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Naturpark Kyffhäuser – Erlebniswelt Natur

Montag, 22. April 2013, 07:42 Uhr
Am 10. Dezember 2008 trat die Verordnung über den Naturpark Kyffhäuser entsprechend des Thüringer Gesetzes für Natur und Landschaft (ThürNatG) in Kraft. Am Kyffhäuser wurde viel zur Erhaltung der Natur getan, wie jetzt das Landratsamt im Vorfeld zur Tourismuskonferenz feststellt.

Die Errichtung der neben den Nationalparken und Biosphärenreservaten zu den Nationalen Naturlandschaften zählenden Naturparke erfolgt in Deutschland seit 1957 und definiert sich auf der Grundlage des §27 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG).

2006 wurde deutschlandweit die Qualitätsoffensive Naturparke ins Leben gerufen. In diesem Rahmen stellte sich der Träger des Naturparkes Kyffhäuser den Qualitätskriterien und ist seit 2009 zum Qualitäts- Naturpark zertifiziert.

Seit Generationen ist die idyllische Mittelgebirgsregion des 305 km² großen Naturparks ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Über die Hälfte der Fläche ist mit Wald bedeckt. Durch begünstigende klimatische Voraussetzungen gilt das Gebiet als „Mediterraner hoher Norden Thüringens“. Anziehungspunkte sind europaweit bedeutsame Steppen- und Trockenrasen, orchideenreiche Kalkmagerrasen, submediterrane Felsheide, artenreiche Eichentrockenwälder, naturnahe Buchenwälder und die sich durch viele alte Sorten auszeichnende Streuobstwiesen. Das Feuchtwiesenareal um den Helme-Stausee bei Kelbra, das Esperstedter Ried sowie die landesweit bedeutendsten Binnensalzstellen ergänzen das abwechslungsreiche Spektrum. Nahe dem Panorama-Museum auf dem Schlachtberg befindet sich ein Obstsortengarten der zur Erhaltung von über 600 verschiedenen Obstsorten beiträgt und Bestandteil der Zentralen Genbank Obst ist. In den Auen dienen ausgedehnte Wiesen- und Weideflächen als Bruthabitat von Wiesenbrütern. So wurden seit dem Jahr 2012 mehr als 10.000 Besucher auf den speziell zur Vogelbeobachtung eingerichteten Stationen registriert.

Der Naturpark Kyffhäuser zeichnet sich durch eine sehr hohe Artenvielfalt (1.300 Blüten- und Farnpflanzen) aus. Interessierte können hier z.B. das Frühlingsadonisröschen, die Wiesenkuhschelle, Federgräser, Enzian, 32 Orchideenarten und das Sonnenröschen entdecken. Die Begegnung mit einem Mufflon oder der Wildkatze ist für den vorsichtigen Naturbeobachter nicht ausgeschlossen. Die verschiedenen Landschaftstypen im Naturpark spiegeln ein jahrhundertelanges Zusammenspiel von Klima, Boden, Untergrund und menschlicher Bewirtschaftung wider. Schafbeweidung und der Holzbedarf für Kupfergewinnung und Salzwerke waren Geburtshelfer des durch hohe Biodiversität gekennzeichneten Artenreichtums, der in Europa seines Gleichen sucht. 8 km² charakteristisch eindrucksvoller Trockenwald kann sich zum Urwald entwickeln. Allein 12% der Naturparkfläche ist auf Grund ihrer besonderen Tier- und Pflanzenwelt als Naturschutzgebiet geschützt. Mit Ziegen und Schafen beweidete Magerrasen und Heiden bedecken etwa 10km². Zusammen mit Partnern der Naturparkverwaltung Kyffhäuser entstanden in der Region vielfältige Erlebnisangebote: so konnten sich im Jahr 2012 rund 33.000 Besucher des Naturparks Kyffhäuser auf dem rund 37 km langen zertifizierten Qualitätswanderweg, dem „Kyffhäuserweg“, landschaftliche Schönheiten und kulturelle Highlights erschließen.

