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Verhaltene Stimmung

Donnerstag, 23. Januar 2014, 09:17 Uhr
Die Tourismuswirtschaft in Deutschland blickt weniger optimistisch ins neue Jahr als andere Branchen. Allerdings macht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seiner aktuellen Saisonumfrage durchaus regionale Unterschiede aus. Zum Beispiel in Thüringen...


„Zwar macht die Nachfrage Hoffnung, aber die Unternehmen sehen gravierende Risiken in den Feldern Arbeitsmarkt, Energiekosten und Wirtschaftspolitik“, so der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks. Die Lage sei aber nicht in allen Regionen Deutschlands durchwachsen: „In der Alpenregion sowie bei den deutschen Großstädten liegen die Erwartungen deutlich über dem Durchschnitt“, berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Bei der Saisonumfrage der IHK Erfurt waren die Aussichten auf die Wintersaison erfahrungsgemäß auch verhalten. Die Debatte um einen gesetzlichen Mindestlohn und die zukünftige Steuer- und Abgabenbelastung verstärken die Unsicherheit. Trotzdem ist die Mehrheit der Unternehmer überzeugt, dass sich die Geschäftserwartungen nicht verschlechtern werden.

Auch wenn die meisten Betriebe die Preise stabil halten wollen, kommt die Branche aufgrund der gestiegenen Kosten vor allem bei Energie und Lebensmitteln um Preiserhöhungen nicht herum. Ein Drittel der Unternehmen planen das entsprechend ein. Modernisierungen und Ersatzbeschaffungen, gefolgt von Maßnahmen zur Rationalisierung und Kostensenkung, sind bei jedem zweiten Unternehmen vorgesehen. Nur so kann man den heutigen Standard vorhalten, um am Markt bestehen zu können und die Kosten im Rahmen zu halten.

Als problematisch hat sich die Fachkräftesituation im Gastgewerbe entwickelt, denn der Fachkräfteengpass ist mittlerweile bei den Unternehmen der Branche angekommen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen im IHK-Bezirk kann offene Stellen längerfristig (mehr als zwei Monate) nicht besetzen. Im Durchschnitt bleiben 1,7 Stellen unbesetzt.

Befragt nach den größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten liegt der Fachkräfteengpass mit fast 40 Prozent auf Platz drei nach den Energie- und Rohstoffpreisen und den Arbeitskosten. Zur Sicherung der betrieblichen Flexibilität sind Minijobs, Teilzeitbeschäftigung sowie befristete Arbeitsverträge die meist genutzten Beschäftigungsformen. Zur Vermeidung von Engpässen werden weitere Maßnahmen wie die Mehrarbeit durch vorhandene Mitarbeiter, Beschäftigung von älteren Mitarbeitern sowie ggf. auch das Zurückfahren der Kapazität bzw. Einschränkungen des Betriebes genannt.

Ein Drittel der Betriebe des Gastgewerbes in Thüringen will in Zukunft mit der Einstellung von Fachkräften und Auszubildenden aus dem Ausland auf den Fachkräfteengpass reagieren.
Autor: red

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