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Bundeswehr bietet Perspektive

Dienstag, 28. Mai 2013, 22:47 Uhr
Jahresempfang des Logistikkommandos der Bundeswehr und des Landeskommandos Thüringen Landtagspräsidentin Diezel: „Bundeswehr bietet jungen Menschen in Thüringen eine berufliche Perspektive“


Das Logistikkommando der Bundeswehr und das Landeskommando Thüringen luden heute zum gemeinsamen Jahresempfang ins Theater Erfurt. Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) sprach dort ein Grußwort. Sie betonte dabei die Bedeutung der Bundeswehr im Freistaat als wichtigen Arbeitgeber: „Die Bundeswehr genießt bei der Bevölkerung den Ruf einer Institution, die vielen Familien ein gutes Auskommen ermöglicht. Außerdem bietet sie gerade jungen Menschen eine berufliche Perspektive.“


Die Landtagspräsidentin freut sich über die Wahl der Thüringer Landeshauptstadt als Standort des Logistikkommandos der Bundeswehr: „Seit der Indienststellung des Kommandos im Januar diesen Jahres wird die Planung und Steuerung der logistischen Unterstützung der Bundeswehr in Erfurt gebündelt. Der hiesige traditionsreiche Standort geht gestärkt aus der Neuausrichtung der Bundeswehr mit 450 neuen Dienstposten hervor“.


Im Logistikkommando der Bundeswehr wird die Verantwortung für den Einsatz, die Ausbildung sowie für die Weiterentwicklung der Logistik der Bundeswehr zusammengefasst. Das Landeskommando Thüringen in Erfurt ist die zentrale Kommandobehörde der Bundeswehr im Freistaat Thüringen. Es ist der erste Ansprechpartner der Landesregierung für alle territorialen Aufgaben und der Repräsentant der Bundeswehr gegenüber dem Freistaat.

„Das Landeskommando Thüringen sowie die Legislative und Exekutive des Freistaats verbindet eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders geschätzt werden die Fähigkeiten des Landeskommandos im Katastrophenschutz und die Sportförderung. Thüringer Wintersportathleten konnten durch die aufwendige Unterstützung des Landeskommandos große internationale Erfolge feiern“, äußerte sich Frau Diezel abschließend.

Bundeswehr bietet Perspektive (Foto: Daniel Jurkowski) Bundeswehr bietet Perspektive (Foto: Daniel Jurkowski)


Grußwort

anlässlich des Jahresempfangs des Logistikkommandos der

Bundeswehr und des Landeskommandos Thüringen

28. Mai 2013, Theater Erfurt


Sehr geehrter Herr Generalmajor Antoni,

sehr geehrter Herr Oberst Reinelt,

meine Damen und Herren Abgeordnete des Bundes- und des Landtages,

sehr geehrte Mitglieder der Thüringer Landesregierung [Geibert, Poppenhäger],

Herr Oberbürgermeister Bausewein,

meine Damen und Herren Landräte und Bürgermeister,

sehr geehrte Vertreter der Kirchen und Glaubensgemeinschaften,

liebe Gäste,

vor allem aber: verehrte Angehörige der Bundeswehr,



ich bedanke mich für die Gelegenheit, heute beim Jahresempfang des Logistikkommandos der Bundeswehr und des Landeskommandos Thüringen sprechen zu dürfen. Über Ihre Einladung habe ich mich sehr gefreut. Termine bei der Bundeswehr bewegen mich immer auf besondere Weise.



Erst vor kurzem (16.04.) hatte ich die Freude, bei einem Rückkehrerappell die Soldatinnen und Soldaten des Panzerpionierbataillons 701 in Gera von ihren Auslandseinsätzen zurück in der Heimat zu begrüßen. Ich habe dem Bataillon für die überzeugende Arbeit in den Krisenregionen gedankt, insbesondere für die Erfüllung wichtiger sicherheitspolitischer Aufgaben unter schwierigen und gefährlichen Umständen. Der Empfang war geprägt von der Freude über die gelungene Mission und die wohlbehaltene Rückkehr aller Panzerpioniere.



Heute möchte ich die Gelegenheit dieses Jahresempfangs nutzen, um der Bundeswehr für ihre Arbeit in Thüringen zu danken. Die Bundeswehr wird von weiten Teilen der Bevölkerung als eine Institution empfunden, die Wichtiges für unser Land leistet. „Als zuverlässiges, hochqualifiziertes, als loyales Instrument sicherheitspolitischen Handelns in der Politik unseres Landes“ haben sich unsere Streitkräfte Ansehen und Vertrauen erworben. So lobte einst der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau die Angehörigen der Bundeswehr.



Bis heute genießt sie für ihren Auftrag, die nationale Sicherheit und Verteidigung zu gewährleisten, großen Rückhalt in der Bevölkerung. Darüber hinaus ist die Bundeswehr ein großer Arbeitgeber, der direkt oder indirekt vielen Familien ein gutes Auskommen ermöglicht. Die Bundeswehr bietet vielen jungen Menschen eine Perspektive. Auf diese Weise tut die Bundeswehr auch aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel in der Region. Dafür danke ich der Bundeswehr herzlich.



Meine Anerkennung möchte ich auch dem Landeskommando Thüringen aussprechen, mit dem der Freistaat seit vielen Jahren hervorragende Verbindungen unterhält. Das Landeskommando Thüringen und Legislative wie Exekutive im Freistaat verbindet eine von Vertrauen und Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit. Die Behörden unseres Landes wissen – ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger – die besonderen Fähigkeiten der Bundeswehr im Katastrophenschutz zu schätzen. Auch für die Unterstützung unserer Spitzenathleten in den Wintersportarten, die Thüringen auf internationaler Ebene bekannt gemacht haben, gebührt dem Landeskommando unsere Anerkennung. Als Repräsentant der Bundeswehr ist das Landeskommando ein gern gesehener Gast im Thüringer Landtag. So öffnen wir unser Parlament regelmäßig den Betreuungsveranstaltungen für die Familienangehörigen der im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten.



