Ein besonderes Jubiläum
Montag, 01. Juli 2013, 09:59 Uhr
Goldenes Jubiläum von Ebelebens Pfarrer Otto Thonhofer im Kloster Tepla (Tschechien). Dazu erreichte kn folgender Bericht.
Am 29. Juni 2013 fand im tschechischen Prämonstratenserkloster Tepla der Festgottesdienst zum Goldenen Priesterjubiläum des
Ein besonderes Jubiläum (Foto: privat)
Ebelebener katholischen Pfarrers Otto Thonhofer statt. Zu Beginn des gut besuchten Gottesdienstes erklärte Otto Thonhofer, dass es seit den 80-er Jahren Freundschaft mit den Prämonstratensern in Tepla pflegt.
In der kommunistischen Zeit war durch den Leerstand ein beginnender Verfall der Klosteranlage zu verzeichnen gewesen, erst 1988 wurde (damals noch geheim) unter den überlebenden und geheim eingetretenen Chorherren wieder ein Abt gewählt. Nach der so genannten samtenen Revolution (1990) wurde dann wieder offiziell ein Ordenskloster zuzüglich einer Herberge errichtet. Der im Jahre 2011gewählte Abt des Stiftes Filip Zdenek Lobkowicz aus dem Adelsgeschlecht der Lobkowitz begrüßte die anwesenden Gottesdienstteilnehmer herzlich in deutscher Sprache.
Der Gottesdienst wurde zweisprachig gehalten, was die Wurzeln Otto Thonhofers aus der deutschsprechenden Sprachinsel Iglau (Jihlava) bekräftigte. Pfarrer Thonhofer sagte, dass er seit Jahren von dem klösterlichen Leben in Tepla und der dort geleisteten Seelsorge beeindruckt sei und intensiven Kontakt halte. Er wünsche sich, dass alle Anwesenden die Gnade des Ortes erfahren sollten und den Ort des Gründers des Klosters und Seligen der katholischen Kirche, Hroznata, als Ort der Glaubens wahrnehmen sollten. Wer dankbar ist, der ist Gott ganz nahe, beschloss er seine einführenden Worte.
In der Predigt ging der ebenfalls aus der Sprachinsel stammende Pfarrer Dieter Lang auf wichtige Etappen im Leben Otto Thonhofers ein. Im Frühjahr 1945 musste Otto Thonhofer nach einer behüteten Kindheit seine Heimat Iglau verlassen. Auf der Flucht musste er die Leiden der Flucht erfahren. Der Vater, ein anerkannter Kieferchirurg, wirkte in den Wirren des Krieges in Prag, doch die Familie konnte nicht zu ihm gelangen. Schlimm war für das Kind Otto Thonhofer, das ihm das wichtigste, ein kleiner Koffer mit Tierfiguren auf der Flucht genommen wurde. Nach verschiedenen Stationen nach der Vertreibung kam die Familie in Dresden an, wo er das Abitur ablegte, bevor er das Theologiestudium in Erfurt aufnahm. Schon frühzeitig begann eine tiefe Freundschaft zu den Komödianten, die sich über all die Jahre vertieft hat. Die Bindung zu schlichten Leuten und das Empfinden einer tiefen Dankbarkeit dieser Menschen waren ihm immer wichtig. Während ein anderer Mitstudent, nämlich Joachim Meisner als Kardinal Karriere machte, ging Otto Thonhofer weiter seinen Weg, den der Bescheidenheit. Wichtig war ihm die persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI. im September 2007 in Rom. Das Zuhören, das kurze, aber intensive Schenken von Zeit seitens des Papstes, habe ihm gut getan.
