Westwind
Montag, 18. November 2013, 12:31 Uhr
Mit der Aufführung Westwind (D/Ung 2011) (aus dem Programm der Schulkinowoche) setzt am Freitag das StuKi 76 im Panorama Museum Bad Frankenhausen seine Filmreihen fort. Wie immer ein Tipp von Fred Böhme...
Regie: Robert Thalheim
Buch: Ilja Haller, Susann Schimk
D.: Friederike Becht, Luise Heyer, Franz Dinda, Volker Bruch, Hannes Wegener, Hans-Uwe Bauer u.a. FSK: 6, Laufzeit: 90 min.
Robert Thalheim hat einen kleinen, persönlichen Film über die deutsche Teilung gedreht. Einen, der schwankt zwischen gefühlstrunkenem Liebesmelo und leicht sperrigem Sozialismus-Schwesterndrama, und trotzdem funktioniert. Die zunächst anheimelnde (N)Ostalgie weicht einer unverklärten Betrachtung deutsch-deutscher Differenzen, die Talheim behutsam und glaubhaft ausbreitet - wie sein Kritikererfolg "Am Ende kommen Touristen" mit großem Geschichtsbewusstsein.
Die strikt verbotene Annäherung an den westdeutschen Klassenfeind ist es, die zwei unzertrennliche und zunächst noch unbekümmerte Schwestern mit dem paranoiden politischen System ihres Staates kollidieren lässt. Dabei weht auf der Reise der Ruderinnen ins ungarische Ferienlager am Balaton, Europas flächengrößten Binnensee, ein Hauch von Freiheit, die sie, autoritätshörig, erst einmal für sich entdecken müssen. Aus der steifen Begegnung mit einem versnobten Wohlstandswessi-Quartett, die recht schematisch, mit unter holzschnittartig verläuft, entfaltet sich eine ungemein zarte Romanze, die vom Unglück der beiden Liebenden handelt. Der Ostblock ist für sie großes Gefängnis, aber auch Heimat.
Foto Westwind 1a - Rechteinhaber: Zorro
Wie es Thalheim gelingt, trotz mancher oberflächlicher Dialoge herzergreifend von Unfreiheit und zugleich der einen großen Liebe zu erzählen, begeistert. Auch wegen den sensiblen Darsteller, besonders Friederike Becht und Franz Dinda, die im Herzen die Mauer einreißen. So wird der Loyalitätskonflikt zwischen Linientreue und Republikflucht auf die emotionale Ebene verlagert, wo Doreen sich zwischen ihrer innig geliebten Schwester und der Liebe ihres Lebens entscheiden muss. Daraus entsteht eine Fluchtgeschichte ohne Mauer-Pathos. Kino.de
Freitag, 22. November, 20:00 Uhr im StuKi 76
Mit Shuttleservice! Abfahrt ab REHA-Klinik 19:30 Uhr. Interessenten melden bitte ihren Bedarf unter der 0800-3023666 an bzw. REHA-Patienten tragen sich bitte in die Liste im Patientenordner ein!
Fred Böhme
Autor: khhRegie: Robert Thalheim
Buch: Ilja Haller, Susann Schimk
D.: Friederike Becht, Luise Heyer, Franz Dinda, Volker Bruch, Hannes Wegener, Hans-Uwe Bauer u.a. FSK: 6, Laufzeit: 90 min.
Robert Thalheim hat einen kleinen, persönlichen Film über die deutsche Teilung gedreht. Einen, der schwankt zwischen gefühlstrunkenem Liebesmelo und leicht sperrigem Sozialismus-Schwesterndrama, und trotzdem funktioniert. Die zunächst anheimelnde (N)Ostalgie weicht einer unverklärten Betrachtung deutsch-deutscher Differenzen, die Talheim behutsam und glaubhaft ausbreitet - wie sein Kritikererfolg "Am Ende kommen Touristen" mit großem Geschichtsbewusstsein.
Die strikt verbotene Annäherung an den westdeutschen Klassenfeind ist es, die zwei unzertrennliche und zunächst noch unbekümmerte Schwestern mit dem paranoiden politischen System ihres Staates kollidieren lässt. Dabei weht auf der Reise der Ruderinnen ins ungarische Ferienlager am Balaton, Europas flächengrößten Binnensee, ein Hauch von Freiheit, die sie, autoritätshörig, erst einmal für sich entdecken müssen. Aus der steifen Begegnung mit einem versnobten Wohlstandswessi-Quartett, die recht schematisch, mit unter holzschnittartig verläuft, entfaltet sich eine ungemein zarte Romanze, die vom Unglück der beiden Liebenden handelt. Der Ostblock ist für sie großes Gefängnis, aber auch Heimat.
Foto Westwind 1a - Rechteinhaber: Zorro
Wie es Thalheim gelingt, trotz mancher oberflächlicher Dialoge herzergreifend von Unfreiheit und zugleich der einen großen Liebe zu erzählen, begeistert. Auch wegen den sensiblen Darsteller, besonders Friederike Becht und Franz Dinda, die im Herzen die Mauer einreißen. So wird der Loyalitätskonflikt zwischen Linientreue und Republikflucht auf die emotionale Ebene verlagert, wo Doreen sich zwischen ihrer innig geliebten Schwester und der Liebe ihres Lebens entscheiden muss. Daraus entsteht eine Fluchtgeschichte ohne Mauer-Pathos. Kino.de
Freitag, 22. November, 20:00 Uhr im StuKi 76
Mit Shuttleservice! Abfahrt ab REHA-Klinik 19:30 Uhr. Interessenten melden bitte ihren Bedarf unter der 0800-3023666 an bzw. REHA-Patienten tragen sich bitte in die Liste im Patientenordner ein!
Fred Böhme

