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Thüringen Meister

Sonntag, 02. Juni 2013, 14:11 Uhr
Frank Krämer und Co-Pilot Manfred Otto vom Aeroclub „Hans Grade“ Bad Frankenhausen erflogen 1. Platz bei 20. Riesaer Segelflugwoche. Hier kn mit den Einzelheiten.

Seit 20 Jahren gibt es sie, die Segelflugwoche in Riesa Canitz im Wonnemonat Mai. Begonnen hat das Ganze vor 20 Jahren mit weniger als 10 Piloten und Flugzeugen. Heute ist es ein Wettbewerb an dem knapp 80 Pilotinnen und Piloten aus ganz Deutschland teilnehmen. Der Geraer Segelflieger Frank Krämer, der seit 2011 auch aktueller Thüringer Meister ist, und mit Manfred Otto für den Aeroclub „Hans Grade“ Bad Frankenhausen startet, nahmen zum zweiten Mal an dieser Segelflugwoche teil, die durch ein hochklassiges Teilnehmerfeld und sehr anspruchsvolle Wettbewerbsaufgaben gekennzeichnet ist.

Mit dem „Frankenhisser Solzkopp“, einem doppelsitzigen Segelflugzeug vom Typ DG 505, starteten Frank Krämer und Manfred Otto in der gemischten Klasse und mussten sich mit 19 anderen Teams messen, die teilweise in „Boliden“ wie ASH 25, ASW 28 und ASG 29, Ventus und Duo Diskus an den Start gingen. Diese Flugzeuge warten z. T. mit besseren Flugeigenschaften und einer besseren Gleitzahl auf. Es ist schon ein Unterschied, ob ich aus 1000 m Höhe 60 km weit gleiten kann oder, wie mit dem „Frankenhisser Solzkopp“ , 42 km. Aber im modernen Streckensegelflug kommt es in erster Linie auf fliegerisches Können, auf eine gute Flugplanung und eine gute Flugtaktik an. Die Flugaufgaben bei Meisterschaften haben sich in den letzten 20 Jahren kolossal verändert. Kam es vor einigen Jahren noch darauf an, eine festgelegte Strecke so schnell wie möglich zu fliegen, ist das heute weitaus komplizierter.

Für Frank Krämer und Manfred Otto brachte eine Geschwindigkeitsaufgabe mit festgelegten Wendegebieten (AAT) den endgültigen Sieg. Diese Wendegebiete haben oft einen Radius von mehr als 20 Kilometern. Damit lag die zu fliegende Strecke zwischen minimal 396 und maximal 705 Kilometern. Für diese Distanz mussten die Piloten mindestens 5 Stunden in der Luft bleiben und sollten dabei noch eine hohe Durchschnittsfluggeschwindigkeit erreichen. Frank Krämer, und seinem Co-Piloten Manfred Otto gelang das fast optimal.

Thüringen Meister (Foto: Privat) Thüringen Meister (Foto: Privat)

Foto: Privat- von links nach rechts: Bernd Bormann (Bodenmannschaft), Frank Krämer, Manfred Otto(Siegerteam 2013) vor der DG 505 "Frankenhisser Solzkopp"

In 4:59:01 h ging der Flug von Riesa Canitz erst in Richtung Polen, danach nach Holzdorf südlich von Berlin von dort in Richtung Cottbus und zurück nach Riesa Canitz. 484 Kilometer legten die beiden auf diesem Flug in ihrem Segler zurück und erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,9 km/h. Eine genaue Berechnung der optimalen Wendepunkte unter Beachtung der aktuellen Thermik, des Windes und der vorgeschriebenen Flugzeit führte zu einem zweiten Platz in der Tageswertung und brachte doch den Sieg in der Gesamtwertung.

Der Mai, eigentlich ein vielversprechender Monat für Streckensegelflieger, zeigte sich auch in Riesa nicht von seiner wonnigen Seite. Dass trotzdem 4 Wertungsflüge zusammenkamen, macht deutlich, unter welch schwierigen und anspruchsvollen Bedingungen die Wettbewerbsteilnehmer fliegen mussten und welch fliegerisches Niveau hier vorausgesetzt wurde.

Windgeschwindigkeiten von weit mehr als 30 Stundenkilometer, wenig Sonne und damit wenig Thermik waren an der Tagesordnung. Umso mehr gratulieren wir unseren beiden Piloten vom Aeroclub „Hans Grade“ Bad Frankenhausen, dass sie es unter diesen schwierigen Bedingungen bis aufs oberste Treppchen der Gemischten Klasse geschafft haben. Unterstützung erhielten die beiden vom Flugzeugbauer Bernd Bormann(ebenfalls Aeroclub „Hans Grade“), der sich am Boden um das Wohl der Piloten und des Flugzeuges kümmerte.

Marion Haas
Pressesprecherin des Aeroclub „Hans Grade“ e. V.
Autor: khh

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