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Kein goldener Herbst

Donnerstag, 14. November 2013, 10:09 Uhr
Der Markt für technische Gebrauchsgüter in Deutschland beendete das dritte Quartal 2013 mit einem Umsatzvolumen von 12,6 Milliarden Euro. Das zwischen Juli und September erwirtschaftete Volumen lag damit 3,7 Prozent hinter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das ist das Ergebnis des GfK TEMAX Deutschland für das dritte Quartal 2013...


Die meisten innerhalb des GfK TEMAX® Deutschland beobachteten Sektoren verzeichneten im dritten Quartal 2013 einen Rückgang. Telekommunikation, mit einem satten Umsatzplus von 11,2 Prozent und Elektrokleingeräte mit einem wertmäßigen Zuwachs von 1,4 Prozent bildeten die positiven Ausnahmen. Diese beiden Bereiche konnten jedoch nicht verhindern, dass die Gesamtentwicklung des Elektrogerätemarktes dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent hinterherhinkte. Zwischen Juli und September 2013 wurden insgesamt 12,6 Milliarden Euro mit technischen Gebrauchsgütern umgesetzt.

Innovationen schaffen Kaufanreize

Der Markt für Telekommunikation* erlebte ein starkes drittes Quartal 2013, dessen Umsätze 11,2 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums lagen. Das zwischen Juli und September generierte Volumen belief sich auf insgesamt 2,2 Milliarden Euro. Damit konnte der Sektor an die gute Entwicklung der Vormonate anknüpfen. Getragen wird diese Dynamik weiterhin von Smartphones, die sich einer anhaltend großen Beliebtheit erfreuen.

Aber auch im Bereich der Festnetztelefonie gibt es Innovationen, die Wachstumspotenzial versprechen. Touchscreen, Bluetooth-Konnektivität und IP-Telefonie sind Trends, die neue Kaufanreize schaffen. Smartphone Connect schlägt die Brücke zwischen „alter“ und „neuer“ Telekommunikationstechnik. Mit Hilfe einer entsprechenden App werden die Festnetzbasisstation und das Smartphone verbunden. So können Verbraucher beispielsweise Festnetzanrufe direkt auf das Smartphone leiten und tätigen.

Solides drittes Quartal

Der Markt für Elektrokleingeräte beendete das dritte Quartal mit einem wertmäßigen Plus von 1,4 Prozent. Das Umsatzvolumen in diesem Zeitraum betrug 750 Millionen Euro. Positive Impulse kamen aus dem Bereich Küche. Mit Ausnahme der Stabmixer und Universalzerkleinerer trugen dort alle Segmente zum Plus bei. Innerhalb des wertmäßig bedeutendsten Segments, den Heißgetränkezubereitern, waren Espressovollautomaten gefragt.

Die Umsätze bei traditionellen Filterkaffeemaschinen stiegen in den letzten Monaten ebenfalls wieder an. Gewachsen ist im dritten Quartal 2013 auch der Staubsaugermarkt. Die größten Umsatzsprünge verzeichneten dabei akkubetriebene Handstaubsauger und Saugroboter. Diese wurden zudem besonders häufig über das Internet gekauft. Als weitere Online-Umsatztreiber entpuppten sich Bodenstaubsauger, Espressovollautomaten sowie Herrenrasierer. Die Vielfalt an Produkten und Anbietern im Bereich Elektrokleingeräte bereitet eine gute Basis für das anstehende Schlussquartal 2013.

Energieeffiziente Geräte bleiben gefragt

Die Umsatzentwicklung bei Elektrogroßgeräten zeigte sich im dritten Quartal 2013 mit einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent verhaltener als im vorhergehenden Quartal. Zwischen Juli und September wurden hier rund 1,9 Milliarden Euro umgesetzt. Einzelne Warengruppen profitierten weiter vom Thema Energieeffizienz. So sorgte die zunehmende Marktdurchdringung der Wärmpumpentechnologie bei Wäschetrocknern für Umsatzbelebung in diesem Segment. Zusätzliche Dynamik brachte das seit Juni verpflichtende EU-Energielabel, das die Transparenz für den Verbraucher erhöht.

Dank des anhaltenden Trends zu offenen Küchen gewannen geräuscharme Spülmaschinen sowie Modelle mit geringem Wasserverbrauch weiter an Bedeutung. Bei den Kühlgeräten waren vor allem teurere Geräte mit komfortablen Zusatzfunktionen wie NoFrost und getrennter Temperaturregelung gefragt. Dass die Gesamtentwicklung im Markt für Elektrogroßgeräte dennoch leicht hinter dem Vorjahresquartal zurückblieb ist vor allem den Rückgängen bei Waschmaschinen, Herden und Backöfen sowie Kochmulden/-flächen geschuldet. Wegen der wachsenden Bedeutung flexibler Induktion ist bei letzteren künftig wieder mit steigenden Durchschnittspreisen zu rechnen.

Full HD Projektoren mit Potenzial

Durchwachsen verlief das dritte Quartal 2013 für den Bürogeräte- und Verbrauchsmaterialienmarkt. Das Umsatzvolumen in diesem Zeitraum betrug 1,1 Milliarden Euro, ein Rückgang von 2,1 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal. Fast alle Segmente litten unter der schwächeren Nachfrage. Sowohl das Geschäft mit Druckern und Scannern als auch der Zubehörbereich mit beschichtetem Druckpapier und Kartuschen waren rückläufig. Positive Impulse kamen hingegen von der Warengruppe der Beschriftungsgeräte. Insbesondere Produkte mit Endlosbändern sorgten für Bewegung. Eine Aufwärtstendenz verzeichneten erstmals seit längerem auch die Daten- und Videoprojektoren. Die Hoffnungen ruhen hier speziell auf hochauflösenden Geräten. Modelle mit Full-HD-Leistung wurden zuletzt verstärkt nachgefragt.

