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Auftakt zum Aktionstag

Samstag, 27. April 2013, 20:14 Uhr
Gesprächsrunde des VdK am 27. April 2013 im Saal auf dem Königstuhl Artern. An der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wird gearbeitet.

Der Ortsverband Artern des VdK hatte gleich zu Beginn der Aktionstage um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen eingeladen und gab damit den Auftakt im Kreisverband. Im Mittelpunkt stand die UN-Behindertenrechtskonvention. Marcel Ziegler, Sachgebietsleiter im Jugend- und Sozialamt des Kyffhäuserkreises gab sich Mühe die Konvention und den Weg zu ihrer Umsetzung anschaulich aufzuzeigen.

Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze) Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze)

Gut besucht war die Veranstaltung des VdK-Ortsverbandes zur UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Konvention ist seit dem 26. März 2009 in Deutschland in Kraft. Sie enthält 50 Artikel u. a. über Barrierefreiheit, Bildung, Gesundheit und Arbeit. Zur Umsetzung wurde von der Bundesregierung ein Maßnahmeplan erarbeitet, ebenso von den Ländern. Der Thüringer Maßnahmeplan wurde im Februar 2012 vom Kabinett beschlossen und soll die Grundlage sein für die Novellierung des "Thüringer Gesetzes zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen" (ThürGIG). Doch damit geht es offensichtlich nicht so richtig voran, wie der VdK-Kreisverband im Vorfeld der Aktion kritisierte. Erst vor wenigen Tagen wurde im Landtag ein neuer Gesetzentwurf der Fraktion Die Linke abgeschmettert ohne ihn wenigstens zur Beratung in die Ausschüsse zu verweisen. Sicherlich wird zu dem Thema zur zentralen Veranstaltung am 10. Mai in Sondershausen noch einiges zu sagen sein.

Marcel Ziegler berichtete, dass man im Kyffhäuserkreis ebenfalls an einer Konzeption zur Umsetzung der UN-BRK arbeite. Gleichzeitig ist man bemüht, an der Umsetzung der Konzeption zu arbeiten angefangen bei der Förderung integrativer Bildungseinrichtungen über die barrierefreie Gestaltung des Öffentlichen Personenverkehrs bis zu Maßnahmen im Gesundheitswesen. Trotz mancher guter Beispiele war dem Vortrag zu entnehmen, dass es in unserem Kreis noch viel zu tun gibt, will man der Konvention gerecht werden.

Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze) Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze)

Bernd Reiber, Marcel Ziegler, Ina und Ronald Römer (von links) sicherten einen zügigen Verlauf der Veranstaltung.

Ina Römer hatte in ihrer Einleitung zu der Frage "Was ist denn der Kerngedanke der Konvention?" den behindertenpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Ilja Seifert, zitiert. Er erklärte u. a. "Wenn wir die Konvention umsetzen geht alles besser." Es gehe gar nicht um die "paar Behinderten", es gehe um alle. "Wo ich mit meinem Rollstuhl durchkomme kommt natürlich auch jeder mit seinem Rollator, seinem Kinderwagen oder Reisegepäck durch."

Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze) Auftakt Aktionstag (Foto: Klaus Henze)

Ausgiebig Informationsmaterial hatte die Aktion Mensch wieder bereit gestellt und lag auf den Tischen zum Mitnehmen.

Kreisvorsitzender Bernd Reiber blickte am Schluss auf die 13 Aktionsjahre zurück und stellte dabei fest, dass wir aus der Phase des Beschreibens von Papieren zum Problem im Wesentlichen inzwischen raus sind, es heute mehr darauf an kommt mit Taten das Aufgeschriebene umzusetzen.

Zu der Gesprächsrunde waren auch wieder kompetente Persönlichkeiten vom Bürgermeister Wolfgang Koenen, über Bauamtsleiterin Antje Große sowie Vertreter befreundeter Verbände und Einrichtungen gekommen. Leider gab es an sie diesmal keine Fragen. Schade eigentlich.
Text und Fotos: Klaus Henze
Autor: khh

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