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Neues aus Berlin (71)

Montag, 20. Mai 2013, 12:14 Uhr
Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagsmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Johannes Selle (CDU) zum Thema Internationale Gespräche

Am 16. Mai traf Johannes Selle mit dem Außenminister der Republik Nicaragua, Samuel Santos, zusammen. Themen des Gesprächs waren die deutsch-nicaraguanischen Beziehungen, sowie die Lage in Nicaragua und der zentralamerikanischen Region. Bei seinem Besuch in Berlin wolle er die positive Entwicklung Nicaraguas deutlich machen, so der Minister. Das Land werde inzwischen selbst von der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und den Vereinten Nationen als Beispiel für eine gelungene Entwicklungs- und Sozialpolitik angeführt. Zudem sei das Land ein wichtiger Partner im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Drogenhandel.

Der nicaraguanische Außenminister erläuterte ausführlich das Projekt eines interozeanischen Kanals in Nicaragua (parallel zum Panamakanal, aber für Schiffe ab 20 000 BRT), das Präsident Ortega beim Gründungsgipfel der CELAC (Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten) in Caracas Anfang Dezember 2011 vorgestellt hatte. Er warb dabei um deutsche Investoren. Zum jetzigen Stand sind an der Finanzierung des Projektes alle Kontinente vertreten, außer Europa.

Johannes Selle traf gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Bundestag mit Botschafter Rachad Farah aus Djibouti zusammen. Rachad Farah ist der afrikanische Kandidat für die nächste Wahl des Generalsekretärs der UNESCO, die im Oktober diesen Jahres stattfinden wird. Farah unterstrich in dem Gespräch die wichtige Rolle, die die UNESCO in Entwicklungsländern spielt. Er kritisierte gleichzeitig das mangelnde Engagement der UN-Bildungsorganisation im afrikanischen Hochschulwesen. Die UNESCO sei quasi abwesend in Afrika, obwohl die Universitäts- und Berufsausbildung zu den wichtigsten Elementen einer ganzheitlichen Entwicklungs- und Friedenspolitik in Afrika gehören.

Farah führte aus: "Afrika erlebt gerade ein unglaubliches wirtschaftliches und demographisches Wachstum. Wir müssen unserer Jugend entsprechende Ausbildungswege anbieten, um dieses Wachstum nachhaltig zu gestalten. Die vielbeschworene Renaissance Afrikas kann nur aus unseren Universitäten, unseren Forschungsinstituten, und unseren Exzellenzzentren kommen. Wir dürften nicht untätig zusehen, wenn die UNESCO ihre Unterstützung für afrikanische Universitäten versagt."

Botschafter Farah erklärte weiter: "Wenn die UNESCO in Zukunft weiterhin eine wichtige Rolle in internationalen Beziehungen spielen möchte, muss sie dem deutschen und europäischen Vorbild folgen." Außerdem sei es nicht einzusehen, dass Deutschland 10 Prozent des Budgets der UNESCO bestreite, jedoch keinen einzigen Sitz im Exekutivkommitee innehabe.

Wahlkreisbüro Johannes Selle
Autor: khh

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