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Konjunktur zieht an

Montag, 27. Januar 2014, 13:46 Uhr
Die Auswertung der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 900 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen zeigt zu Jahresbeginn einen überraschend deutlichen Anstieg der Konjunkturkurve gegenüber dem Herbst 2013...

Grafik (Foto: IHK) Grafik (Foto: IHK)
Der Klimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, nimmt um 6 Punkte auf 114 von 200 möglichen Prozentpunkten zu. Das ist das beste Ergebnis seit drei Jahren. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch der Blick auf die nächsten Monate fallen durchweg positiv aus. Damit wächst die Zuversicht auf eine spürbare konjunkturelle Erholung im Jahresverlauf 2014.

„Die Unternehmen präsentieren sich aktuell in bester Verfassung. Branchenübergreifend hat die Mehrzahl der Betriebe gut gefüllte Auftragsbücher und für die nächsten Monate weitgehend ausgelastete Kapazitäten“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. So schätzten 87 Prozent der Befragten ihre aktuelle Situation durchaus positiv ein. Fast ebenso viele Betriebe könnten Gewinne vorweisen oder arbeiteten zumindest kostendeckend.

„Wenngleich immer noch einige Stolpersteine den konjunkturellen Wachstumspfad pflastern, sind die Erwartungen für die nächsten Monate inzwischen optimistischer als noch im Herbst 2013“, so der IHK-Chef. Die Mehrzahl der Firmenchefs rechne mit einem Anziehen der Geschäfte.

„Bei allem Optimismus darf man die Konjunkturrisiken aber nicht aus den Augen verlieren. Die jüngste Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise bleibt aus Sicht der Unternehmer äußerst besorgniserregend. Aber auch die im Koalitionsvertrag enthaltenden Regelungen zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns oder zum Renteneintrittsalter sind in ihren Auswirkungen nur schwer zu kalkulieren“, warnt Grusser.

Die Politik wäre deshalb gut beraten, die sich langsam aufbauende Investitionsbereitschaft nicht gleich wieder auszubremsen. Für den Arbeitsmarkt wären die Perspektiven weiterhin erfreulich. Inzwischen wolle jeder zehnte Unternehmer neue Arbeitskräfte einstellen und die überwiegende Mehrzahl den aktuellen Mitarbeiterbestand halten. Eine Senkung der Arbeitslosenquote bis unter 7 Prozent dürfte damit 2014 in Thüringen durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Die Industrie hat die Durststrecke des vergangenen Jahres überwunden. Bei 41 Prozent der Unternehmen laufen die Geschäfte momentan gut, mehr als die Hälfte (51 Prozent) sind mit der aktuellen Entwicklung aber noch durchaus zufrieden. Zwei Drittel lasten ihre Kapazitäten mittlerweile weitgehend aus. Für 30 Prozent stehen daher bereits wieder Erweiterungsinvestitionen auf der Tagesordnung, die in der Regel auch zusätzliche Arbeitsplätze einschließen. So planen 19 Prozent der Befragten die Einstellung von weiterem Personal.

Und auch bei den Erwartungen für die kommenden Monate zeigt sich wachsender Optimismus. Die Mehrzahl der Manager rechnet sogar mit einer weiteren Verbesserung ihrer Situation. Besonders erfreulich: Auch die exportorientierten Unternehmen zeigen sich inzwischen recht zuversichtlich. Schließlich bekommen mit dem Ausklingen der Rezession in der Eurozone die Ausfuhren in die europäischen Hauptabnehmerländer neuen Schwung.

Gute Nachrichten verbreitet endlich auch der Einzelhandel. Die anhaltend positive Arbeitsmarktentwicklung und das stabile Preisniveau sind für die Verbraucher ein Grund wieder etwas mehr Geld auszugeben. Bei rund der Hälfte der Händler schlägt sich dies in gut gehenden Geschäften und steigenden Umsätzen nieder. Und auch im weiteren Jahresverlauf setzen die Unternehmer auf eine Fortsetzung dieses Trends. Immerhin 24 Prozent der Befragten rechnen mit einem besseren und 57 Prozent mit einem gleich bleibend guten Geschäftsverlauf.

Ebenfalls im Aufwind befindet sich der Dienstleistungssektor. Steigende Umsätze haben zu einer Verbesserung der Ertragslage geführt. Über 80 Prozent der Serviceanbieter berichten von einer guten bis befriedigenden Geschäftslage und arbeiten inzwischen wieder mit Gewinn oder wenigstens kostendeckend.

Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: „Der Konjunkturmotor zieht an und hat zu Jahresbeginn 2014 die Drehzahl deutlich erhöht. In nahezu allen Branchen überwiegt die positive Grundstimmung. Viele Unternehmen blicken den kommenden Monaten durchaus optimistisch entgegen. Diese gute Botschaft sollte in der Politik nicht ungehört bleiben. Die ärgsten Widersacher der Konjunktur, wie die hohen Energiepreise, die Pläne zum Mindestlohn und zur Rente, werden maßgeblich von der Regierung beeinflusst. An ihr ist es nun, den Aufschwung auf ein festes Fundament zu stellen. Ganz oben auf der „To-Do-Liste“ steht deshalb die Eindämmung der Kostenexplosion bei der Energiewende und die Schaffung wirtschaftsfreundlicher Rahmenbedingungen.“
Autor: red

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