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Örtliche Behörden "mauern"?

Montag, 12. August 2013, 04:43 Uhr
Eigentlich sollte die Ortsumfahrung Hachelbich viele Verbesserungen bringen, aber jetzt muss man sogar den Thüringer Landtag einschalten, um unbedingt notwendige Gefahrenstellen zu beseitigen. Trotz Empfehlungen der Landesregierung, zeigen sich die örtlichen Behörden, wie Nordthüringer Straßenbauamt und Landratsamt Kyffhäuserkreis, immer noch recht nicht umsetzungsfreudig. Hier kn mit den Einzelheiten.

Kaum war die Ortsumfahrung Hachelbich in Betrieb genommen worden, fing auch schon der Ärger für die Anwohner in der Schneidstraße von Hachelbich los. Obwohl die Straße innerhalb der Ortslage Hachelbich liegt, wurde die Straße für Tempo 70 km/h frei gegeben, sehr zum Leidwesen der Anwohner, denn es ergab sich eine eine nicht unerhebliche Lärmbelastung. Dazu kommt, dass die Straße regelrecht zum „Rasen“ einlädt, berichten Anwohner. Viele Kraftfahrer halten die Höchstgeschwindigkeit nicht ein. Geschwindigkeitskontrollen wurden bisher nicht beobachtet.

Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zum Thema Geschwindigkeitsbegrenzung gibt es aber weitere Ungereimtheiten, die den Anwohnern nicht verständlich sind. Dort, wo die Bebauung weit entfernt ist, und es sogar einn Lärmschutzwall gibt, dort wird die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h herunter gesetzt (weißes Kreuz).

Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Neben mündlichen Beschwerden gab es auch schriftliche Beschwerden bei Landratsamt Kyffhäuserkreis, so Hans-Peter Henkel vom 13.08.2012. Aber es geht nicht nur um Lärmbelastung bei der Ortsumfahrung. Es gab auch viele weitere Ungereimtheiten, die bei so einem Neubau einer Straße nicht vorkommen dürfte. Der Baumschutzstreifen, der mal vollständig die Schneidstraße abschirmte, wurde nur ein kurzes Stück angelegt (im Bild oben beim 1. Bild). Weder wurde bisher der Schutzstreifen weiter bepflanzt, noch wurden an anderen Stellen Ersatzpflanzungen vorgenommen, so Hans-Peter Henkel im Gespräch mit kn.

Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der größte „Klops“ der ganzen Ortsumfahrung kommt aber noch. Es wurde bei der ganzen Baumaßnahme Ortsumfahrung nicht beachtet, dass es eine ganze Reihe Fußgänger und Wanderer gab und gibt, die gern in Richtung Schneidtal (Marienbrunnen) oder Possen wandern. Früher ging die Schneidstraße direkt in die Straße zum Schneidtal über. Mit der Ortsumfahrung ist jetzt aber Schluss damit. Es gibt nicht mal den kleinsten Weg um ins Schneidtal zu kommen. Mit einer Ausnahme:
Man muss in der Kurve sehen, dass man durch den angedeuteten Straßengraben doch mal schnell über die Straße kommt. Wanderer und Fußgänger müssen sich aber sputen, denn die Kraftfahrer kommen mit 70 km/h meist angeschossen und oft auch noch schneller!!!! Betroffen sind davon auch die Wanderer des überregionalen Hauptwanderwegs Eisenach – Wernigerode (blaues Kreuz als Wegekennzeichnung).

Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Noch ärger trifft es die Radwanderer auf dem RuS „Rund um Sondershausen“! Die werden per Beschilderung erst auf die Schneidstraße gelockt und müssen dann, weil die Straße abrupt endet, ihr Fahrrad dann in der Kurve durch den Straßengraben in Richtung Schneidtal schieben, wenn sie den RuS benutzen wollen.

Aber nicht nur Eingaben an das Landratsamt Kyffhäuserkreis wurden gemacht. Die ganze Problematik landete per Petition (E-205/13-BE-171/13) bereits beim Thüringer Landtag.

Obwohl es bereits einen Ortstermin zum Thema gab, hat sich bisher nicht viel getan. Beim Ortstermin dabei waren u.a. Nordthüringer Straßenbauamt, Landratsamt, Gemeinde und der Kreiswegewart Wandern.

Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Örtliche Behörden "mauern" (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In einer Stellungnahme des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wurde zumindest bereits eingeräumt, dass in der Kurve tatsächlich die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h herabgesetzt werden müsste. Warum so eine einfache und schnell auszuführende Aufgabe noch nicht realisiert wurde, ist einfach nicht nachvollziehbar.

Das auch in Sachen Fuß- und Radweg etwas getan werden muss, räumte man in einem Zwischenbescheid (25. Juni 2013) zur Petition bereits ein. Die Gemeinde solle ein Stück Weg erwerben, um den Zugang zum Schneidtal besser ermöglichen zu können.

Die Behörden strotzen ja nicht gerade von Schnelligkeit. In wenigen Tagen ist die Eingabe von Hans-Peter Henkel bereits ein Jahr alt und bisher ist aus Richtung Landratsamt zum Thema Geschwindigkeitsbegrenzung noch keine klare Aussage getroffen oder wenigstens in Zusammenarbeit mit dem Straßenbauamt die Kurve entschärft worden. Auch wenn man schon am 20.08.2012 in einem Schreiben andeutete, die Bearbeitung der Eingabe würde etwas länger dauern, aber ein Jahr und wenig konkretes aus dem Landratsamt ist nach Ansicht der Anwohner einfach zu wenig.

Zumindest wurde im Zwischenbescheid der Petition bereits angekündigt, dass im 4. Quartal 2013 wenigstens die Baumstreifen in der Schneidstraße gepflanzt werden sollen. Damit ist allerdings für die direkten Anwohner das Problem der Lärmbelästigung wohl noch nicht vom Tisch!

Man darf gespannt sein, wann sich dann wenigstens etwas Sichtbares für Radfahrer, Fußgänger und Wanderer ergeben wird. Es wird ja hoffentlich nicht noch ein weiteres Jahr ins Land gehen. Wenn einige Bewohner von Hachelbich meinen, bei der Planung der Ortsumfahrung waren bestimmt nur Autofahrer am Werke, so liegt man wahrscheinlich gar nicht so falsch.
Autor: khh

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