Bevölkerung zur Energiewende
Mittwoch, 12. Juni 2013, 20:28 Uhr
Zustimmung der ostdeutschen Bevölkerung zur Energiewende weiter hoch – 76 % der Bürger sind für Umbau der Energieversorgung, so das E§rgebnis einer Studie die jetzt der Energieversorger enviaM vorstellt.
Die breite Mehrheit der Bürger in Ostdeutschland befürwortet weiterhin die Energiewende. 76 % halten den Umbau der Energieversorgung nach wie vor für sinnvoll. Ähnlich positiv sehen die Kommunen den Wandel der Energieversorgung. 71 % bejahen die damit zusammenhängenden Maßnahmen. Deutlich skeptischer sind die Unternehmen. Nur 47 % sind mit der Vorgehensweise einverstanden. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie Energiewelt Ost, die das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e. V. an der Universität Leipzig gemeinsam mit der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) zum zweiten Mal durchgeführt hat.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung der Bevölkerung leicht zurückgegangen (-5 %). Im Gegensatz dazu ist bei den Städten und Gemeinden ein geringfügiger Aufwärtstrend (+2 %) zu verzeichnen. Erfreulich ist, dass immer mehr Betriebe das Vorhaben bejahen (+10 %). Die hohe Zustimmung der Bevölkerung und Kommunen für die Energiewende zeigt, dass in Ostdeutschland weiterhin ein positives Klima für den Umbau der Energieversorgung herrscht.
Ohne die Städte und Gemeinden, die die Beschlüsse von Bund und Ländern vor Ort umzusetzen haben, ist ein Gelingen der Energiewende jedoch nicht möglich. Ähnlich verhält es sich bei den Bürgern, deren Akzeptanz ebenfalls entscheidend für den Erfolg des Mammutprojekts ist, so Dr. Oliver Rottmann, Studienleiter und Geschäftsführer des Kompetenzzentrums. Ernst zu nehmen sind nach wie vor die stark verbreiteten Bedenken der Betriebe.
Bürger: Energiewende ja, aber es darf nicht mehr teurer werden.
Damit die Energiewende gelingt, ist aus Sicht der Bürger am wichtigsten, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander abgestimmt werden. Zudem habe der Staat stärker darauf zu achten, die Bevölkerung beim Umbau der Energieversorgung besser mitzunehmen. Die Zielstellung von Bund und Ländern, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben, wird von fast allen Ostdeutschen befürwortet. Hingegen hinterfragen die Bürger immer stärker die Bezahlbarkeit der Energiewende. Die überwiegende Mehrheit fordert, dass Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis reduziert werden müssen. Viele Ostdeutsche befürchten, dass gerade sozial schwache Haushalte ihre Stromrechnung künftig nicht mehr bezahlen können. Über die Hälfte der Bürger lehnt deshalb eine weitere Erhöhung der Strompreise im Zuge der Energiewende ab. Um steigenden Kosten vorzubeugen, will die breite Mehrheit der Bevölkerung Strom sparen. Dabei setzt man vorrangig auf die Anschaffung effizienterer elektrischer Geräte.
Kommunen: Energiewende ja, aber wir müssen auch selber aktiv werden.
Die Kommunen vertreten ähnliche Ansichten wie die Bürger. Ein Großteil der Städte und Gemeinden ist ebenfalls der Auffassung, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander harmonisiert werden müssen. Die breite Mehrheit der Kommunen ist ebenso der Meinung, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangebracht werden sollte. Auch beim Energiesparen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Die Städte und Gemeinden sind mehrheitlich der Ansicht, dass der Energieverbrauch zu senken ist. An erster Stelle bei der Umsetzung der Energiewende steht für die Kommunen allerdings, dass die Stromnetze weiter ausgebaut werden. Dies sei die Grundvoraussetzung für den Umbau der Energieversorgung. Immer mehr Kommunen wollen zudem die Energiewende selber aktiv vorantreiben. Knapp die Hälfte plant ein eigenes Energiekonzept. Dies entspricht einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr. Nur wenige Städte und Gemeinden geben an, bereits über ein entsprechendes Konzept zu verfügen.
