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Lichtblick - Ankunft erwartet

Freitag, 06. Dezember 2013, 07:00 Uhr
Mit dem heutigen „Lichtblick“ beginnt eine Serie von Gedanken zur Woche, die Sie in Gemeinschaft von Nordthüringer Online-Zeitungen und Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen jeden Freitagmorgen unter „Lichtblicke“ erwartet...


Im Wechsel von vorerst vier Pfarrerinnen und Pfarrern wird Ihnen diese Serie Nachdenkliches, Besinnliches, Heiteres und Ihnen Zugewandtes zu Augen bringen. Die Serie beginnt mit einem Beitrag von Superintendent Kristóf Bálint.

Christen sind Ihrer Zeit voraus! Was wie eine hoffärtige Bemerkung klingt, lenkt unseren Blick auf ein kalendarisches Detail. Christen feierten am vergangenen Sonntag, dem 1. Advent, den Beginn des neuen Kirchenjahres. In vielen Gemeinden ist das Anlass, um mit Familiengottesdiensten, Adventsmärkten oder auf andere Weise diesen Neujahrsbeginn zu feiern.

Advent (lat.) heißt Ankunft. In der Adventszeit bereiten sich Christen seit Jahrhunderten auf die Geburt Jesu vor. Um von nichts abgelenkt zu sein, wurde deshalb, wie vor Ostern, die Zeit vor dem Fest mit Fasten begangen, weswegen die Kirchen violett geflaggt sind, d.h. die an Altar und Kanzel hängenden Stoffe („Antependien“) in den Kirchen sind violett.

In der Besinnung auf das Weihnachtsfest und Jesu Ankunft im Kind in der Krippe, liegt ein wichtiges Vorzeichen der Heiligen Nacht, die dem eigentlichen Weihnachtsfest vorangeht und das ursprünglich vier Feiertage hatte, von denen heuer nur noch zwei übrig sind. Sie will unseren Blick auf das lenken, wozu uns im Alltag oft die Zeit fehlt: Stille, Besinnung und Nachdenken über das, was uns von gelingendem Leben trennt. Deswegen sind Adventsfeiern noch keine Weihnachtsfeiern, wurden/werden Stollen erst am Heiligen Abend angeschnitten, weil sie "das Kind in Windeln gewickelt" symbolisieren.

Für den Genuss solcher Köstlichkeiten bleibt dennoch genug Zeit, weil die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar währt und nicht schon am 2. Weihnachtstag endet, wie viele Weihnachtsbäume vor den Türen dann glaubend machen könnten.

Die Zeit des Advents wird vielfältig zu Andachten genutzt, die die besinnliche Grundstimmung erlebbar werden lassen wollen. Manche Menschen üben bewusst Verzicht auf sonst scheinbar Unverzichtbares (Alkohol, Süßigkeiten, Handy, PC) oder fasten für eine Woche völlig, um Zeit und Aufmerksamkeit für das Leben zu gewinnen. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, sich eine halbe Stunde Zeit allein oder mit dem Partner zu nehmen und über das zu sprechen, was mich gerade bewegt, was mir Angst macht oder worauf ich hoffe und mich freue.

Advent heißt Ankunft, weswegen wir uns vorbereiten sollten, wie auf jeden Zug oder jeden Gast. Bereiten wir uns innerlich vor, kehren wir aus, was uns hindert dem Kind in der Krippe einen Platz anzubieten, all die unnötigen Dinge in unserem Inneren, die uns unfrei machen, selbstbefangen und gehemmt. Advent als Zeit des Kehraus, der Schmückung unseres inneren Raums, damit wir unsere Tore weit und unsere Türen hoch machen können, damit der König der Ehren einziehe.

Diese Freudenbotschaft aus Psalm 24 will uns in frohe Stimmung, in Erwartung eines lang ersehnten Gastes versetzen: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe.“ (Psalm 24)

Ich wünsche Ihnen von Herzen eine besinnliche Adventszeit. Verzichten Sie auf die oft selbst gemachte Hektik und nehmen Sie sich Zeit, seien Sie sich selbst so wertvoll und bereiten Sie sich auf die Ankunft dessen vor, der Sie mit sich und seinem Besuch beschenkt, im Kind in der Krippe. Einen Vorboten haben wir ja schon heute zu Gast, das Original des Weihnachtsmannes, den Heiligen Bischof Nikolaus, der denen hilft, die sich nicht selbst helfen können…
Ihr Superintendent Kristóf Bálint

Mehr Infos: www.suptur-bad-frankenhausen.de
Autor: red

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