Im Naturpark kann man an 60 HörErlebnispunkten, zahlreichen mit QR-Code versehenen Erläuterungstafeln zusätzlich per Handy oder Smartphone Wissenswertes und Unterhaltsames zur unmittelbaren Umgebung erfahren. Als abrundende Ergänzung stehen im Regionalmuseum in Bad Frankenhausen und weiteren Standorten interaktive Touchpoint Informationsstellen zur Verfügung, die mit Text, Bild und Ton Auskünfte über die Region geben. Interessante Einkehrmöglichkeiten wie das Streuobstzentrum in Tilleda oder zahlreiche Gasthöfe in der Region bilden beliebte Etappenziele bei Radtouren und geben Einblick in regionale Spezialitäten und die Thüringer Küche.

Ein Familienwanderweg ist der Walderlebnispfad zwischen der Rothenburg und dem Kyffhäuser-Denkmal. Die Naturparkstation bietet auf zwei Hektar pures Naturerlebnis am Südhang des Kyffhäusers. Hier gibt es vieles spielerisch zu entdecken und nicht nur Kinder erfahren, wie spannend Natur sein kann.


GeoParke besitzen keine gesetzlich verankerte Schutzkategorie sondern ein Prädikat für Gebiete, die über ein besonders reichhaltiges geologisches Erbe verfügen, dieses schützen und einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Im Interesse der Kyffhäuserregion wird durch den zertifizierten Nationalen GeoPark Kyffhäuser die Integration von geologischen Schutzgütern durch Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung, Tourismuserschließung und eine möglichst nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum vorangetrieben. Der 833 km² große Geopark Kyffhäuser liegt im Norden Thüringens und Südwesten Sachsen-Anhalts.

Das Gebiet erstreckt sich über die Höhenzüge Hainleite aus dem Grundgestein Muschelkalk, der Windleite, Schmücke und Hohe Schrecke aus Buntsandstein und dem entlang der Bruchlinie der Hermundurischen Scholle sich erhebenden Kyffhäusergebirge, welches aus den verschiedensten Gesteinen des kristallinen Urgesteins, Karbonischen Sandstein und Zechstein besteht und das Landschaftsbild dieser Region eindrucksvoll prägt. Weiterhin beinhaltet das Gebiet die Finne und den Bottendorfer Höhenzug. Die aus dem tiefen Kern des Variszischen Gebirges hervorgegangenen Gesteine des Kyffhäusergebirges erlauben einen Blick durch das Zeitfenster zurück bis zu 500 Millionen Jahre.

Für archäologisch, kulturhistorisch und geologisch Interessierte in der Region empfiehlt sich besonders das Erlebnisbergwerk in Sondershausen als Zeuge des Kalibergbaues, die Königspfalz Tilleda als alte Herrscherresidenz und der ehemaligen mit dem Kyffhäuserdenkmal bebauten Rückzugsburg auf dem Kyffhäuser sowie die Ausgrabungsstätte bei Bilzingsleben, welche in die Zeit des Homo erectus zurückversetzt. Das Bauernkriegsdenkmal auf dem Schlachtberg bei Bad Frankenhausen ermöglicht mit dem Panoramagemälde von Werner Tübke eindrucksvoll durch eine erhabene Sinfonie aus Farben eine Reise in die Zeit des längst vergangenen Bauernkrieges .

Auf Wanderungen lassen sich „GeoBlicke“ entdecken - Aussichtspunkte mit weitem Blick in die Landschaft, die in der Nähe über Panoramabilder erklären, was sich in der Ferne zeigt. An besonders beeindruckenden „GeoTopen“ findet man gezielt Informationen und ein Gesteinsgarten nahe dem Rathsfeld bietet einen Überblick über die Gesteine der Region. An der Barbarossahöhle (der größten touristisch erschlossenen Anhydrit-Gips-Höhle Europas) hält das GeoInfoZentrum Wissenswertes und weitere Tipps für den Besucher bereit.
Autor: khh

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