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Leider noch kein Durchbruch

Dienstag, 01. Oktober 2013, 00:17 Uhr
Die Zukunft des Bahnhofs Sondershausen. Rettung oder Verfall. Unter dieser Überschritt fand gestern eine Veranstaltung im Rathaus von Sondershausen statt.

Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die etwas "provokante" Überschrift soll verdeutlichen, so der Vereine Residenzbahnhof Sondershausen, dass es sprichwörtlich "Fünf vor Zwölf" ist, wenn des um den Hauptbahnhof Sondershausen geht. Dabei in besonderer Hinsicht, wenn der Bahnhof "fest in Sondershäuser Hand" bleiben soll. Denn darum geht es, denn zum Glück für den Hauptbahnhof kann man im Vergleich zu anderen Bahnhöfen im Kyffhäuserkreis noch nicht an Verfall denken, wie zum Beispiel in Hohenebra oder Greußen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) eröffnete im Ratssaal die Veranstaltung, zur der Sondershäuser Wirtschafts- und Gewerbeverein (SGW) und die Stadt Sondershausen geladen hatte. Kreyer machte zu Beginn auch gleich eindeutig klar, die Stadt Sondershausen wird den Bahnhof nicht kaufen und / oder renovieren können. Wir unterstützen, aber mehr können wir nicht tun, so Kreyer. Wir haben genügend Räume für unsere Stadtverwaltung. Kreyer setzt da mehr auf solche "Mitspieler" wie Wohnungsgesellschaften, FAU oder die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG).

Aber erbrachte auch eine Idee in den Raum ein. Ausbau des Bahnhofs zu einem Wohnheim der Fachschule für Nordhausen. Bei der kurzen Fahrzeit bis Nordhausen und dem Semesterticket, sei das ein Variante. In der Diskussion widersprach allerdings Eckhard Wehmeier von der Wippertal Wohnungsgesellschaft, denn aus Wohnungskreisen in Nordhausen hörte er, wir bekommen die Wohnraumfrage in den Griff.

In einem sehr interessanten Vortrag mit vielen auch historischen Fotos schilderte Ulrich Neumannm Vorstandsmitglied vom Verein Residenzbahnhof Sondershausen die aktuelle Lage. Und die sieht nicht rosig aus. Wenn die Bahn AG zum Jahresende keinen Käufer findet, soll das der Bahnhof in die Versteigerung kommen.
Das muss nicht unbedingt schlimm sein, wenn sich ein "vernünftiger" Investor findet, aber die Ängste von Neumann sind nicht unbegründet, wenn so ein Objekt ersteigert wird, und dann wegen Mangels an Geld dann doch "verrottet", dann hilft es oft auch nicht, wenn das Gebäude und Teile der Inneneinrichtung (Stellwerk) unter Denkmalschutz stehen. Ei vergleichbarer Bahnhof wie Bad Langensalza wurde übrigens für 18.000 Euro ersteigert.

Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Leider noch kein Durchbruch (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Ulrich Neumann entwickelte toll die Geschichte des Bahnhofs von der Grundsteinlegung im Mai 1868 bis zum praktischen Leerstand im Jahre 2011. Glück für den Bahnhof, dass es in den Jahren 1993 bis 1997 eine Renovierung gab, so dass die alte Hülle doch in einem akzeptablen Zustand ist, sieht man vom nun schon undichten Dach ab, bei dem schon Eimer zum Auffangen des Regen notwendig sind. Noch ist kein Schwamm drin und und das Gebäude innen ist trocken.

Aus dem Vortrag und der Diskussion heraus war man sich einig, besonders die unteren Räume sind doch recht gut als Gewerberäume nutzbar, bei der es nicht auf Publikumsverkehr ankommt, obwohl rund 16 Parkplätze zur Verfügung stehen. Die obere Etage könnte zu Wohnungen ausgebaut werden, auch wenn der Zuschnitt, gerade bei Sanitärbereich nicht besonders günstig ist. Bei stündlichem Bahnverkehr und kaum noch Güterverkehr (4 am Tag außerhalb der Nachtstunden) sein es sogar eine recht ruhige Lage so Ulrich.

Ein Gaststätte sei schwer vemarktungsfähig, so Neumann, schon eher ein Imbiss mit Fahrkartenverkauf. Aber ein Fahrradverleih für den Untrut-Werra-Radweg sei möglich. Mittel erhofft sich Ulrich aus dem Bahnhofsverschönerungsprogramm. Beispiele für gute Nachnutzung eines Bahnhofs zeigte Neumann an den Beispielen Bernburg oder Ellrich. Er appellierte, so ein Bahnhof sei ein Aushängeschild für die Stadt.

Und was brachte die Diskussion? Der Vorschlag vom Behindertenbeauftragten Klaus Everhardt, die 1,5 Millionen Euro für Fahrstühle zun den Bahnsteigen (für behinderte Menschen) durch eine günstigere Variante zu ersetzen und mit dem Mitteln dann den Bahnhof zu sanieren kam nicht so an.

Auch Eckhard Wehmeier von der Wohnungsgesellschaft Wippertal konnte keine großen Hoffnungen machen. Bei der Wippertal steht der Bahnhof zurzeit nicht weit vorn in der Liste der Projekte. Erließ aber noch ein Hintertürchen offen, wenn es dem Verein gelingt den Bahnhof noch zu erhalten, um sich dann später doch noch dran zu wagen. Er würdigte aber, genau wie Kreyer, dass der Verein viel für den Bahnhof bereits getan hat. Vom Rotary.Club gab es dazu einen Scheck über 250 Euro.


Kreyer griff den Vorschlag von Echhard Timaeus auf, im Bahnhof den Hort und einige Kabinette für die neu zu bauende Franzbergschule einzurichten. Kreyer will damit an den Kreis ran treten.

Der große Durchbruch war es gestern noch nicht, aber es besteht noch Hoffnung.
Autor: khh

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