Unternehmen: Energiewende nicht um jeden Preis – notfalls werden wir energieautark.
Auch für die Unternehmen hat der Ausbau der Stromnetze erste Priorität. Fast alle befragten Betriebe sehen hierin den entscheidenden Faktor für das Gelingen der Energiewende. Im Gleichklang mit den Bürgen fordern fast drei Viertel, dass Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis gesenkt werden müssen. Ein Großteil ist analog der Bevölkerung sowie der Städte und Gemeinden der Meinung, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander in Einklang zu bringen sind. Im Strommix spielen die konventionellen Energien für die Betriebe nach wie vor eine bedeutende Rolle. Gut zwei Drittel sprechen sich dafür aus, auch neue Kohle- und Gaskraftwerke zu bauen. Im Zuge der Energiewende wandeln sich immer mehr Unternehmen vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger. Fast die Hälfte der Betriebe plant, die eigene Energieerzeugung auszubauen und damit energieautark zu werden.
Die Studie zeigt klar und deutlich, welche Herausforderungen Bürger, Kommunen und Unternehmen in Ostdeutschland für den Erfolg der Energiewende sehen. Ein wichtiger Punkt ist die Bezahlbarkeit. Die Politik ist aufgefordert, die Kosten für den Umbau der Energieversorgung umgehend zu dämpfen. Vorrangig ist vor allem eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, damit die Strompreise nicht weiter steigen, so Carl-Ernst Giesting, enviaM-Vorstandsvorsitzender.
Für die Studie Energiewelt Ost wurde im Rahmen von telefonischen und schriftlichen Befragungen von November 2012 bis Februar 2013 die Einstellung in Ostdeutschland zur Energiewende untersucht. Befragt wurden 1.650 Haushalte, 674 Kommunen und 135 Unternehmen der energieintensiven Industrie.
Die komplette Studie ist im Internet unter http://www.enviaM.de/Unternehmen/enviaMAG/StudieEnergieweltOst abrufbar.
Autor: khhDie breite Mehrheit der Bürger in Ostdeutschland befürwortet weiterhin die Energiewende. 76 % halten den Umbau der Energieversorgung nach wie vor für sinnvoll. Ähnlich positiv sehen die Kommunen den Wandel der Energieversorgung. 71 % bejahen die damit zusammenhängenden Maßnahmen. Deutlich skeptischer sind die Unternehmen. Nur 47 % sind mit der Vorgehensweise einverstanden. Dies ist das zentrale Ergebnis der Studie Energiewelt Ost, die das Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e. V. an der Universität Leipzig gemeinsam mit der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) zum zweiten Mal durchgeführt hat.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zustimmung der Bevölkerung leicht zurückgegangen (-5 %). Im Gegensatz dazu ist bei den Städten und Gemeinden ein geringfügiger Aufwärtstrend (+2 %) zu verzeichnen. Erfreulich ist, dass immer mehr Betriebe das Vorhaben bejahen (+10 %). Die hohe Zustimmung der Bevölkerung und Kommunen für die Energiewende zeigt, dass in Ostdeutschland weiterhin ein positives Klima für den Umbau der Energieversorgung herrscht.
Ohne die Städte und Gemeinden, die die Beschlüsse von Bund und Ländern vor Ort umzusetzen haben, ist ein Gelingen der Energiewende jedoch nicht möglich. Ähnlich verhält es sich bei den Bürgern, deren Akzeptanz ebenfalls entscheidend für den Erfolg des Mammutprojekts ist, so Dr. Oliver Rottmann, Studienleiter und Geschäftsführer des Kompetenzzentrums. Ernst zu nehmen sind nach wie vor die stark verbreiteten Bedenken der Betriebe.
Bürger: Energiewende ja, aber es darf nicht mehr teurer werden.
