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Das große Aber

Mittwoch, 29. Mai 2013, 15:57 Uhr
Tolle Auftaktveranstaltung mit einem großen ABER. Ein Leserbrief befasst sich mit einer Veranstaltung zur Schulnetzplanug in der Grundschule Udersleben.


Am vergangenen Dienstag (28.05.2013) fand auf dem Gelände der Grundschule in Udersleben die erste öffentliche Diskussionsrunde zum Thema „Schulnetzplanung im Kyffhäuserkreis“ statt. Wie man erfreulicher Weise feststellen durfte, waren sehr viele Eltern, Großeltern, sonstige Verwandte und auch Freunde der betroffenen Familien vor Ort um über die Zukunft „IHRER“ Schule zu diskutieren.

Darüber hinaus waren auch einige Mitglieder des Kreistages vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Aus den Wortmeldungen aus dem Publikum konnte man schnell ableiten, dass man in der Bevölkerung mit den Vorschlägen des Landratsamtes ganz und gar nicht zufrieden ist. Die einhellige Meinung war z.B., dass die Investitionssumme zur Sanierung des Schulgebäudes bei Weitem keine 2.000.000 € beträgt, sondern deutlich günstiger sein werde. Außerdem scheint den betroffenen Lehrern und der Direktorin die Darstellung der Entwicklung der Schülerzahlen als unwahrscheinlich und zu eindimensional betrachtet.

Der Kreisvorsitzende der CDU, Herr Krautwurst, stellte in seinem Statement unmissverständlich klar, dass man sich als Grundschule Udersleben der Unterstützung der CDU im Kreis sicher sein kann. Auch die Vertreter der Linken Frau Zeidler und Herr Muth äußerten sich PRO Erhalt der Grundschule im Ortsteil Udersleben. Nach diesen Aussagen stellte man dann fest, dass es im Kreistag unter diesen Umständen eine klare und eindeutige Mehrheit für den Erhalt der Schule geben müsste.

Daher sollten in den nächsten Wochen die Bürgerinnen und Bürger sehr genau beobachten, ob man die gegebenen Versprechen einhält und die einvernehmliche überparteiliche Zusammenarbeit auch tatsächlich so in die Tat umgesetzt, denn Politiker neigen dazu den Leuten viel zu versprechen und am Ende deutlich weniger umzusetzen. Mal abwarten!

Nun kommt das große ABER!!!

Sehr enttäuschend und auch ein Schlag ins Gesicht der Versammlungsteilnehmer war hingegen, dass es nicht ein einziger Verantwortlicher der SPD Kyffhäuserkreis aus den entsprechenden Führungsetagen geschafft hat bei dieser hervorragend organisierten Veranstaltung anwesend zu sein. Die SPD an vorderster Front ist ja für diese Schulnetzplanung verantwortlich und möchte diese schnellstmöglich zur Abstimmung bringen. Aber weder die Landrätin Frau Hochwind (SPD)bzw. eine Vertretung, noch der Bürgermeister von Bad Frankenhausen Herr Strejc (SPD) bzw. dessen Vertreter Herr Dr. Andreas Räuber (SPD) als erster Beigeordneter der Stadt und Mitentwickler der Schulnetzplanung erschienen persönlich in der Runde. Stattdessen schickte die Stadtverwaltung Frau Zeidler die als zweite Beigeordnete sozusagen die Vertretung der Vertretung war und dummerweise auch von der Partei die Linken ist. Sie stellte sich als Vertreterin der Stadt vor, teilte aber auch umgehend mit, dass sie sich in dieser Rolle nicht wohl fühlt. Denn schließlich ist sie für den Erhalt der Grundschule in Udersleben.

Der Umstand, dass keine SPD-Vertretung an der Diskussion teilnahm ist daher so schade und bemerkenswert, weil man genau aus deren Reihen vor nicht allzu langer Zeit ganz andere Töne hörte als aktuell in der Öffentlichkeit. Herr Strejc verkündete vor einigen Tagen, dass er der Grundschule Udersleben nur bedingt die Treue schwor und zwar nur solange „es Sinn macht“. In einer Stellungnahme zur Schulnetzplanung vom 07.06.2011 gegenüber den kn klang das noch etwas anders.

