Malereien, Grafiken & Experimente"
Montag, 27. Januar 2014, 17:30 Uhr
Am 18. Januar eröffnete das Panorama Museum in seiner Studiogalerie die Sonderausstellung Malereien, Grafiken & Experimente - Aus der Geschichte des Kurses Bildnerisches Gestalten im Beisein von etwa 60 interessierten Gästen im Panoramamuseum Bad Frankenhausen. Dazu ein Bericht von Fred Böhme vom Panoramamuseum...
Musikalisch wurde diese Veranstaltung durch das Klarinettentrio des Carl-Schroeder-Musikkonservatoriums stimmungsvoll und überaus gekonnt umrahmt. Diese jungen Musiker nutzten diese Veranstaltung quasi als Generalprobe für ihren Auftritt beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert und gaben ihr damit Sympathie-Bonuspunkte bei den Anwesenden.
Nach dem musikalischen Auftakt sprach dann der Kursleiter, der als Museumspädagoge des Panorama Museums diesen Kurs seit fast 24 Jahren leitet. Zu Beginn stellte er die Ziele dieser Kurstätigkeit vor und betonte, dass es in erster Linie darum gehe, Laien an bildende Kunst auf praktischem Wege heranzuführen und illustrierte das auch anhand der ausgestellten Arbeiten, die mehrheitlich nichts mit den laienhaften Kunstvorstellungen von schönen Landschaften, Porträts oder Stillleben, wie man sie häufig als Resultat malender Hausfrauenzirkel erleben kann, zu tun haben.
Stattdessen zeigt die Schau Versuche, sich den verschiedenen Stil- und Kunstepochen zu nähern, präsentiert Kopien von Meisterwerken der klassischen Moderne wie von Franz Marc, August Macke, Karl Schmidt-Rottluff oder Lyonel Feiniger; zeigt Stillleben aus gerissenen Papierschnipseln, die die Arbeitsweise der Impressionisten nachvollziehen, daneben surrealistische Kombinationen aus technischen Details aus der Zuckerfabrik Oldisleben; aus unterschiedlich farbigen Erden gespachtelte, abstrakte Kompositionen, bei denen Ausdruckswerte unterschiedlicher Oberflächen erkundet wurden; freie, zum Teil völlig abstrakte Kompositionen nach Musikstücken oder auch Darstellungen der Bendelebener Kirche im Stil der Bauhauskünstler.
Allesamt Arbeiten von sehr unterschiedlicher Qualität, die die verschiedenen Lösungsansätze der Kursteilnehmer, ihre individuelle Handschrift und deren Entwicklung im Laufe der Jahre veranschaulichen und damit auch bei dem Ausstellungsbesucher das ästhetische Urteilsvermögen entwickeln helfen. Und da war der Redner auch schon bei seiner Begründung angelangt, warum es sinnvoll ist, in einem Kunstmuseum wie dem Panorama Museum Werke von Laien zu präsentieren? Natürlich drängt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, was Kunst überhaupt ist und worin sie sich von den hier ausgestellten Werken unterscheidet?
Was folgte, war eine Aufzählung sich lustig widersprechender Definitionsversuche von prominenten Künstlern und Literaten, die nur den Schluss zuließen, dass niemand so richtig weiß, was Kunst ist und somit das als Kunst angesehen werden müsse, was Künstler, Kunstgurus oder jeder Kunstbetrachter für sich zu einem Kunstwerk erklärt. Einzig ein Unterscheidungsmerkmal ließ der Laudator gelten, das allerdings auch sehr schwammig ist, nämlich die Originalität und Unverwechselbarkeit von anerkannten Kunstwerken, die natürlich jeder versierte Kunstfälscher Lügen straft. Dennoch muss wohl eingestanden werden, dass die hier gezeigten Werke der Kursteilnehmer bei aller Individualität und das auch ungeachtet mancher qualitativ an der Grenze zum reifen Kunstwerk operierenden Werke, das Ergebnis eines didaktischen Prozesses sind und somit natürlich nicht den Originalitätsanspruch eines wirklichen Kunstwerkes für sich beanspruchen können.
