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Gleiche Standards

Donnerstag, 20. Juni 2013, 16:42 Uhr
Der Ruf nach gemeinsamen Bildungsstandards in Deutschland wird lauter. Das Thema steht ganz oben auf der Agenda der deutschen Bildungsminister, welche sich heute in der Lutherstadt Wittenberg treffen. Und was sagt die Thüringer Wirtschaft dazu...


Ziel ist der Aufbau eines gemeinsamen Aufgabenpools von Abiturprüfungsaufgaben sowie die Vereinheitlichung der Prüfkriterien. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt fordert die Angleichung der unterschiedlichen Schul- und Bildungsformen. „Unterschiedliche Lehrpläne und Prüfungsstandards in den einzelnen Bundesländern sorgen bei der Wirtschaft und den Eltern für Unzufriedenheit“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Die nationale Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse eines Jahrgangs sei sowohl für Personalchefs als auch für Universitäten eine echte Herausforderung. „Es ist auf den ersten Blick fast unmöglich zu unterscheiden, ob ein schlecht benoteter Ausbildungs- oder Studienplatzbewerber aus Bayern tatsächlich einen höheren Leistungsstand besitzt, als ein Schulabgänger aus Thüringen mit guten Noten“, kritisiert der IHK-Chef. Im Sinne der Chancengleichheit beim Start ins Berufsleben sei nicht nachvollziehbar, weshalb in jedem Bundesland andere Regeln und Standards existierten.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer appelliert an die Thüringer Bildungspolitiker, die Forderungen der Unternehmer und Bürger ernst zu nehmen und den Reformprozess auf nationaler Ebene voranzutreiben. „Thüringen könnte in diesem Prozess eine Vorreiterrolle spielen. Gute bildungspolitische Ansätze und Innovationen – wie längeres gemeinsames Lernen – belegen die Aufgeschlossenheit des Thüringer Bildungssystems zu Veränderungen“, so Grusser.

Beste Erfahrungen habe man dagegen mit dem dualen Aus- und Weiterbildungssystem. Die 80 deutschen Industrie- und Handelskammern hätten hier die Prüfungshoheit. Mit einheitlichen Aufgaben und Standards prüfen ehrenamtliche Arbeitgeber-, Arbeitnehmer und Lehrervertreter die beruflich Qualifizierten. Für Grusser der entscheidende Vorteil, denn egal ob die Prüfung in München, Erfurt oder Hamburg abgelegt wurde, der Unternehmer kann genau einschätzen, was der Bewerber kann.
Autor: red

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