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Geolift dem Wahlkampf geopfert?

Donnerstag, 20. Juni 2013, 14:56 Uhr
Es ist wohl kaum noch damit zu rechnen, dass der Geolift tatsächlich gebaut wird. Zu lange schon schiebt man eine Entscheidung vor sich her – mit den unterschiedlichsten Begründungen. So beginnt ein Leserbrief, der kn erreichte.

Mit großer Verwunderung musste ich nun lesen, dass der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Johannes Selle (CDU) für eine Verschiebung des Projekts um 2 Jahre eintritt. Galt er für mich doch bisher als einer der eifrigsten Verfechter des Geolifts.

Am 3. April hatte er noch zu meiner Überraschung alle Kyffhäuser-Anrainer eingeladen, um für den Geolift zu werben. Dieses Treffen endete dann mit einer von ihm verfassten Erklärung, die nach langer Diskussion sogar von den erklärten Gegnern des Projekts (Kyffhäuser-Hotel und Marktbetreiber) unterzeichnet wurde! Auf diese Unterschriften legte Herr Selle deshalb so großen
Wert, um dem Kreistag ein zusätzliches Argument zur Befürwortung des Geolifts zu liefern.

Nun also 2 Jahre Verschiebung! Dabei sollte er wissen, dass das gleichbedeutend mit dem endgültigen Aus sein wird, hat man doch das Thüringer Wirtschaftsministerium als Fördermittelgeber ohnehin schon auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Dort wartet man nun schon
annähernd anderthalb Jahre auf ein politisches Signal aus dem Kyffhäuserkreis.
Hinzu kommen noch die Sperrfeuer in Form von Briefen und Petitionen bis hin zur Klageandrohung der o.g. Kyffhäuser-Anrainer.

Es ist das gängige Verhalten von Politikern vor Wahlen. Der Bundestagswahlkampf und der dringende Wunsch auf Wiederwahl lässt bei fast allen Politikern die „Überzeugungen“ zugunsten der populären Themen dahinschmelzen. Und da auch die Kommunalwahlen nicht mehr so weit weg sind, ist auch für viele andere, die wieder in den Kreistag wollen, eine Verwendung des Eigenanteils für die Schulen, für die Sicherheit und die Zukunft unserer Kinder naheliegend.

Wer soll da eigentlich dagegen sein – schnell würde einem da alles Mögliche vorgeworfen! Es ist für mich einfach unzulässig, diese Dinge zu vermengen – sie haben nichts miteinander zu tun – das gilt auch für einen klammen Kyffhäuserkreis!

Und man darf vielleicht auch noch mal die Relationen anführen: 80.000 € sind weniger als 0,4 % der 20,8 Millionen, die für die Umsetzung der Schulnetzplanung veranschlagt sind und die der Landkreis ohnehin über Kredite finanzieren muss. 80.000 € für Planungsleistungen des Geolifts würden jedoch im Falle der Zustimmung zum Projekt mit gefördert – der Eigenanteil wäre dann 8.000 €!

Jeder weiß es: Nie wieder wird es Fördermittel in dieser Konstellation mit nur 10 % Eigenanteil geben! Es wird also eine historische Chance vertan, das Kyffhäuser-Denkmal zukunftsfähig zu machen und damit dem Tourismus in der gesamten Region einen Schub zu geben.
Denn nur der sanierte Turm allein ist noch keine Garantie für einen Besucheransturm – jedenfalls nicht nachhaltig.
Nachhaltig auch im Sinne des demografischen Wandels mit immer älter werdenden Gästen und zugleich attraktivitätssteigernd wäre der Geolift, davon bin ich überzeugt!
Schade, dass das vor allem diejenigen, die sich die Wirtschaftskompetenz angeheftet haben, nicht so sehen!
Hebert Knischka
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: khh

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