Sie sind zu allererst Nachvollzug von vorhandener Kunst. Doch neben den oben genannten Gründen sprechen ebenfalls für diese Schau, dass diese Werke bisher nur selten oder noch gar nicht einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurden und das sie Mutmacher für alle kunstinteressierten Menschen sein können, selbst mal zu Pinsel und Farbe zu greifen und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen. Nach diesen Ausführungen und zwei weiteren musikalischen Beiträgen des Klarinettentrios wurde diese Schau für eröffnet erklärt und die Gäste fluteten zumeist mit einem Gläschen Sekt gewappnet durch die Ausstellung. Dabei war viel Ermunterung und Beifall von Seiten der Ausstellungsbesucher für die Kursteilnehmer zu hören gewesen, die ihrerseits von den Problemen und Schwierigkeiten bei der Ausführung mancher ihrer Werke berichteten. Die Resonanz auf diese Schau war an diesem Eröffnungstag überaus positiv gewesen und somit sind den Ausstellern noch viele interessierte Besucher zu wünschen. Diese Sonderausstellung kann noch bis 30. März innerhalb der Öffnungszeiten des Panorama Museums besichtigt werden.
Am 24. Januar folgte dann in unserem StuKi 76 mit Nachtlärm (CH/D 2012) der zweite Film in diesem Jahr, der sich als eine äußerst skurrile, kammerspielartige Kriminalkomödie um eine nächtliche Verfolgungsjagd von zwei durch Schlafentzug gestressten Eltern nach ihrem Auto, welches von zwei Ganoven einschließlich ihres kleinen nächtlichen Ruhestörers auf dem Rücksitz gestohlen wurde, entpuppte. Mit schweizerischem Lokalkolorit, Situationskomik, lustvoll aufspielenden Darstellern und einem offenkundig exzellenten Drehbuch, welches neben der spannenden Verfolgungsjagd gleichsam auch Raum ließ für die Geschichte einer Konfliktlösung und Wiederannäherung der gestressten Eltern, war dieser Film unterhaltsam und überaus sehenswert. Mehr als 40 Besucher an diesem Abend gaben dem Filmklub somit recht, der diesen Film für das diesjährige Programm ausgewählt hatte. Fred Böhme
Text und Foto: Fred Böhme
Panorama Museum
Autor: khhMusikalisch wurde diese Veranstaltung durch das Klarinettentrio des Carl-Schroeder-Musikkonservatoriums stimmungsvoll und überaus gekonnt umrahmt. Diese jungen Musiker nutzten diese Veranstaltung quasi als Generalprobe für ihren Auftritt beim Regionalwettbewerb von Jugend musiziert und gaben ihr damit Sympathie-Bonuspunkte bei den Anwesenden.
Nach dem musikalischen Auftakt sprach dann der Kursleiter, der als Museumspädagoge des Panorama Museums diesen Kurs seit fast 24 Jahren leitet. Zu Beginn stellte er die Ziele dieser Kurstätigkeit vor und betonte, dass es in erster Linie darum gehe, Laien an bildende Kunst auf praktischem Wege heranzuführen und illustrierte das auch anhand der ausgestellten Arbeiten, die mehrheitlich nichts mit den laienhaften Kunstvorstellungen von schönen Landschaften, Porträts oder Stillleben, wie man sie häufig als Resultat malender Hausfrauenzirkel erleben kann, zu tun haben.
Stattdessen zeigt die Schau Versuche, sich den verschiedenen Stil- und Kunstepochen zu nähern, präsentiert Kopien von Meisterwerken der klassischen Moderne wie von Franz Marc, August Macke, Karl Schmidt-Rottluff oder Lyonel Feiniger; zeigt Stillleben aus gerissenen Papierschnipseln, die die Arbeitsweise der Impressionisten nachvollziehen, daneben surrealistische Kombinationen aus technischen Details aus der Zuckerfabrik Oldisleben; aus unterschiedlich farbigen Erden gespachtelte, abstrakte Kompositionen, bei denen Ausdruckswerte unterschiedlicher Oberflächen erkundet wurden; freie, zum Teil völlig abstrakte Kompositionen nach Musikstücken oder auch Darstellungen der Bendelebener Kirche im Stil der Bauhauskünstler.
