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kn-Forum: Wählerwille

Sonntag, 06. Oktober 2013, 12:45 Uhr
"Koalitionssuche und die eigenartige Deutung des Wählerwillens", unter dieser Überschrift erreicht kn folgender Leserbrief.

Längst sind die Wahlplakate entfernt, die Politiker mit ihren Werbesprüchen mit ihnen herab gestiegen, da hören wir recht seltsame Dinge. Seltsam? Erstaunlich ist es schon, was der Wähler, also wir, so alles gewollt haben sollen. Es mutet an wie Wahrsagerei, Die CDU sollte da nicht die absolute Mehrheit bekommen, die SPD sollte nicht so stark werden, aber fähig für eine Koalition mit der CDU, die FDP sollte raus aus dem Bundestag, die AfD nicht rein und DIE LINKE dritt stärkste politische Kraft im Land werden.

Wieder einmal wird dem Wähler suggeriert, dass er das alles so haben wollte und nun lasst mal die Politiker wie immer, dass "Beste" daraus machen. Ohne Not wird uns erklärt, dass Wahlversprechen eben Versprechen sind, die nach den Wahlen in den Koalitionsverhandlungen demaskiert werden und in seltsamer Gestalt das Licht der Welt erblicken. Hinter verschlossenen Türen wollen die "Verhändler" nicht ihr Gesicht verlieren, sich in den Ergebnissen wiederfinden. Hier ein bisschen weg, da ein bisschen weg und selbiges wird dann in einen Koalitionsvertrag gegossen.

Das daraus vieles nicht umgesetzt wird, einfach mit einem Basta, wie z.B. die Angleichung der Ost- an die Westrenten oder die Steuersenkungsversprechen der FDP, in die Wüste geschickt wird gehört eben zum politischen Geschäft nach den Wahlen. Wenn diese "Schlaumeier" doch wirklich einmal auf die Mehrheit der Menschen hören würden was sie wirklich wollen, würde manches anders aussehen. Wen interessiert da schon, das die Mehrheit z.B keine Auslandseinsätze der Bundeswehr will, oder gegen die Rente mit 67 ist?

Am Mehrheitswillen der Bevölkerung vorbei regieren gehört fast schon zum politischen Alltag. 17,6 Millionen sind erst gar nicht zur Wahl gegangen. Spielt keine Rolle. Jetzt wird uns erklärt was wir so alles als Wähler wollten, damit die Parteien ihre "Machtstellung" sichern können. Daran hat sich nichts geändert und die Wahlversprechen sind mit den Plakaten verschwunden. Das wollen die Wähler garantiert nicht!

Rolf-Dieter Reiber
Ichstedt
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: khh

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