Was ist eigentlich "Lernen vor Ort"
Freitag, 23. August 2013, 00:25 Uhr
Nicht nur das Team von Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis sondern auch kn wurde nach einer Serie von Veröffnetlichungen gefragt. Hier antwortet das Team selbst.
Bei verschiedenen Anlässen wird unser Team regelmäßig gefragt, was Lernen vor Ort eigentlich sei. Zuletzt geschah das am 1. August bei der Podiumsdiskussion zu "Bildung im Spannungsfeld zwischen Bund, Land und Kommune" mit Bundestagskandiaten in Sondershausen. In der Tat ist es für uns gar nicht so einfach, diese Frage in den stets geforderten "drei kurzen Sätzen" ausreichend zu beantworten. Drei Sätze sind immer noch zu wenig, aber wir versuchen es trotzdem:
Vorbemerkung
Bildung ist Ländersache! Dieser Gemeinplatz gehört seit Jahrzehnten zu den Grundfesten der Bundesrepublik. Ist Bildung lediglich Ländersache? Auch Kommunen haben entgegen der landläufigen Meinung einen großen Einfluss auf die Ausprägung des lokalen Bildungssektors. Denn Bildung findet zumeist dort statt, wo die Menschen leben. Bildung meint dabei nicht allein Schulbildung, sondern Bildung als ganzheitlichen Lebensprozess. Bildung ist eine wichtige Zukunftsressource für Regionen. Nur wo es gut ausgebildete, zufriedene Menschen und ein vielseitiges Bildungsangebot gibt, wird eine Kommune langfristig als Heimat attraktiv bleiben. Ein Kind, das zu Hause ein Instrument lernt, bildet sich non-formal. In Familien und Freundeskreisen weitergetragene Erfahrungen und Ansichten, Werkzeuge des Lebens, werden informell weitergegeben. All das geschieht geografisch betrachtet innerhalb der Kommune, also vor Ort.
Zudem befinden sich Kindergärten, Volkshochschulen, Bibliotheken, Musikschulen und andere Bildungseinrichtungen in Trägerschaft von Stadt- und Kreisverwaltungen. Auch Schulverwaltung und Schulnetzplanung obliegen den Landkreisen. Regionale Jobbörsen sollen Jugendlichen die Ausbildungsplatzwahl erleichtern. Des Weiteren sind auf kommunaler Ebene zahlreiche Einrichtungen ansässig, die Bildungsangebote vorhalten und damit zur Gestaltung der regionalen Bildungslandschaft beitragen. Diese lokalen Bildungsexperten können z.B. Kammern sein, die Agentur für Arbeit, freie Bildungsträger oder Vereine. Bildung ist eine hoheitliche Aufgabe der Länder, sie wird jedoch in der Kommune mit Leben gefüllt und wirkt sich somit auf die Lebensqualität in einer Region aus. An dieser Stelle knüpft Lernen vor Ort an.
Das ist Lernen vor Ort
Lernen vor Ort setzt das Thema Bildung auf die Agenda des Landkreises. Unser Projekt unterstützt die Kommune Kyffhäuserkreis auf verschiedene Weise dabei, eine nachhaltige, abgestimmte Zukunftsstrategie für den Bereich Bildung zu entwickeln. Diese Strategie soll dabei helfen, den Landkreis für die hier Lebenden Menschen langfristig attraktiv zu machen.
Dieses eher abstrakte Vorhaben hat eine handfeste Grundlage. Seit Projektbeginn im Jahr 2009 erhebt Lernen vor Ort statistische Daten zum kommunalen Bildungssektor, die durch das Arbeitsfeld Bildungsmonitoring aufbereitet und ausgewertet werden. Aufbauend auf diesen Daten gelang es, die kommunale Bildungslandschaft in Form eines Bildungsberichts erstmals in ihrer Gesamtheit abzubilden, Handlungsfelder abzustecken und Herausforderungen zu definieren. Das Bildungsmonitoring ist ein zentrales Element des Projekts und gibt dem Landkreis die Möglichkeit, Gestaltungsmöglichkeiten für den kommunalen Bildungssektor auszuschöpfen sowie eine fundierte Bildungsplanung zu entwickeln. Daran sollen möglichst viele regionale Akteure beteiligt werden. Verwaltung, Politik, Bildungsanbieter und Betroffene arbeiten in Form von Arbeitsgruppen und über eine partizipative Planungskultur gemeinsam an der Ausgestaltung des kommunalen Bildungssektors.