Die Schlichtheit drückt sich auch in der Barackkirche in Ebeleben aus, es muss kein gotischer oder barocker Dom sein. Das Brennen von vielen Kerzen in der Wohnung in Ebeleben ist ein Ausdruck von Heimat und Glaube, so Pfarrer Lang weiter in seiner Predigt. Was er an Otto Thonhofer schätzt, ist die Fähigkeit des Zuhörens und das Wahrnehmen von Zwischentönen. Ihm sei es wichtig, verstanden und angenommen zu werden, so wie er ist. Erwähnt wurden die priesterlichen Stationen Saalfeld und Themar und seit 1985 Ebeleben. Auf all den Etappen war ihm immer die Mitnahme der Komödianten wichtig. Er sei zum Esel geworden, der viele Lasten getragen und vieles erduldet habe. Die oberen Kirchleitungen lassen manchmal zu viel Macht spüren anstatt Demut walten zu lassen, so ein kritischer Unterton von Pfarrer Lang in der Predigt. Die Teilnahme von Freunden und Wegbegleitern zeige, dass sie das Anliegen Otto Thonhofers verstanden haben, wohin man gehen soll. Seine Aufgabe war und ist es, diese Menschen zu begleiten. Aber auch das Gewähren einer Gnadenzeit für Tiere sei ihm ein wichtiges Anliegen. Er schenke ihnen dabei ein bisschen des Paradieses zurück und gebe ihne Würde im Alter. Bei all seinen Wegstationen war Otto Thonhofer immer die Besinnung auf seine Wurzeln wichtig. So steht im Ebelebener Pfarrgarten ein Kreuz, welches in Richtung der Geburtsstadt Iglau weist.
Nach der Predigt gab es noch einige herzliche Grußworte. So von den Freunden der Iglauer Sprachinselgemeinschaft, von Ebelebens Bürgermeister Uwe Vogt und vom Bürgermeister der Partnergemeinde Mitwitz Hans- Peter Laschka.
Zu Ehren des Jubiläums wurde auf dem Gelände des Klosters eine Blutbuche gepflanzt und gesegnet. Als Dankeschön für die jahrzehntelange Begleitung der Komödianten gab es abends eine Feuer- und Gauklershow von Rolf und The children oft he light, ein deutsch- tschechisches Gemeinschaftsprojekt, wo auch Menschen mit psychischen Erkrankungen eingebunden sind.
Nach dem Festgottesdienst in Tepla folgen weitere Feste des Dankes in Ebeleben und Dresden- Klotzsche.
Fotos: privat
Autor: khhAm 29. Juni 2013 fand im tschechischen Prämonstratenserkloster Tepla der Festgottesdienst zum Goldenen Priesterjubiläum des
Ein besonderes Jubiläum (Foto: privat)
Ebelebener katholischen Pfarrers Otto Thonhofer statt. Zu Beginn des gut besuchten Gottesdienstes erklärte Otto Thonhofer, dass es seit den 80-er Jahren Freundschaft mit den Prämonstratensern in Tepla pflegt.In der kommunistischen Zeit war durch den Leerstand ein beginnender Verfall der Klosteranlage zu verzeichnen gewesen, erst 1988 wurde (damals noch geheim) unter den überlebenden und geheim eingetretenen Chorherren wieder ein Abt gewählt. Nach der so genannten samtenen Revolution (1990) wurde dann wieder offiziell ein Ordenskloster zuzüglich einer Herberge errichtet. Der im Jahre 2011gewählte Abt des Stiftes Filip Zdenek Lobkowicz aus dem Adelsgeschlecht der Lobkowitz begrüßte die anwesenden Gottesdienstteilnehmer herzlich in deutscher Sprache.
Der Gottesdienst wurde zweisprachig gehalten, was die Wurzeln Otto Thonhofers aus der deutschsprechenden Sprachinsel Iglau (Jihlava) bekräftigte. Pfarrer Thonhofer sagte, dass er seit Jahren von dem klösterlichen Leben in Tepla und der dort geleisteten Seelsorge beeindruckt sei und intensiven Kontakt halte. Er wünsche sich, dass alle Anwesenden die Gnade des Ortes erfahren sollten und den Ort des Gründers des Klosters und Seligen der katholischen Kirche, Hroznata, als Ort der Glaubens wahrnehmen sollten. Wer dankbar ist, der ist Gott ganz nahe, beschloss er seine einführenden Worte.
