Schwerefeld wird untersucht
Montag, 26. August 2013, 07:39 Uhr
Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik startet ab heute gravimetrische Messungen in Bad Frankenhausen und Umgebung. Hier kn mit den Einzelheiten, die vom Landesamt von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie kommt.
In der Zeit vom 26.08. bis 30.08.2013 und 09.09. bis 13.09.2013 führt das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), Hannover, in Bad Frankenhausen und Umgebung gravimetrische Messungen durch. Das LIAG ist als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft eine von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Forschungseinrichtung. Es bearbeitet auf verschiedenen, gesellschaftlich relevanten Gebieten geowissenschaftliche Fragestellungen; seine Ausrichtung ist dabei stark geophysikalisch orientiert. Das LIAG hat sich vor allen die Untersuchung der obersten Erdkruste, die für eine unmittelbare wirtschaftliche Nutzung und Daseinsvorsorge von größter Bedeutung ist, zu seiner Aufgabe gemacht.
Es kooperiert eng mit den geologischen Diensten der Länder, Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen unter Einbeziehung der Industrie. Gravimetrie Die Gravimetrie beschäftigt sich mit der Bestimmung des Schwerefeldes der Erde und anderer Himmelskörper als Funktion des Ortes und der Zeit. Dafür werden Messungen an oder nahe der Erdoberfläche durchgeführt. Hochempfindliche Messgeräte, sogenannte Gravimeter, ermöglichen die Erfassung kleinster Schwereänderungen, die in der Größenordnung von einem Milliardstel des für Deutschland in guter Näherung gültigen Absolutbetrages von 9,81 m/sec2 liegen. Die Messungen werden stationär, auf Profilen oder flächenhaft durchgeführt und erfolgen vollkommen zerstörungsfrei.
Um die an unterschiedlichen Lokationen gewonnenen Messwerte vergleichbar und damit interpretierbar zu machen, ist eine umfangreiche Datenbearbeitung notwendig. Die angewandte Gravimetrie wird beispielsweise eingesetzt, um die geologische Struktur des Untergrundes zu erforschen. Die konkrete Aufgabe ist in der physikalisch-mathematischen Modellierung des Untergrundes zu sehen. Der für diese Methode relevante physikalische Parameter ist die Dichte (Masse pro Volumeneinheit) der Gesteine bzw. deren räumliche Variation. Ziel der Untersuchungen Für die Jahre 2013 und 2014 planen das LIAG und die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) die Realisierungen von zwei Forschungsbohrungen zur Erkundung der geologischen Verhältnisse in Bad Frankenhausen und Umgebung.
Die interdisziplinären geowissenschaftlichen Arbeiten dienen insbesondere dem tieferen Verständnis der in dieser Region zu beobachtenden Subrosionsprozesse, deren Folgen an der Erdoberfläche in Form von Erdfällen (z.B. Große Äbtissinengrube), lokalen Senken (z.B. Esperstedter Ried) oder kompliziertem Baugrund (z.B. Oberkirche) zu beobachten sind. Unter Subrosion wird die unterirdische Ablaugung von leicht löslichen Gesteinen wie Steinsalz, Anhydrit, Gips und Kalkstein durch zumeist Grundwasser verstanden. Sie hat häufig natürliche Ursachen und ist in vielen Regionen Deutschlands zu beobachten. Die ablaufenden Prozesse werden dabei maßgeblich durch die lokale Geologie gesteuert. Die gravimetrischen Messungen dienen der Vorerkundung eines möglichen Bohrpunktes und der Charakterisierung der regionalen geologischen Situation. Insbesondere soll die Position und räumliche Lage der Kyffhäuser-Südrand-Störung besser erfasst werden, deren geologische Ausbildung für das Auftreten von Erdfällen in dieser Region mit verantwortlich ist.
Später werden diese Arbeiten durch seismische Messungen ergänzt. Auch sind wiederholte gravimetrische Messungen geplant, um Massenveränderungen im Untergrund zu erfassen.
