Literarisches Triptychon
Dienstag, 03. September 2013, 11:08 Uhr
Der berühmte Schweizer Schriftsteller Alex Capus liest nächste Woche in der Aula des Herder-Gymnasiums aus seinem neuen Roman Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer.
Er hat ein eigenes Genre geschaffen: einen historischen Roman, der nicht zu den fetten Ölfarben greifen muss und den Leser mit Details überfüttert, sondern leicht und elegant durch das Terrain der Vergangenheit pflügt, sein eigenes Tun dabei stets bewusst hält, reflektiert und gelegentlich auch ironisch beleuchtet. Diese Hommage des Zürcher Tages-Anzeigers zielt –und das mit Recht- auf den Journalisten und Schriftsteller Alex Capus ab. Er lebt und schreibt in der Schweiz – und Letzteres seit Jahren sehr erfolgreich. Den Stoff für seine Romane sucht er in der Vergangenheit. Umfangreiche Recherchen legen stets die Grundlage für ein Buchprojekt. Seine Romane haben Patina, wirken aber nicht alt.
Der Bahnhof als Ort spielt für den 1961 in der Normandie geborenen Alex Capus seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle. Hier hat er sich nach dem Querflötenunterricht in der Wahlheimatstadt seiner Eltern, im schweizerischen Olten, auf den Postwagen gesetzt und fasziniert die Passanten beobachtet – mit all den sichtbaren Komödien und Tragödien. Und diese zufälligen Begegnungen zeichnen sich durch Einmaligkeit aus, denn kaum eine Person habe ich später wieder getroffen, so Capus im Interview. Und dieses Phänomen des realen Lebens nutzt er für sein phantasievolles Flechtwerk Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer. Der Roman erschien Ende Juli im Hanser-Verlag.
Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in diesem Roman: Ein Jüngling träumt vom Weltfrieden und wird zum Bombenbauer. Ein Mädchen will Sängerin werden und endet als Spionin. Ein Kunststudent geht nach Troja und wird zum größten Fälscher aller Zeiten. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich, wo die Geschichte einsetzt. Danach führen ihre Wege auseinander und bleiben doch auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Biographisch verknüpft der Autor nicht irgendwelche Biographien. Mit Felix Bloch nimmt er den Nobelpreisträger für Physik von 1952, der am Atombombenprojekt der Amerikaner mitarbeitete, auf. Demgegenüber wirkt das abenteuerliche Leben der Sängerin und italienischen Mata Hari, Laura d’Oriano, schicksalhaft. Und den als Zeichner im Dienste Heinrich Schliemanns stehenden Emile Gillièron lässt er den ebenfalls mit großer Zeichenbegabung ausgestatteten Sohn folgen, der mit Arthur Evans das antike Knossos rekonstruiert.
Alex Capus verquickt elegant zeitgeschichtliche und biographische Daten mit Fiktivem und stilisiert sich damit zu einem Meister der Suggestion. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt er den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden, die durch die Macht der Umstände gezwungen wurden, von ihren Träumen abzulassen – um schließlich doch in der Niederlage zu triumphieren.
Beginn der Lesung ist am Dienstag, 10. September um 19.30 Uhr in der Aula des Herdergymasiums. Der Eintritt beträgt 7,-Euro für Erwachsene und 2,- Euro für Schüler.
Autor: nnzEr hat ein eigenes Genre geschaffen: einen historischen Roman, der nicht zu den fetten Ölfarben greifen muss und den Leser mit Details überfüttert, sondern leicht und elegant durch das Terrain der Vergangenheit pflügt, sein eigenes Tun dabei stets bewusst hält, reflektiert und gelegentlich auch ironisch beleuchtet. Diese Hommage des Zürcher Tages-Anzeigers zielt –und das mit Recht- auf den Journalisten und Schriftsteller Alex Capus ab. Er lebt und schreibt in der Schweiz – und Letzteres seit Jahren sehr erfolgreich. Den Stoff für seine Romane sucht er in der Vergangenheit. Umfangreiche Recherchen legen stets die Grundlage für ein Buchprojekt. Seine Romane haben Patina, wirken aber nicht alt.
Der Bahnhof als Ort spielt für den 1961 in der Normandie geborenen Alex Capus seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle. Hier hat er sich nach dem Querflötenunterricht in der Wahlheimatstadt seiner Eltern, im schweizerischen Olten, auf den Postwagen gesetzt und fasziniert die Passanten beobachtet – mit all den sichtbaren Komödien und Tragödien. Und diese zufälligen Begegnungen zeichnen sich durch Einmaligkeit aus, denn kaum eine Person habe ich später wieder getroffen, so Capus im Interview. Und dieses Phänomen des realen Lebens nutzt er für sein phantasievolles Flechtwerk Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer. Der Roman erschien Ende Juli im Hanser-Verlag.
Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in diesem Roman: Ein Jüngling träumt vom Weltfrieden und wird zum Bombenbauer. Ein Mädchen will Sängerin werden und endet als Spionin. Ein Kunststudent geht nach Troja und wird zum größten Fälscher aller Zeiten. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich, wo die Geschichte einsetzt. Danach führen ihre Wege auseinander und bleiben doch auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Biographisch verknüpft der Autor nicht irgendwelche Biographien. Mit Felix Bloch nimmt er den Nobelpreisträger für Physik von 1952, der am Atombombenprojekt der Amerikaner mitarbeitete, auf. Demgegenüber wirkt das abenteuerliche Leben der Sängerin und italienischen Mata Hari, Laura d’Oriano, schicksalhaft. Und den als Zeichner im Dienste Heinrich Schliemanns stehenden Emile Gillièron lässt er den ebenfalls mit großer Zeichenbegabung ausgestatteten Sohn folgen, der mit Arthur Evans das antike Knossos rekonstruiert.
Alex Capus verquickt elegant zeitgeschichtliche und biographische Daten mit Fiktivem und stilisiert sich damit zu einem Meister der Suggestion. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt er den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden, die durch die Macht der Umstände gezwungen wurden, von ihren Träumen abzulassen – um schließlich doch in der Niederlage zu triumphieren.
Beginn der Lesung ist am Dienstag, 10. September um 19.30 Uhr in der Aula des Herdergymasiums. Der Eintritt beträgt 7,-Euro für Erwachsene und 2,- Euro für Schüler.