Unter dem Schlagwort "partizipatives Verwaltungshandeln" wird im Kreis eine neue, auf Kooperation basierende Planungs- und Diskurskultur entwickelt, die eine den Bedürfnissen und Herausforderungen angemessene (Bildungs-) Politik fördert. Daran anknüpfend soll das Thema Bildung bis Mitte 2014 in Form eines "kommunalen Bildungsmanagements" – also einer Koordinierungsstelle für den Bereich Bildung – in der Kreisverwaltung verankert werden. Daneben besteht Lernen vor Ort aus den "Aktionsfeldern" Bildungsberatung, Zukunftsthemen und Bildungsübergänge, die als Ergänzung des kommunalen Bildungsmanagements Modellprojekte mit Bezug zu den Themen Lernen im Lebenslauf, Ausbildung, Weiterbildung und nachhaltige Entwicklung entwickeln. Konkret kann Lernen vor Ort bisher u.a. folgende Ergebnisse vorweisen:
Initiierung von fünf thematischen Arbeitsgruppen (Expertenrunden)
Veröffentlichung des ersten Bildungsberichts für den Kyffhäuserkreis (2011)
Eröffnung des kommunalen Bildungsberatungsbüros Kyffhäuserkreis (2012)
Positionspapiere zum Erhalt des Ausbildungsstandorts Kyffhäuserkreis (2012)
Durchführung mehrerer Modellprojekte zum Thema Bildungspolitik mit Schulen
Durchführung mehrerer öffentlicher Veranstaltungen zur Zukunft der Bildung im Kyffhäuserkreis
Entwicklung des kommunalen Bildungsportals www.bildungskompass-kyf.de
Einführung eines IT-Tools zur Datenanalyse in der Kreisverwaltung
Das Projekt wird gesteuert von einer Lenkungsgruppe, welche aus Vertretern von Verwaltung, Politik, Land, Agentur, Jobcenter, Wirtschaft, Trägern und Stiftungen besteht. Durch die Einbindung verwaltungsinterner und externer Bildungsakteure ist eine hohe Transparenz und damit verbunden die Möglichkeit zur Einbindung verschiedenster fachlicher Hintergründe in den Verlauf des Projektes gegeben. Dies ist generell Ziel und Arbeitsweise des Vorhabens: durch ressortübergreifendes, vernetztes Arbeiten eine höchstmögliche Wirkung zu erreichen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an info@lernen-vor-ort-kyf. Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier.
Cornelia Naumann
Lernen vor Ort
Autor: khhBei verschiedenen Anlässen wird unser Team regelmäßig gefragt, was Lernen vor Ort eigentlich sei. Zuletzt geschah das am 1. August bei der Podiumsdiskussion zu "Bildung im Spannungsfeld zwischen Bund, Land und Kommune" mit Bundestagskandiaten in Sondershausen. In der Tat ist es für uns gar nicht so einfach, diese Frage in den stets geforderten "drei kurzen Sätzen" ausreichend zu beantworten. Drei Sätze sind immer noch zu wenig, aber wir versuchen es trotzdem:
Vorbemerkung
Bildung ist Ländersache! Dieser Gemeinplatz gehört seit Jahrzehnten zu den Grundfesten der Bundesrepublik. Ist Bildung lediglich Ländersache? Auch Kommunen haben entgegen der landläufigen Meinung einen großen Einfluss auf die Ausprägung des lokalen Bildungssektors. Denn Bildung findet zumeist dort statt, wo die Menschen leben. Bildung meint dabei nicht allein Schulbildung, sondern Bildung als ganzheitlichen Lebensprozess. Bildung ist eine wichtige Zukunftsressource für Regionen. Nur wo es gut ausgebildete, zufriedene Menschen und ein vielseitiges Bildungsangebot gibt, wird eine Kommune langfristig als Heimat attraktiv bleiben. Ein Kind, das zu Hause ein Instrument lernt, bildet sich non-formal. In Familien und Freundeskreisen weitergetragene Erfahrungen und Ansichten, Werkzeuge des Lebens, werden informell weitergegeben. All das geschieht geografisch betrachtet innerhalb der Kommune, also vor Ort.
Zudem befinden sich Kindergärten, Volkshochschulen, Bibliotheken, Musikschulen und andere Bildungseinrichtungen in Trägerschaft von Stadt- und Kreisverwaltungen. Auch Schulverwaltung und Schulnetzplanung obliegen den Landkreisen. Regionale Jobbörsen sollen Jugendlichen die Ausbildungsplatzwahl erleichtern. Des Weiteren sind auf kommunaler Ebene zahlreiche Einrichtungen ansässig, die Bildungsangebote vorhalten und damit zur Gestaltung der regionalen Bildungslandschaft beitragen. Diese lokalen Bildungsexperten können z.B. Kammern sein, die Agentur für Arbeit, freie Bildungsträger oder Vereine. Bildung ist eine hoheitliche Aufgabe der Länder, sie wird jedoch in der Kommune mit Leben gefüllt und wirkt sich somit auf die Lebensqualität in einer Region aus. An dieser Stelle knüpft Lernen vor Ort an.
