Auf die Alten setzen
Donnerstag, 12. September 2013, 10:52 Uhr
Aufgrund der demografischen Entwicklung sind die Unternehmen künftig noch stärker auf das Erfahrungswissen älterer Arbeitnehmer angewiesen. Viele Firmenchefs haben dies bereits erkannt und setzen aktiv auf Mitarbeiter jenseits des 60. Lebensjahres. So hat die Zahl der älteren Beschäftigten in Thüringen 2012 einen neuen Rekord erreicht...
Im vergangenen Jahr gingen in Thüringen knapp 47.000 Menschen zwischen 60 und 65 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Das seien 17,9 Prozent mehr als 2011 gewesen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten habe sich dagegen nur um 0,3 Prozent auf gut 769.000 Personen erhöht. Noch bemerkenswerter stelle sich der Beschäftigungsaufbau im Verlauf der zurückliegenden fünf Jahre dar. Während dieser Zeit verdoppelte sich die Zahl der Arbeitnehmer in der Generation 60 plus. Auch in der Altersstruktur der Beschäftigten gab es Verschiebungen, informiert der IHK-Chef. 2007 wären noch fast 44 Prozent der Berufstätigen jünger als 40 Jahre gewesen. Inzwischen sei deren Anteil auf knapp 40 Prozent gesunken. Dagegen erreiche der Wert bei den über 60-jährigen nun schon sechs Prozent (2007: 3 Prozent).
Besondere politische Beachtung erfährt die Entwicklung der Beschäftigungsquote. Sie gibt den Anteil der Personen mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung an der Gesamtzahl der Einwohner im Alter von 60 bis 65 Jahren an und gilt als Indikator dafür, wie gut der Arbeitsmarkt auf die Anhebung des Renteneintrittsalters vorbereitet ist, erklärt Grusser. Aktuell belaufe sich diese Quote im Freistaat auf 32,0 Prozent und liege damit über dem bundesweiten Wert von 29,2 Prozent. Um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren und im Wettbewerb zu bestehen, sei eine Erhöhung der Beschäftigungsquote dieser Zielgruppe nötig. Trotz verbesserter Jobchancen wäre es für Ältere wesentlich schwieriger als für Jüngere, aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Anstellung zu finden.
In der Altersgruppe über 60 Jahre waren 2012 rund 8.500 Jobsuchende gemeldet. Seit 2007 hat sich die Zahl der Erwerbslosen mehr als verzehnfacht, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Diese Entwicklung werde nicht nur von konjunkturellen und demografischen Faktoren, sondern auch von gesetzlichen Veränderungen beeinflusst. Wäre die bis Ende 2007 gültige vorruhestandsähnliche Regelung noch in Kraft, hätte sich die Arbeitslosigkeit von Älteren kaum verändert.
Der gleichzeitige Anstieg von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit von über 60-jährigen lasse sich damit erklären, dass in den vergangenen Jahren staatlich gestützte Frühverrentungsprogramme abgebaut worden sind. Ältere, die früher solche Regelungen in Anspruch genommen haben, werden nun als Arbeitslose gezählt.
Autor: redIm vergangenen Jahr gingen in Thüringen knapp 47.000 Menschen zwischen 60 und 65 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach, berichtet Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Das seien 17,9 Prozent mehr als 2011 gewesen. Die Gesamtzahl der Beschäftigten habe sich dagegen nur um 0,3 Prozent auf gut 769.000 Personen erhöht. Noch bemerkenswerter stelle sich der Beschäftigungsaufbau im Verlauf der zurückliegenden fünf Jahre dar. Während dieser Zeit verdoppelte sich die Zahl der Arbeitnehmer in der Generation 60 plus. Auch in der Altersstruktur der Beschäftigten gab es Verschiebungen, informiert der IHK-Chef. 2007 wären noch fast 44 Prozent der Berufstätigen jünger als 40 Jahre gewesen. Inzwischen sei deren Anteil auf knapp 40 Prozent gesunken. Dagegen erreiche der Wert bei den über 60-jährigen nun schon sechs Prozent (2007: 3 Prozent).
Besondere politische Beachtung erfährt die Entwicklung der Beschäftigungsquote. Sie gibt den Anteil der Personen mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung an der Gesamtzahl der Einwohner im Alter von 60 bis 65 Jahren an und gilt als Indikator dafür, wie gut der Arbeitsmarkt auf die Anhebung des Renteneintrittsalters vorbereitet ist, erklärt Grusser. Aktuell belaufe sich diese Quote im Freistaat auf 32,0 Prozent und liege damit über dem bundesweiten Wert von 29,2 Prozent. Um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren und im Wettbewerb zu bestehen, sei eine Erhöhung der Beschäftigungsquote dieser Zielgruppe nötig. Trotz verbesserter Jobchancen wäre es für Ältere wesentlich schwieriger als für Jüngere, aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Anstellung zu finden.
In der Altersgruppe über 60 Jahre waren 2012 rund 8.500 Jobsuchende gemeldet. Seit 2007 hat sich die Zahl der Erwerbslosen mehr als verzehnfacht, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Diese Entwicklung werde nicht nur von konjunkturellen und demografischen Faktoren, sondern auch von gesetzlichen Veränderungen beeinflusst. Wäre die bis Ende 2007 gültige vorruhestandsähnliche Regelung noch in Kraft, hätte sich die Arbeitslosigkeit von Älteren kaum verändert.
Der gleichzeitige Anstieg von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit von über 60-jährigen lasse sich damit erklären, dass in den vergangenen Jahren staatlich gestützte Frühverrentungsprogramme abgebaut worden sind. Ältere, die früher solche Regelungen in Anspruch genommen haben, werden nun als Arbeitslose gezählt.