Auf der Homepage der Stadt Bad Frankenhausen http://www.bad-frankenhausen.de/wirtschaft-entwicklung/%20entwicklung/aktuelle-projekte/gravimetrische-messungen/
gibt es weitere Informationen.
Autor: khhIn der Zeit vom 26.08. bis 30.08.2013 und 09.09. bis 13.09.2013 führt das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG), Hannover, in Bad Frankenhausen und Umgebung gravimetrische Messungen durch. Das LIAG ist als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft eine von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Forschungseinrichtung. Es bearbeitet auf verschiedenen, gesellschaftlich relevanten Gebieten geowissenschaftliche Fragestellungen; seine Ausrichtung ist dabei stark geophysikalisch orientiert. Das LIAG hat sich vor allen die Untersuchung der obersten Erdkruste, die für eine unmittelbare wirtschaftliche Nutzung und Daseinsvorsorge von größter Bedeutung ist, zu seiner Aufgabe gemacht.
Es kooperiert eng mit den geologischen Diensten der Länder, Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen unter Einbeziehung der Industrie. Gravimetrie Die Gravimetrie beschäftigt sich mit der Bestimmung des Schwerefeldes der Erde und anderer Himmelskörper als Funktion des Ortes und der Zeit. Dafür werden Messungen an oder nahe der Erdoberfläche durchgeführt. Hochempfindliche Messgeräte, sogenannte Gravimeter, ermöglichen die Erfassung kleinster Schwereänderungen, die in der Größenordnung von einem Milliardstel des für Deutschland in guter Näherung gültigen Absolutbetrages von 9,81 m/sec2 liegen. Die Messungen werden stationär, auf Profilen oder flächenhaft durchgeführt und erfolgen vollkommen zerstörungsfrei.
Um die an unterschiedlichen Lokationen gewonnenen Messwerte vergleichbar und damit interpretierbar zu machen, ist eine umfangreiche Datenbearbeitung notwendig. Die angewandte Gravimetrie wird beispielsweise eingesetzt, um die geologische Struktur des Untergrundes zu erforschen. Die konkrete Aufgabe ist in der physikalisch-mathematischen Modellierung des Untergrundes zu sehen. Der für diese Methode relevante physikalische Parameter ist die Dichte (Masse pro Volumeneinheit) der Gesteine bzw. deren räumliche Variation. Ziel der Untersuchungen Für die Jahre 2013 und 2014 planen das LIAG und die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) die Realisierungen von zwei Forschungsbohrungen zur Erkundung der geologischen Verhältnisse in Bad Frankenhausen und Umgebung.
Die interdisziplinären geowissenschaftlichen Arbeiten dienen insbesondere dem tieferen Verständnis der in dieser Region zu beobachtenden Subrosionsprozesse, deren Folgen an der Erdoberfläche in Form von Erdfällen (z.B. Große Äbtissinengrube), lokalen Senken (z.B. Esperstedter Ried) oder kompliziertem Baugrund (z.B. Oberkirche) zu beobachten sind. Unter Subrosion wird die unterirdische Ablaugung von leicht löslichen Gesteinen wie Steinsalz, Anhydrit, Gips und Kalkstein durch zumeist Grundwasser verstanden. Sie hat häufig natürliche Ursachen und ist in vielen Regionen Deutschlands zu beobachten. Die ablaufenden Prozesse werden dabei maßgeblich durch die lokale Geologie gesteuert. Die gravimetrischen Messungen dienen der Vorerkundung eines möglichen Bohrpunktes und der Charakterisierung der regionalen geologischen Situation. Insbesondere soll die Position und räumliche Lage der Kyffhäuser-Südrand-Störung besser erfasst werden, deren geologische Ausbildung für das Auftreten von Erdfällen in dieser Region mit verantwortlich ist.
Später werden diese Arbeiten durch seismische Messungen ergänzt. Auch sind wiederholte gravimetrische Messungen geplant, um Massenveränderungen im Untergrund zu erfassen.
Auf der Homepage der Stadt Bad Frankenhausen http://www.bad-frankenhausen.de/wirtschaft-entwicklung/%20entwicklung/aktuelle-projekte/gravimetrische-messungen/
gibt es weitere Informationen.
