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Sudanesische Parlamentarier zu Besuch

Montag, 03. Juni 2013, 23:20 Uhr
Einen Gesprächstermin mit sudanesischen Abgeordneten gab es heute im Landratsamt des Kyffhäuserkreises. Interessant die Diskussion auch um die Erziehung. Hier kn mit den Einzelheiten

Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Durch Organisation und Planung des Mitgliedes des Deutschen Bundestages Johannes Selle (CDU) fand am heutigen Montag ein Gesprächstermin mit Abgeordneten des sudanesischen Parlaments im großen Sitzungssaal des Landratsamtes des Kyffhäuserkreises statt.

Der schwelende Konflikt zwischen dem Nord- und Südsudan sowie mangelnde Verständigungsmöglichkeiten waren für Johannes Selle Anreiz, Kontakte zwischen beiden Parlamenten herzustellen und zu versuchen, einen regelmäßigen Gedankenaustausch zu etablieren.

Selle ist es nunmehr gelungen die Parlamentspräsidenten der Republik Sudan, Ahmed Ibrahim El Tahir sowie der Republik Südsudan, James Wani Igga, als auch weitere Parlamentarier beider Länder in der Zeit vom 03. bis 07. Juni 2013 nach Deutschland einzuladen. Der Besuch soll der Begleitung des Versöhnungsprozesses zwischen Nord- und Südsudan dienen.

Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Rahmen dieses Besuches soll natürlich auch der Wahlkreis von Selle, der Kyffhäuserkreis besucht werden. Nach einem Besuch des Panoramamuseums in Bad Frankenhausen wurde die Delegation von Landrätin Antje Hochwind (SPD) empfangen, hier im Gespräch mit Ahmed Ibrahim El Tahir.

Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Viel Zeit blieb Hochwind allerdings nicht, da sich die Delegation wegen der Hochwassersituation im Kreis Sömmerda verspätet hatte. Dann ging es für Hochwind in den Bildungsausschuss mit dem Thema Schulnetzplanung. Sondershausen Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) ereilte das gleich Schicksal und ließ einige Bücher zur Erinnerung an Sondershausen da.

Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Anschluss wird ihnen das Landratsamt des Kyffhäuserkreises in Sondershausen vorgestellt. Die Aufgabe übernahm Verwaltungsleiter Dr. Heinz Ulrich Thiele. Thiele legte dar, wie sich der Kyffhäuserkreis insbesondere nach der Wende entwickelt hatte und ging dabei besonders auf die rückläufige Entwicklung des Kyffhäuserkreises bei der Bevölkerungsanzahl ein, und erläuterte die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen.

Besonderes Augenmerk legte Dr. Thiele auf Fragen des Föderalismus in Deutschland, aber auch im Freistaat und dem Kyffhäuserkreis und stieß in den späteren Diskussion auf viel Interesse. In der Diskussion bezeichneten die sudanesischen Gäste das System etwas überdemokratisiert. Womit sie in ganz bestimmten Dingen gar nicht so falsch liegen.

Interessant auch die Thematik Grundbuch, weil das im Sudan in dieser Form nicht so geregelt ist. Dort gehören jetzt per Gesetz rund 99 Prozent der Flächen dem Staat, der dann das Land zur Nutzung Verpachtet.

Eine interessante Diskussion entspann sich zum Thema Abwanderung der Jugend aus der Region. Hier stellten die sudanesischen Parlamentarier fest, ihr habt die jungen Leute nicht richtig erzogen und keine Liebe zu ihrer Scholle anerzogen. Und damit traf man wohl doch auf einen wunden Punkt. Wenn hier Dr. Thiele diese fehlende Erziehung nur auf das Resultat der Nachwendezeit erklärte, dann wohl nur, um die Zeit nicht zu sehr zu belasten, denn ob die Erziehung zum Verbleib auf der eigenen "Scholle" jetzt in der Erziehung besser klappt, ob Elternhaus oder Schule, sei mal leicht bezweifelt.

Dr. Thiele erklärte den Parlamentariern wie die Jugend gehalten und wieder zurückgeholt werden soll, so durch bessere Infrastruktur. An Hand von Bildern erläuterte er auch die Ziele der touristischen Wirtschaft des Landkreises.

Selle erläuterte im Gespräch mit kn wo es noch hingehen soll, so zu Dr. Norbert Lammert Bundestagspräsident, Dirk Niebel ,Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Cornelia Pieper Staatsministerin beim Bundesminister des Auswärtigen. Auch eine Abteilung des Kanzleramts soll besucht werden.

Am Vormittag war die Delegation in Erfurt im Thüringer Landtag. Dazu gab es diese Pressemeldung


Parlamentsdelegation aus dem Sudan und Südsudan von Landtagspräsidentin empfangen

Diezel: „Thüringen bietet Rahmen für gemeinsame Gespräche“


Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) empfing heute eine neunköpfige Delegation von Parlamentariern aus den Republiken Sudan und Südsudan. Die Landtagspräsidentin freute sich über den Besuch und die informativen Gespräche: „Afrika ist ein Kontinent mit unterschiedlichsten Regionen, Völkern und Kulturen. In den letzten 60 Jahren konnten wir dort große Unabhängigkeitsbewegungen, viele Konflikte, aber auch enorme wirtschaftliche Entwicklungen beobachten. In diesem Zusammenhang schätze ich insbesondere den persönlichen Kontakt und die direkten Informationen der Berufskollegen zur aktuellen Lage im Sudan und Südsudan.“

Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Thüringer Landtag) Sudanesische Parlamentarier zu Besuch (Foto: Thüringer Landtag)

Parlamentspräsident Eltahir, Bundestagsabgeordneter Selle und Landtagspräsidentin Diezel (v.l.) mit der Delegation im Plenarsaal

Zur Delegation gehörten der sudanesische Parlamentspräsident Ahmed Ibrahim Eltahir und weitere Abgeordnete der jeweiligen Parlamente. Nach dem Empfang im Büro der Präsidentin folgte ein Fototermin im Plenarsaal. Die Parlamentarier beider Staaten sind auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Deutschland gekommen. Begleitet wurde die Delegation vom Bundestagsabgeordneten Johannes Selle, der Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Region ist. Nach ersten Treffen in Thüringen wird das Programm in Berlin fortgesetzt. Neben dem Kennenlernen des politischen Systems der Bundesrepublik auf Landes- und Bundesebene geht es vor allem um das gemeinsame Gespräch der Vertreter aus dem Sudan und Südsudan. Die deutschen Gastgeber möchten so einen Beitrag zur erneuten Annäherung der erst seit 2011 getrennt bestehenden Staaten leisten. Seitens der Gäste kamen beispielsweise Fragen zur Gleichstellung der Geschlechter in hiesiger Politik und Wirtschaft auf.


„Ich begrüße ausdrücklich die Idee der gemeinsamen Gespräche außerhalb der jeweiligen Landesgrenzen. Im Hinblick auf eine wachsende Verständigung der beiden Staaten scheint dies ein geeigneter Rahmen für fruchtbare Diskussionen zu sein. Umso mehr ist es erfreulich, dass u.a. Thüringen ein Ort für Gespräche ist“, äußerte sich die Landtagspräsidentin abschließend.
Autor: khh

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