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Kreistag zu Umbildung Berufsschulen

Mittwoch, 05. Februar 2014, 18:52 Uhr
In der heutigen Sitzung des Kreistass des Kyffhäuserkreises ging es um die Bildung eines Berufsschulzentrums im Kyffhäuserkreis


Der Kreistag beschloss einstimmig folgendes:

1. Die Aufhebung der staatlichen berufsbildenden Schule Artern,
2. Die Angliederung der entsprechenden Bildungsgänge an das staatliche Berufsschulzentrum Sondershausen und
3. Die Bildung des „Staatlichen Berufsschulzentrums Kyffhäuserkreis“ mit den Standorten Am Königsstuhl 9, 06556 Artern, Alexander-Puschkin-Promenade 22, 99706 Sondershausen und Salzstr. 16, 99706 Sondershausen

Vorgetragen vom 1. Beigeordneten Holger Häßler, der die Kreistagssitzung für die erkrankte Landrätin leitete:
Aus der Begründung von Landrätin Antje Hochwind (SPD)


Derzeit hält der Kyffhäuserkreis als Schulträger die staatliche berufsbildende Schule Artern und das Berufsschulzentrum Sondershausen mit zwei Schulteilen vor.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung und dem daraus resultierenden Rückgang an Schulabgängern ergaben sich auch für die Schulnetzplanung im berufsbildenden Bereich wesentliche Veränderungen. Ausdruck dessen ist die Gestaltung eines gemeinsamen Berufsschulnetzes der vier Nordthüringer Landkreise (NDH, EIC, UH, KYF) (siehe KT-Beschluss-Nr. 2010/5/068) sowie die Festlegungen in der „Fortschreibung der Schulnetzplanung im Kyffhäuserkreis für die Jahre 2013 – 2018“(KT-Beschluss-Nr. 2013/5/068) zur Bildung eines Berufsschulzentrums Kyffhäuserkreis.

Im Gegensatz zu den Anforderungen an eine Schulnetzplanung gemäß § 41 des ThürSchulG gilt für die Schulnetzplanung der berufsbildenden Schulen eine gesonderte Richtlinie des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Schulnetzplanung der berufsbildenden Schulen vom 30. Juli 2012, welche detaillierte Planungsgrundsätze vorgibt.

Ziel ist es, eingebettet in das Nordthüringer Berufsschulnetz, eine Optimierung und Effizienz der beruflichen Ausbildung im Kyffhäuserkreis zu erreichen.

Der Wandel der Altersstruktur der Bevölkerung geht auch mit dem Absenken der Schülerzahlen einher. Noch im Schuljahr 2008/09 wurden an der staatlichen berufsbildenden Schule Artern mehr als 550 Schüler und Auszubildende in 40 Klassen zu einem Abschluss geführt. Im jetzigen Schuljahr besuchen nur noch 170 Schüler und Auszubildende in 17 Klassen den Schulstandort.

Mit der Bildung des gemeinsamen Berufschulzentrums soll die Attraktivität des Bildungsstandortes Kyffhäuserkreis gesteigert und zukunftssichere Strukturen der beruflichen Bildung im Landkreis geschaffen werden. Die Konzentration der Ausbildung ist eine entscheidende Voraussetzung für das Vorhalten bestimmter Schulformen.
Des Weiteren geht es um die effektivere Nutzung der vorhandenen Ressourcen, wie die Optimierung des Lehrereinsatzes.

Mit der Bildung des „Staatlichen Berufsschulzentrums Kyffhäuserkreis“ soll eine unternehmensnahe bzw. wohnortnahe Beschulung und Qualitätssicherung der Ausbildung auch für die Zukunft gewährleistet werden.


Uwe Baumann (CDU) erwartet mit der Inbetriebnahme der Industriegroßfläche Artern einen steigenden Fachkräftebedarf in der Region. Darauf müsse man sich einstellen. Im technischen Bereich sollte es eine verstärkte Ausbildung zur Fachhochschulreife in Artern geben.

Uwe Vogt (CDU), Vorsitzender des Bildungsausschusses, würdigte den Schritt der zwei Standorte als zukunftsweisend, mahnte aber auch an, dass die Zahl der Berufsschüler trotzdem bereits im kritischen Bereich liege. Zum Thema Fachhochschulreife sagte er, beachten müsse man, Fachhochschulen selbst sind Ländersache.

Holger Häßler bedankte sich bei den Bürgermeister von Artern und Sondershausen, dass sie den neuen Namen der Einrichtung „Staatlichen Berufsschulzentrums Kyffhäuserkreis“ ohne Diskussion mitgetragen haben.
Autor: khh

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