Damit die Energiewende gelingt, ist aus Sicht der Bürger am wichtigsten, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander abgestimmt werden. Zudem habe der Staat stärker darauf zu achten, die Bevölkerung beim Umbau der Energieversorgung besser mitzunehmen. Die Zielstellung von Bund und Ländern, den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben, wird von fast allen Ostdeutschen befürwortet. Hingegen hinterfragen die Bürger immer stärker die Bezahlbarkeit der Energiewende. Die überwiegende Mehrheit fordert, dass Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis reduziert werden müssen. Viele Ostdeutsche befürchten, dass gerade sozial schwache Haushalte ihre Stromrechnung künftig nicht mehr bezahlen können. Über die Hälfte der Bürger lehnt deshalb eine weitere Erhöhung der Strompreise im Zuge der Energiewende ab. Um steigenden Kosten vorzubeugen, will die breite Mehrheit der Bevölkerung Strom sparen. Dabei setzt man vorrangig auf die Anschaffung effizienterer elektrischer Geräte.
Kommunen: Energiewende ja, aber wir müssen auch selber aktiv werden.
Die Kommunen vertreten ähnliche Ansichten wie die Bürger. Ein Großteil der Städte und Gemeinden ist ebenfalls der Auffassung, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander harmonisiert werden müssen. Die breite Mehrheit der Kommunen ist ebenso der Meinung, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangebracht werden sollte. Auch beim Energiesparen gibt es viele Gemeinsamkeiten. Die Städte und Gemeinden sind mehrheitlich der Ansicht, dass der Energieverbrauch zu senken ist. An erster Stelle bei der Umsetzung der Energiewende steht für die Kommunen allerdings, dass die Stromnetze weiter ausgebaut werden. Dies sei die Grundvoraussetzung für den Umbau der Energieversorgung. Immer mehr Kommunen wollen zudem die Energiewende selber aktiv vorantreiben. Knapp die Hälfte plant ein eigenes Energiekonzept. Dies entspricht einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr. Nur wenige Städte und Gemeinden geben an, bereits über ein entsprechendes Konzept zu verfügen.
Unternehmen: Energiewende nicht um jeden Preis – notfalls werden wir energieautark.
Auch für die Unternehmen hat der Ausbau der Stromnetze erste Priorität. Fast alle befragten Betriebe sehen hierin den entscheidenden Faktor für das Gelingen der Energiewende. Im Gleichklang mit den Bürgen fordern fast drei Viertel, dass Steuern, Abgaben und Umlagen auf den Strompreis gesenkt werden müssen. Ein Großteil ist analog der Bevölkerung sowie der Städte und Gemeinden der Meinung, dass die verschiedenen politischen Konzepte besser miteinander in Einklang zu bringen sind. Im Strommix spielen die konventionellen Energien für die Betriebe nach wie vor eine bedeutende Rolle. Gut zwei Drittel sprechen sich dafür aus, auch neue Kohle- und Gaskraftwerke zu bauen. Im Zuge der Energiewende wandeln sich immer mehr Unternehmen vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger. Fast die Hälfte der Betriebe plant, die eigene Energieerzeugung auszubauen und damit energieautark zu werden.
Die Studie zeigt klar und deutlich, welche Herausforderungen Bürger, Kommunen und Unternehmen in Ostdeutschland für den Erfolg der Energiewende sehen. Ein wichtiger Punkt ist die Bezahlbarkeit. Die Politik ist aufgefordert, die Kosten für den Umbau der Energieversorgung umgehend zu dämpfen. Vorrangig ist vor allem eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, damit die Strompreise nicht weiter steigen, so Carl-Ernst Giesting, enviaM-Vorstandsvorsitzender.
Für die Studie Energiewelt Ost wurde im Rahmen von telefonischen und schriftlichen Befragungen von November 2012 bis Februar 2013 die Einstellung in Ostdeutschland zur Energiewende untersucht. Befragt wurden 1.650 Haushalte, 674 Kommunen und 135 Unternehmen der energieintensiven Industrie.
Die komplette Studie ist im Internet unter http://www.enviaM.de/Unternehmen/enviaMAG/StudieEnergieweltOst abrufbar.
