübliche Feuerwerkskörper entleert und das explosive Pulver in ein Metallrohr gefüllt hatte. Als er das Material mit einem Hammer verdichten wollte, löste das die Explosion aus.

Die Ärzte kämpfen im Krankenhaus noch immer mit ungewissem Ausgang darum die zerfetzte Hand wieder herzustellen bzw. zu erhalten. Allerdings verlor der Mann drei Finger.

Was der 35-Jährige mit der „Rohrbombe“ machen wollte ist noch nicht bekannt, da er noch nicht vernommen werden konnte. Der Mann hatte Zugang zu dem Grundstück, weil er dort die Tiere eines Freundes versorgte, während der sich in einer Kur befindet.

Die evakuierten Anwohner konnten ab 22.15 Uhr wieder zurück in ihre Wohnungen.
Autor: red

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