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Sicher Radfahren im Winter

Samstag, 18. Januar 2014, 09:49 Uhr
Auch im Winterhalbjahr kann das Radfahren sicher sein und Spaß machen, wenn einige Grundregeln beachtet werden. Lothar Burkhardt vom ADFC Nordhausen hat da einige Tipps anzubieten...

Radfahren im Winter (Foto: privat) Radfahren im Winter (Foto: privat)

Die Kleidung sollte zweckmäßig sein. Je länger die Fahrt, umso wichtiger ist dieser Punkt. Nach dem Zwiebelprinzip sind mehrere dünnere Kleidungsstücke zu verwenden, um sich den wechselnden Wetterbedingungen leichter anzupassen zu können.

Handschuhe können ruhig etwas dicker sein (bei längerer Fahrt zwei unterschiedlich dicke Paare). Dicke Winterschuhe sind auf dem Rad unzweckmäßig, da bietet sich die zweigeteilte Lösung Schuhe plus Überschuhe (speziell für Radfahrer) an. Wind- und wasserdichte Teile (Jacke, Hose) in hellen und leuchtenden Farben gehören natürlich auch dazu.

Damit wären wir schon bei einem der Hauptprobleme/punkte – die Sichtbarkeit der Radfahrer. Bei fehlender oder ungenügender Fahrradbeleuchtung besteht immer die Gefahr, dass die Radfahrer nicht rechtzeitig war genommen werden können (der Autofahrer muss auch die Chance haben den Radler rechtzeitig zu sehen). Dazu kommt noch , dass in dieser Jahreszeit manche Autofrontscheiben teilweise noch zugefroren oder/und beschlagen sind.

Eine moderne Beleuchtungsanlage (Nabendynamo, LED-Scheinwerfer) und effektive Reflektoren (am Rad (zusätzlich zu den geforderten) oder der Bekleidung) bringen bedeutend mehr Sicherheit. Im Übrigen ist auch zu beobachten, dass die seitlichen Abstände zu ordentlich beleuchteten Rädern beim Vorbeifahren von Autos großzügiger ausfallen.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist mit überfrierender Nässe zu rechnen. Tückisch ist dabei, dass dies innerhalb kurzer Abschnitte wechselt und somit die Griffigkeit der Reifen auch unterschiedlich ausfällt. Wie in vielen anderen Situationen ist auch hier eine defensive Fahrweise angeraten. Man muss sich immer deutlich machen, was geschieht, wenn man eine Notbremsung machen muss.

Während eine feste Schneedecke ein sicheres Fahren, zumindest bei reduzierter Geschwindigkeit, zulässt, sollte man bei Eisglätte lieber das Rad stehen lassen (wer hat schon Spike-Reifen). Gut ist, wenn der Alltagsradler dann einen Plan "B" (wie Bus o.ä.) parat hat.

Nicht vom Schnee geräumte benutzungspflichtige Radwege (blaues Schild), müssen übrigens nicht benutzt werden, wenn daneben die Fahrbahn beräumt und gestreut ist.

Auch wenn die Technik das ganze Jahr funktioniert hat, ist damit zu rechnen, dass sie bei Minustemperaturen versagt. Z.B. der Seitenläuferdynamo - Schnee am Reifen und man fährt im Dunkeln. Eine funktionierende Akkubeleuchtung wäre eine Lösung, allerdings keine elegante. Mittelfristig sollte man deshalb über ein Nabendynamo nachdenken. Bei Rädern, die alltäglich im Einsatz sind, lagert sich Feuchtigkeit in Hohlräumen (z.B. Bowdenzüge) ab. Im Winter funktionieren dann u.U. die Bremsen oder/und die Schaltung nicht mehr richtig. Deshalb sind die Züge zu reinigen. Genaueres, auch die richtige Wahl des Fahrradöls, sollte man beim Fahrradhändler erfragen. Zu empfehlen wäre auch eine Beschichtung, die das Rad vor dem aggressiven Streusalz schützt.

Weitere Infos zum Radfahren auch unter www.adfc-ndh.de.
Lothar Burkhardt, ADFC KV Nordhausen
Autor: red

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