Meine sehr geehrten Damen und Herren,



neben dem Landeskommando Thüringen ist das neu gebildete Logistikkommando der Bundeswehr unser heutiger Gastgeber. Als Präsidentin des Thüringer Landtags möchte ich die Gelegenheit nutzen, dieses Kommando in unserem Freistaat willkommen zu heißen. Im Zuge der Bundeswehrreform wurden die Planung und Steuerung der logistischen Unterstützung der Bundeswehr am traditionsreichen Standort Erfurt gebündelt. Die Versorgung des Heeres ist unverzichtbare Grundlage jeder militärischen Strategie und ein Kernelement jeder militärischen Operation.



Als Landespolitikerin freue ich mich daher sehr, dass Thüringen Standort dieses Kommandos der Bundeswehr geworden ist. Nachschub, Verpflegung und Logistik bereitzustellen kann eine schweißtreibende Herausforderung sein. Sie planen für eine Truppe von bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten alles, was mit Unterbringung und Verpflegung zu tun hat, mit Transport und ärztlicher Versorgung, mit der Lagerung von Gütern, auch mit der Evakuierung von Personen. Auf der Basis Ihrer Berechnungen erfolgen sehr komplexe zusammenhängende Operationen, die letztlich die Einsatzfähigkeit der Truppen sichern. Und nicht nur das!



Von Ihren Planungen, die richtige Menge an Material am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt bereitzustellen, hängen Leben ab. Diese vielfältigen Aufgaben und Fähigkeiten des Logistikkommandos machen es zum Rückgrat der Bundeswehr, ohne das Landesverteidigung und Friedensmissionen undenkbar und undurchführbar wären. Diese zentralen Dienste für die Bundeswehr werden nun von Erfurt aus koordiniert. Die Stadt Erfurt ist einer der wenigen Standorte, der gestärkt aus der Neuausrichtung der Bundeswehr hervorgeht und sogar noch 450 neue Dienstposten hinzubekommt. Als Landespolitikerin freue ich mich grundsätzlich darüber, dass die Bundeswehr den Standort Erfurt ausbaut. Ich weiß aber auch, wie schwierig diese Entscheidung war, weil andere Standorte verkleinert oder sogar ganz geschlossen werden müssen. Den wenigsten Städten ist also ein ebensolches Glück beschieden.



Umso freundlicher wollen wir all die Bediensteten der Bundeswehr aufnehmen, die in den nächsten Monaten zu uns versetzt werden und die berufsbedingt nach Thüringen umziehen. Wir wollen diese Familien, deren Schicksal so eng mit der Bundeswehr verbunden ist, herzlich willkommen heißen! Die Neuausrichtung der Bundeswehr ist eine Reaktion darauf, dass sich die Welt verändert hat und Deutschland mit ihr. Die Bedrohungsszenarien haben sich gewandelt. Die sicherheitspolitischen Anforderungen der letzten 20 Jahre haben dazu geführt, dass die Bundeswehr eine Armee im Einsatz geworden ist. Heute muss sie in der Lage sein, zeitgleich Stabilisierungseinsätze zu absolvieren, Konflikte zu befrieden, Piraterie zu bekämpfen sowie Trainings- und Ausbildungsmissionen zu erfüllen.



Keine Frage: Vor diesem Hintergrund muss die Bundeswehr eine effizient agierende Armee sein. Dafür muss sie ihre Kräfte immer wieder neu sammeln, neu strukturieren und ausrichten. Unverändert aber gilt, dass in unserer Demokratie der Einsatz militärischer Mittel immer wieder sorgfältig im Bundestag beraten und entschieden werden muss. Wann darf militärische Gewalt angewendet werden und in welcher Form? Das ist und bleibt eine Gewissensfrage, auf die die Gesellschaft eine den Umständen entsprechende und mit dem Grundgesetz zu vereinbarende Antwort finden muss. Untrennbar mit dieser Frage verbunden sein sollte auch das Nachdenken darüber, was uns unsere Sicherheit eigentlich wert ist.



Angesichts der Belastung der öffentlichen Haushalte (und rund zwei Billionen Euro öffentlicher Schulden) in Deutschland sind Bund, Länder und Kommunen gehalten, nicht nur sparsam mit Steuergeldern umzugehen, sondern aktiv Schulden abzubauen. Der Bereich der Landesverteidigung bildet dabei keine Ausnahme. Trotz aller notwendigen Haushaltsdisziplin müssen wir dennoch gewährleisten, auch in Zukunft ein sicherheitspolitisch handlungsfähiger und verlässlicher Bündnispartner zu sein. Denn die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft werden bekanntlich weder einfacher noch weniger.



Meine sehr geehrten Damen und Herren,

es gibt mehr als genug Gesprächsstoff, über den es sich auszutauschen lohnt. Ich nehme daher diesen Empfang als gute Gelegenheit wahr, um mit Vertretern der Bundeswehr und der Zivilgesellschaft über die kommenden Herausforderungen zu sprechen. Ich freue mich auf anregende Gespräche mit Ihnen und bin gewiss, dass sich die guten Beziehungen zwischen der Bundeswehr und dem Thüringer Landtag hervorragend weiter entwickeln werden. Ich danke Ihnen für die Einladung und die Aufmerksamkeit.

Daniel Jurkowski
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Autor: khh

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