Überschrift damals: Klare Ansage mit Einladung

Mit großer Besorgnis hat die Stadt Bad Frankenhausen in der aktuellen Fortschreibung der Schulnetzplanung im Kyffhäuserkreis für die Jahre 2011 bis 2016 die drohende Schließung der Grundschule Udersleben erfahren. Die Stadt wird die Schließung der wunderbaren Schule nicht hinnehmen und sich für den Erhalt der Schuleinrichtung im Ortsteil Udersleben engagieren. Zur Zeit besuchen über 80 Kinder die Schule und die Prognose der Schülerzahlen sieht für die kommende Jahre sehr stabil aus. Zudem wird die Aufhebung der Schulbezirke mit Sicherheit einen weiteren Anstieg der Schülerzahlen zur Folge haben.

„Die Lernbedingungen in Udersleben sind für die kleinen Schüler ideal. Und wir sollten alles unternehmen, um direkte wohnortnahe Schulausbildung auch weiterhin im Ortsteil Udersleben sicher zu stellen“, so der Bürgermeister der Kurstadt Bad Frankenhausen Matthias Strejc (SPD).Die Stadt will dem Landrat persönlich die großen Vorteile der Grundschule Udersleben vor Ort zeigen und lädt demnächst den Landrat zu einer Diskussionsrunde nach Udersleben ein. …….“


Bei der Wahl zur Landrätin gratulierte Bürgermeister Strejc dann über die kn Frau Hochwind und veröffentlichte folgende Meldung am 07.05.2012:


Die Stadt Bad Frankenhausen gratuliert Frau Hochwind und dankt Landrat Hengstermann. Dazu erhielt kn folgende Meldung.
„Im Namen der Stadt Bad Frankenhausen gratuliere ich Frau Antje Hochwind zu Ihrem gestrigen Wahlerfolg und wünsche ihr viel Erfolg bei den anstehenden Aufgaben.

Für die Stadt Bad Frankenhausen gesprochen freuen wir uns über die Wahlaussage von Frau Hochwind, denn ein Versprechen Ihrerseits war es, möglichst eine Vielzahl von Schulen im ländlichen Bereich zu erhalten und generell in alle Schulen zu investieren. Damit dürfte die Grundschule Udersleben dauerhaften Bestand haben und die notwendigen dringenden Sanierungen in allen Frankenhäuser Schulen werden nun zeitnah realisiert. …….“


Herr Bürgermeister, was ist nun mit ihren Versprechen? In Zeiten des Wahlkampfes kann man viel versprechen, muss das aber dann auch in Zeiten, in denen eine Parteigenossin den Kreis führt weiter vertreten. Alles andere wirkt scheinheilig getreu dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Und auch Frau Hochwind scheint relativ schnell eine 180°C – Wendung ihrer Parteipolitik vorgenommen zu haben. Liest man nämlich das Wahlprogramm der SPD zum Kommunalwahlkampf 2009 entdeckt man Sätze wie:

„Schulen sind gerade im ländlichen Raum wichtige Sozialisationspunkte und besitzen regionale Bedeutung. Deshalb setzen wir uns für den Erhalt eines wohnortnahen Schulnetzes aller Schularten ein und richten die Schulentwicklungsplanung des Kyffhäuserkreises noch stärker darauf aus. ….

Chancengleichheit zwischen den Schulen erfordert vergleichbare materiell-sachliche Rahmenbedingungen. Wir werden uns daher für das zentrale Umsetzen des vom Kreistag beschlossenen Programms zur Sanierung, Modernisierung und zum Ersatzneubau von Schulgebäuden und Schulturnhallen einsetzen, um konkurrenzfähig gegenüber privaten Bildungsträgern zu bleiben. ….“



Wenn man nun diese Aussagen mit den aktuellen Standpunkten unserer sozialdemokratischen Volksvertreter vergleicht fühlt man sich schon ein wenig verschaukelt, oder?
Wenn man nun die Arbeit der Betroffenen beurteilt unter Berücksichtigung dessen, was man uns Bürgern versprochen hat, kann man nur zu einem Urteil kommen: mangelhaft!

Am Ende geht es einzig und allein um die Bildung und Entwicklung zukünftiger Generationen und nicht um betriebswirtschaftliche Aspekte. Aber leider stehen diese monetären Punkte im Vordergrund und der Mensch verschwindet mal wieder in der zweiten Reihe. Armer Kyffhäuserkreis!

Steffen Kobrow
Bad Frankenhausen
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Autor: khh

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