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Einmal tief Luft holen, bitte!

Mittwoch, 22. Januar 2014, 08:19 Uhr
Ob als Spray oder Trockenpulver: die meisten Medikamente gegen Asthma werden inhaliert. Doch optimal wirken können sie nur, wenn sie richtig angewendet werden. Das ist gar nicht so einfach: viele der rund 3,4 Millionen deutschen Asthmapatienten machen hier Fehler – meist aus Unwissenheit. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker geben deshalb Tipps zur richtigen Handhabung von Asthmapräparaten...


Arzneimittel gegen Bronchialasthma lassen sich in zwei Gruppen einteilen: "So genannte ‚Reliever’ erweitern die spastisch verengten Bronchien und beseitigen so die Atemnot beim akuten Anfall. Man setzt sie bei Bedarf ein.", erklärt Apothekerin Andrea Seifert. "‚Controler’ wirken dagegen langfristig: Sie verringern die Anfallsbereitschaft, indem sie die Entzündung der Bronchialschleimhaut hemmen."

Aufgrund ihrer Effektivität kommen als Controler vorrangig Glukokortikoide zum Einsatz, besser bekannt unter der dem Überbegriff Kortison. "Ein noch immer mit Angst und Vorurteilen behafteter Wirkstoff", weiß Seifert, "dabei sind die meisten der gefürchteten Nebenwirkungen gerade bei Asthmapräparaten aufgrund der lokalen Anwendung mehr als unwahrscheinlich."

Mögliche Pilzinfektionen im Mundraum durch eine kortisonbedingte Schwächung des Immunsystems lassen sich mit einfachen Maßnahmen verhindern: "Am besten nach jeder Anwendung den Mund gründlich mit Wasser ausspülen oder gleich die Zähne putzen. Auch danach eine Kleinigkeit zu essen bzw. die Anwendung direkt vor den Mahlzeiten hat sich bewährt", rät die Apothekerin. Wer dennoch unsicher ist, kann sich in der Apotheke zu Risiken und Nebenwirkungen des eigenen Präparats beraten lassen.

Generell hängt die Wirksamkeit von Asthmamitteln davon ab, dass man diese regelmäßig, pünktlich und vor allem richtig anwendet. Werden die Medikamente inhaliert, kommt es auf Handhabung und Atemtechnik an. "Insbesondere für die Behandlung akuter Asthmaanfälle sollte man die Inhaliertechnik quasi ‚im Schlaf’ beherrschen. Gelangen Spray oder Pulver nämlich nicht tief genug in die Bronchien, bleiben sie wirkungslos", warnt Seifert. Am besten lässt man sich die Geräte und deren Anwendung in der Apotheke zeigen und erklären, um Einnahmefehler zu vermeiden.

Und so geht’s richtig:

Spray: vorher ausatmen – Mundstück vollständig mit den Lippen umschließen – Kopf leicht nach hinten neigen – tief und langsam durch den Mund einatmen und gleichzeitig Sprühstoß auslösen – weiter einatmen, ca. fünf bis zehn Sekunden lang die Luft anhalten – Inhalator aus dem Mund nehmen und langsam durch die Nase ausatmen.

Pulver: Gerät vorbereiten – ausatmen (keinesfalls in das Geräte-Mundstück!) – Mundstück vollständig mit den Lippen umschließen – Kopf leicht nach hinten neigen – Sprühstoß auslösen, gleichzeitig rasch und tief einatmen – Mundstück absetzen – langsam durch die Nase ausatmen.

Damit die Inhalatoren nicht verstopfen, sollte man sie alle drei bis sieben Tage reinigen. Bei Sprays auf Flüssigkeitsbasis hierzu das Mundstück abnehmen, gründlich mit Wasser durchspülen und vollständig an der Luft trocknen lassen. Pulverinhalatoren dürfen nicht feucht gereinigt werden, man säubert das Mundstück einfach mit trockenen Tüchern. Für die Inhalation selbst empfiehlt Seifert: "Je entspannter man ist, desto ruhiger geht der Atem und desto leichter gelingt die Einnahme. So weit möglich, nimmt man sich am besten ein wenig Zeit und sorgt für eine ruhige Atmosphäre."
Autor: red

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