In der Predigt ging der ebenfalls aus der Sprachinsel stammende Pfarrer Dieter Lang auf wichtige Etappen im Leben Otto Thonhofers ein. Im Frühjahr 1945 musste Otto Thonhofer nach einer behüteten Kindheit seine Heimat Iglau verlassen. Auf der Flucht musste er die Leiden der Flucht erfahren. Der Vater, ein anerkannter Kieferchirurg, wirkte in den Wirren des Krieges in Prag, doch die Familie konnte nicht zu ihm gelangen. Schlimm war für das Kind Otto Thonhofer, das ihm das wichtigste, ein kleiner Koffer mit Tierfiguren auf der Flucht genommen wurde. Nach verschiedenen Stationen nach der Vertreibung kam die Familie in Dresden an, wo er das Abitur ablegte, bevor er das Theologiestudium in Erfurt aufnahm. Schon frühzeitig begann eine tiefe Freundschaft zu den Komödianten, die sich über all die Jahre vertieft hat. Die Bindung zu schlichten Leuten und das Empfinden einer tiefen Dankbarkeit dieser Menschen waren ihm immer wichtig. Während ein anderer Mitstudent, nämlich Joachim Meisner als Kardinal Karriere machte, ging Otto Thonhofer weiter seinen Weg, den der Bescheidenheit. Wichtig war ihm die persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI. im September 2007 in Rom. Das Zuhören, das kurze, aber intensive Schenken von Zeit seitens des Papstes, habe ihm gut getan.
Die Schlichtheit drückt sich auch in der Barackkirche in Ebeleben aus, es muss kein gotischer oder barocker Dom sein. Das Brennen von vielen Kerzen in der Wohnung in Ebeleben ist ein Ausdruck von Heimat und Glaube, so Pfarrer Lang weiter in seiner Predigt. Was er an Otto Thonhofer schätzt, ist die Fähigkeit des Zuhörens und das Wahrnehmen von Zwischentönen. Ihm sei es wichtig, verstanden und angenommen zu werden, so wie er ist. Erwähnt wurden die priesterlichen Stationen Saalfeld und Themar und seit 1985 Ebeleben. Auf all den Etappen war ihm immer die Mitnahme der Komödianten wichtig. Er sei zum Esel geworden, der viele Lasten getragen und vieles erduldet habe. Die oberen Kirchleitungen lassen manchmal zu viel Macht spüren anstatt Demut walten zu lassen, so ein kritischer Unterton von Pfarrer Lang in der Predigt. Die Teilnahme von Freunden und Wegbegleitern zeige, dass sie das Anliegen Otto Thonhofers verstanden haben, wohin man gehen soll. Seine Aufgabe war und ist es, diese Menschen zu begleiten. Aber auch das Gewähren einer Gnadenzeit für Tiere sei ihm ein wichtiges Anliegen. Er schenke ihnen dabei ein bisschen des Paradieses zurück und gebe ihne Würde im Alter. Bei all seinen Wegstationen war Otto Thonhofer immer die Besinnung auf seine Wurzeln wichtig. So steht im Ebelebener Pfarrgarten ein Kreuz, welches in Richtung der Geburtsstadt Iglau weist.
Nach der Predigt gab es noch einige herzliche Grußworte. So von den Freunden der Iglauer Sprachinselgemeinschaft, von Ebelebens Bürgermeister Uwe Vogt und vom Bürgermeister der Partnergemeinde Mitwitz Hans- Peter Laschka.
Zu Ehren des Jubiläums wurde auf dem Gelände des Klosters eine Blutbuche gepflanzt und gesegnet. Als Dankeschön für die jahrzehntelange Begleitung der Komödianten gab es abends eine Feuer- und Gauklershow von Rolf und The children oft he light, ein deutsch- tschechisches Gemeinschaftsprojekt, wo auch Menschen mit psychischen Erkrankungen eingebunden sind.
Nach dem Festgottesdienst in Tepla folgen weitere Feste des Dankes in Ebeleben und Dresden- Klotzsche.
Fotos: privat