Das ist Lernen vor Ort
Lernen vor Ort setzt das Thema Bildung auf die Agenda des Landkreises. Unser Projekt unterstützt die Kommune Kyffhäuserkreis auf verschiedene Weise dabei, eine nachhaltige, abgestimmte Zukunftsstrategie für den Bereich Bildung zu entwickeln. Diese Strategie soll dabei helfen, den Landkreis für die hier Lebenden Menschen langfristig attraktiv zu machen.
Dieses eher abstrakte Vorhaben hat eine handfeste Grundlage. Seit Projektbeginn im Jahr 2009 erhebt Lernen vor Ort statistische Daten zum kommunalen Bildungssektor, die durch das Arbeitsfeld Bildungsmonitoring aufbereitet und ausgewertet werden. Aufbauend auf diesen Daten gelang es, die kommunale Bildungslandschaft in Form eines Bildungsberichts erstmals in ihrer Gesamtheit abzubilden, Handlungsfelder abzustecken und Herausforderungen zu definieren. Das Bildungsmonitoring ist ein zentrales Element des Projekts und gibt dem Landkreis die Möglichkeit, Gestaltungsmöglichkeiten für den kommunalen Bildungssektor auszuschöpfen sowie eine fundierte Bildungsplanung zu entwickeln. Daran sollen möglichst viele regionale Akteure beteiligt werden. Verwaltung, Politik, Bildungsanbieter und Betroffene arbeiten in Form von Arbeitsgruppen und über eine partizipative Planungskultur gemeinsam an der Ausgestaltung des kommunalen Bildungssektors.
Unter dem Schlagwort "partizipatives Verwaltungshandeln" wird im Kreis eine neue, auf Kooperation basierende Planungs- und Diskurskultur entwickelt, die eine den Bedürfnissen und Herausforderungen angemessene (Bildungs-) Politik fördert. Daran anknüpfend soll das Thema Bildung bis Mitte 2014 in Form eines "kommunalen Bildungsmanagements" – also einer Koordinierungsstelle für den Bereich Bildung – in der Kreisverwaltung verankert werden. Daneben besteht Lernen vor Ort aus den "Aktionsfeldern" Bildungsberatung, Zukunftsthemen und Bildungsübergänge, die als Ergänzung des kommunalen Bildungsmanagements Modellprojekte mit Bezug zu den Themen Lernen im Lebenslauf, Ausbildung, Weiterbildung und nachhaltige Entwicklung entwickeln. Konkret kann Lernen vor Ort bisher u.a. folgende Ergebnisse vorweisen:
Initiierung von fünf thematischen Arbeitsgruppen (Expertenrunden)
Veröffentlichung des ersten Bildungsberichts für den Kyffhäuserkreis (2011)
Eröffnung des kommunalen Bildungsberatungsbüros Kyffhäuserkreis (2012)
Positionspapiere zum Erhalt des Ausbildungsstandorts Kyffhäuserkreis (2012)
Durchführung mehrerer Modellprojekte zum Thema Bildungspolitik mit Schulen
Durchführung mehrerer öffentlicher Veranstaltungen zur Zukunft der Bildung im Kyffhäuserkreis
Entwicklung des kommunalen Bildungsportals www.bildungskompass-kyf.de
Einführung eines IT-Tools zur Datenanalyse in der Kreisverwaltung
Das Projekt wird gesteuert von einer Lenkungsgruppe, welche aus Vertretern von Verwaltung, Politik, Land, Agentur, Jobcenter, Wirtschaft, Trägern und Stiftungen besteht. Durch die Einbindung verwaltungsinterner und externer Bildungsakteure ist eine hohe Transparenz und damit verbunden die Möglichkeit zur Einbindung verschiedenster fachlicher Hintergründe in den Verlauf des Projektes gegeben. Dies ist generell Ziel und Arbeitsweise des Vorhabens: durch ressortübergreifendes, vernetztes Arbeiten eine höchstmögliche Wirkung zu erreichen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an info@lernen-vor-ort-kyf. Eine ausführliche Projektbeschreibung finden Sie hier.
Cornelia Naumann
Lernen vor Ort