Sättigungstendenzen im PC-Markt

Im dritten Quartal 2013 zeigte sich eine gewisse Sättigung im Computermarkt und sorgte für eine negative Umsatzentwicklung im Bereich Informationstechnologie. Der Gesamtumsatz zwischen Juli und September belief sich auf 4,1 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Der insgesamt verhaltene Verlauf im PC-Markt beeinflusste auch das Komponenten-Geschäft mit Monitoren oder Festplatten, die ebenfalls Rückgänge zu verzeichnen hatten.

Weiter steigend zeigte sich hingegen die Nachfrage nach besonders handlichen Geräten wie Media Tablets oder Tablet PCs. Diese verknüpfen die Mobilität eines Media Tablets mit der Funktionalität eines vollwertigen Notebooks. Die Attraktivität technischer Innovationen und die Akzeptanz der Preise bei den Konsumenten werden den Ausschlag für ein positives Schlussquartal geben. Mit kleinformatigen Tablets, Notebooks mit Touchscreen-Funktionalität oder UltraThin Notebooks gibt es jedenfalls reichlich Auswahl für den weihnachtlichen Wunschzettel.

Der Markt für Unterhaltungselektronik muss weiter auf den Aufschwung warten. Mit einem Umsatzvolumen von knapp 1,9 Milliarden Euro lag er im dritten Quartal 12,3 Prozent hinter den Zahlen des Vorjahreszeitraums zurück. Immerhin zeigte das nach wie vor wertmäßig bedeutendste Segment, der TV-Bereich, eine leichte Erholung. Insbesondere Smart-TVs sorgen für Fantasie und neuen Schwung. Davon profitierten wiederum angrenzende Kategorien wie Soundbars. Diese verbessern den nicht besonders voluminösen Klang der Flachbildfernseher und eignen sich als praktische Alternative zur umfangreichen Heimkinoanlage.

Für Handelsunternehmen bietet sich hier hohes Cross-Selling-Potential, genauso wie im Bereich der Dockingstationen und Mini-Lautsprecher. Diese eignen sich ideal als Accessoire für das Smartphone. Zugpferd dieses sich erfreulich entwickelnden Segments waren insbesondere kleine, tragbare und kabellose Lautsprecher in verschiedenen Farben.

Hochwertige Kameras und Zubehör im Trend

Das im dritten Quartal 2013 erzielte wertmäßige Volumen im Fotobereich lag bei 580 Millionen Euro. Damit konnte der Sektor nicht an die Entwicklung des Vorjahreszeitraums anknüpfen, dessen Umsätze 14,4 Prozent höher lagen. Ein Grund für das vergleichsweise schwache Ergebnis in 2013 liegt an der an Impulsen reichen „Photokina“, dem Branchengroßereignis, das letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt stattfand.

Im Nachgang wurden damals viele Messeneuheiten auf dem Markt eingeführt, die sich stimulierend auf die Nachfrage auswirkten. Dieses Jahr hingegen fehlt ein Event, das eine vergleichbare Dynamik auslösen könnte. Ein Lichtblick waren jedoch die Kompakt-Systemkameras, die einzige der im GfK TEMAX Deutschland beobachteten Foto-Warengruppen, die ihre Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr verbessern konnte. Auch wenn es aufgrund des überdurchschnittlich starken Vorjahreszeitraums nicht überall zum Plus gereicht hat: Das Konsumenteninteresse an hochwertigen Kameras und entsprechendem Zubehör bleibt groß.

Entwicklung trübt sich ein

Die Entwicklung im Technikmarkt hat sich im dritten Quartal 2013 eingetrübt. Nur die Märkte für Telekommunikation und Elektrokleingeräte konnten sich dieser Entwicklung widersetzen und sorgten für Wachstumsimpulse. Innerhalb der einzelnen Segmente gab es aber in den anderen beobachteten Sektoren des GfK TEMAX® Deutschland auch Lichtblicke. Die Indikatoren zur Stimmungsmessung bei Verbrauchern und Wirtschaft waren zuletzt nicht ganz einheitlich.

Das GfK Konsumklima zeigte sich im Oktober kaum verändert auf weiterhin gutem Niveau. Die Konsumenten gehen demnach davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft weiter stabilisieren und ihren Aufwärtstrend fortsetzen wird. Dies stimmt mit den Prognosen führender Wirtschaftsinstitute überein. Die deutschen Unternehmen hingegen, deren Einschätzungen im ifo-Geschäftsklimaindex zum Ausdruck kommen, beurteilten den weiteren Geschäftsverlauf etwas weniger optimistisch als im Vormonat.

Ob das Jahr 2013 für den deutschen Elektrogerätemarkt ein insgesamt erfolgreiches wird hängt nicht zuletzt vom Verlauf des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes ab. Der Generierung entsprechender Nachfrage durch technisch wie preislich attraktive Innovationen kommt im Non-Food-Markt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Zur Studie

Der GfK TEMAX ist ein Index zum Markt der technischen Gebrauchsgüter. Die Ergebnisse basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels von GfK. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 425.000 Verkaufsstellen ein.

Seit Februar 2009 erhebt GfK den GfK TEMAX auch international in mehr als 30 Ländern. Er stellt erstmals umfassende Gesamtmärkte für technische Gebrauchsgüter in verschiedenen Ländern dar.
Autor: red

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