Allesamt Arbeiten von sehr unterschiedlicher Qualität, die die verschiedenen Lösungsansätze der Kursteilnehmer, ihre individuelle Handschrift und deren Entwicklung im Laufe der Jahre veranschaulichen und damit auch bei dem Ausstellungsbesucher das ästhetische Urteilsvermögen entwickeln helfen. Und da war der Redner auch schon bei seiner Begründung angelangt, warum es sinnvoll ist, in einem Kunstmuseum wie dem Panorama Museum Werke von Laien zu präsentieren? Natürlich drängt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, was Kunst überhaupt ist und worin sie sich von den hier ausgestellten Werken unterscheidet?
Was folgte, war eine Aufzählung sich lustig widersprechender Definitionsversuche von prominenten Künstlern und Literaten, die nur den Schluss zuließen, dass niemand so richtig weiß, was Kunst ist und somit das als Kunst angesehen werden müsse, was Künstler, Kunstgurus oder jeder Kunstbetrachter für sich zu einem Kunstwerk erklärt. Einzig ein Unterscheidungsmerkmal ließ der Laudator gelten, das allerdings auch sehr schwammig ist, nämlich die Originalität und Unverwechselbarkeit von anerkannten Kunstwerken, die natürlich jeder versierte Kunstfälscher Lügen straft. Dennoch muss wohl eingestanden werden, dass die hier gezeigten Werke der Kursteilnehmer bei aller Individualität und das auch ungeachtet mancher qualitativ an der Grenze zum reifen Kunstwerk operierenden Werke, das Ergebnis eines didaktischen Prozesses sind und somit natürlich nicht den Originalitätsanspruch eines wirklichen Kunstwerkes für sich beanspruchen können.
Sie sind zu allererst Nachvollzug von vorhandener Kunst. Doch neben den oben genannten Gründen sprechen ebenfalls für diese Schau, dass diese Werke bisher nur selten oder noch gar nicht einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurden und das sie Mutmacher für alle kunstinteressierten Menschen sein können, selbst mal zu Pinsel und Farbe zu greifen und ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen. Nach diesen Ausführungen und zwei weiteren musikalischen Beiträgen des Klarinettentrios wurde diese Schau für eröffnet erklärt und die Gäste fluteten zumeist mit einem Gläschen Sekt gewappnet durch die Ausstellung. Dabei war viel Ermunterung und Beifall von Seiten der Ausstellungsbesucher für die Kursteilnehmer zu hören gewesen, die ihrerseits von den Problemen und Schwierigkeiten bei der Ausführung mancher ihrer Werke berichteten. Die Resonanz auf diese Schau war an diesem Eröffnungstag überaus positiv gewesen und somit sind den Ausstellern noch viele interessierte Besucher zu wünschen. Diese Sonderausstellung kann noch bis 30. März innerhalb der Öffnungszeiten des Panorama Museums besichtigt werden.
Am 24. Januar folgte dann in unserem StuKi 76 mit Nachtlärm (CH/D 2012) der zweite Film in diesem Jahr, der sich als eine äußerst skurrile, kammerspielartige Kriminalkomödie um eine nächtliche Verfolgungsjagd von zwei durch Schlafentzug gestressten Eltern nach ihrem Auto, welches von zwei Ganoven einschließlich ihres kleinen nächtlichen Ruhestörers auf dem Rücksitz gestohlen wurde, entpuppte. Mit schweizerischem Lokalkolorit, Situationskomik, lustvoll aufspielenden Darstellern und einem offenkundig exzellenten Drehbuch, welches neben der spannenden Verfolgungsjagd gleichsam auch Raum ließ für die Geschichte einer Konfliktlösung und Wiederannäherung der gestressten Eltern, war dieser Film unterhaltsam und überaus sehenswert. Mehr als 40 Besucher an diesem Abend gaben dem Filmklub somit recht, der diesen Film für das diesjährige Programm ausgewählt hatte. Fred Böhme
Text und Foto: Fred Böhme
Panorama Museum

