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Millionen für Theater-Sanierung

Dienstag, 05. November 2013, 19:17 Uhr
Im Jahr 2017 begeht das Stadttheater Nordhausen seinen 100. Geburtstag. Nach vierjähriger Bauzeit war das neue Theater mitten im Ersten Weltkrieg vollendet und am 29. September 1917 eröffnet worden. Jetzt soll es saniert werden...


Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde es notdürftig wieder aufgebaut und bereits 1949 wiedereröffnet. Der von Anfang an architektonisch geplante Westflügel, in dem v.a. Lagerräume und Werkstätten unterkommen sollten, ist bisher nie gebaut worden.

Die Umstände der Baumaßnahmen während des Kriegs bzw. in der Nachkriegszeit haben zu vielen Notlösungen geführt, die es ermöglichten, dass das Stadttheater Nordhausen bis auf die Nachkriegsjahre durchgehend umfangreich spielfähig war. Stets beeinträchtigten jedoch Raummangel und zahlreiche technische Provisorien die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters.

In den nun über 60 Jahren Jahren nach der Wiedereröffnung hat es bis zuletzt fast regelmäßig im Abstand von 10 Jahren zwar immer wieder neue Pläne für einen Umbau und eine Erweiterung des Theatergebäudes gegeben, die jedoch nie umgesetzt worden sind. Stattdessen musste sich das Theater zum Beispiel mit eingeschossigen Schuppen, Büro- und Transportcontainern auf dem Gelände hinter dem Theater behelfen.

Maßnahmen zum Brand- und Arbeitsschutz sowie andere technische Veränderungen wurden meist nur punktuell umgesetzt, wo sie notwendig geworden waren. Zuletzt baute die Stadt Nordhausen 2009 z.B. eine Lüftungsanlage für den Zuschauerraum ein. Eine grundhafte Sanierung hat aber nie stattgefunden.

Der Ist-Zustand ist ein Mix aus teilweise fast 100 Jahre alter Bühnentechnik, unzählbaren, teils ungewöhnlichen Leitungswegen, unregelmäßigen Raum-, Flur- und Treppenhausanordnungen und partiell neuen Einrichtungen (Inspizientenpult, Tonanlage, Zuschauerraumbelüftung, Brandmeldeanlage uvm.). Dies bedeutet u.a. einerseits aus den technisch unzureichenden Bedingungen resultierende schwere körperliche Arbeit für die Beschäftigten und erfordert andererseits regelmäßig kurzfristige Maßnahmen, um die Mindestanforderungen gesetzlicher Bestimmungen einzuhalten.

In Hinblick auf das 100jährige Jubiläum des Stadttheaters gab die Stadt Nordhausen im Sommer eine Studie in Auftrag, die ermitteln sollte, was eine Generalsanierung des Theatergebäudes beinhalten müsse. Diese Studie wurde am heutigen Dienstag intern der Stadt Nordhausen vorgestellt. Sie beinhaltet eine umfangreiche Bestandsanalyse des Baus, des gegenwärtigen Brand- und Arbeitsschutzes, sowie der Haus- und der Bühnentechnik.

Die Studie enthält außerdem einen Vorschlag, wie Mängel grundsätzlich und nachhaltig beseitigt werden können. Das Haus würde damit den neuesten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und langfristig und nachhaltig funktionsfähig gemacht werden. Die Arbeitsabläufe im Theater können zudem deutlich effizienter werden. Dazu schlägt die Studie Umbauten im historischen Baukörper sowie einen rückwärtigen Anbau vor.

In den kommenden Wochen werden nun die letztlich entscheidenden politischen Gremien und die zuständigen Ämter der Stadt Nordhausen gemeinsam mit der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH beraten, wie mit der nun vorliegenden Studie weiter verfahren werden soll, und letztlich, ob überhaupt, und wenn ja, wie und wann die Maßnahme umgesetzt werden kann.

Soweit die Mitteilung aus dem Nordhäuser Rathaus. Wohlweislich ist dort keine Summe genannt, die jedoch in der Studie ausgewiesen ist. Wie die nnz bereits in der vergangenen Woche erfahren hat, sollen sich die Kosten für diese grundlegende Sanierung auf bis zu 18 Millionen Euro belaufen. Geld, das die Stadt Nordhausen allein aufbringen muss, zusätzlich zu dem rund 2,7 Millionen Euro jährlich für den Betrieb der GmbH. Ob es Fördermittel für die Sanierung gibt, das steht in den Wolken geschrieben. Auch wenn es eine Förderung geben sollte, dann bleiben rund fünf bis sechs Millionen Euro für die Stadt Nordhausen "übrig". Viel Arbeit für die Lenkungsgruppe der Stadtverwaltung, die sich mit der Konsolidierung des Haushaltes befassen soll.
Autor: red

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