Rückkehrer erwünscht
Donnerstag, 06. Februar 2014, 15:55 Uhr
Vom Projekt "Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis" setzt sich Alexander Lorenz einem Bericht mit der Frage auseinander: "DAS POTENZIAL VON RÜCKKEHRERN FÜR DEN KYFFHÄUSERKREIS"
Im Zuge einer Angebotserweiterung wird das kommunale Bildungsberatungsbüro des Kyffhäuserkreises vonseiten des Projekts Lernen vor Ort zurzeit thematisch aufgestockt. Neben der Integration der Bereiche Wiedereinstiegs- und Ehrenamtsberatung arbeitet das Projekt Lernen vor Ort am Ausbau des Beratungsangebots für Rückkehrer (bzw. rückkehrbereite Abgewanderte). Die positiven Effekte, die für die Region von gut ausgebildeten Rückkehrern samt ihrer Familien ausgehen können, liegen auf der Hand:
Senkung des Altersdurchschnitts, Abmilderung des Fachkräftemangels und demografischen Wandels, Einbringung neuer Sichtweisen in den lokalen Diskurs, gesellschaftliche und finanzielle Impulse für die Heimatkommunen etc. Derzeit arbeitet eine von Lernen vor Ort initiierte Arbeitsgruppe an der Umsetzung einer kommunalen Rückkehrerberatung. Interessant sind die in der kürzlich erschienenen Studie des Leibnitz-Instituts für Länderkunde Leipzig Zunehmende Rückwanderung von Arbeitskräften nach Ostdeutschland veröffentlichten statistischen Eckdaten zum Thema Rückwanderung. So seien 74 Prozent aller zwischen 2005 und 2009 infolge von Arbeitsmigration aus Ostdeutschland Abgewanderten rückkehrwillig.
Laut Studie profitieren unter anderem die umliegenden Landkreise, wie Sömmerda oder das Eichsfeld, bereits jetzt von einer hohen Rückkehrerquote. Im Kyffhäuserkreis liegt die Quote hingegen bisher bei lediglich sieben Prozent. Hauptgründe für die Rückkehr nach Ostdeutschland seien die Verbesserung der allgemeinen Lebens- und Familiensituation sowie die Nähe zu Freunden. Hemmschwellen für die Rückkehr nach Ostdeutschland stellen hingegen Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation sowie Karrierechancen in Ostdeutschland dar.
Vor allem jüngere (ø 38 Jahre) Hochqualifizierte kehren überwiegend in ländliche Räume zurück, dabei nehmen Rückkehrer teils große Einkommenseinbußen in Kauf. Die Notwendigkeit einer kommunalen Rückkehrerberatung erschließt sich durch folgende Zahlen: Im Gegensatz zu tatsächlich Zurückgekehrten (25%) halten 3 von 4 (75%) rückkehrbereite Abgewanderten ihr Vorhaben für schwer oder sehr schwer. Von folgenden Faktoren erwarten rückkehrbereite Abgewanderte, dass sie eine Rückkehr erschweren könnten:
- Arbeitsmarksituation in Ostdeutschland (94%)
- eigene wirtschaftliche Situation (32%)
- persönliche Umstände (32%)
- Bürokratie (8%).
Hier schwingen diffuse Sorgen und Ängste mit, die eine Rückkehrerberatung entkräften bzw. reale Herausforderungen gemeinsam mit den Betroffenen aktiv bewältigen kann. Das Potenzial einer kommunalen Rückkehrer-Beratung ist enorm:
- erster Ansprechpartner für Rückkehrer, rückkehrbereite Abgewanderte sowie Abwanderungswillige
- Entwicklung von spezifischen Strategien zur Ansprache und Unterstützung von verschiedenen
- Rückkehrerergruppen und rückkehrbereiten Abgewanderten
- Unterstützung von Rückkehrern bei ihrer Entscheidungsfindung sowie Vermittlung von Kontakten zu Gleichgesinnten
- Koordination des Standortwechsels
- Qualifizierte Unterstützung im administrativen wie privaten Alltagsmanagement:
- - z. B. ¾ der rückkehrbereiten Abgewanderten wünschen sich Unterstützung bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche,
- - bei Behördengängen (Meldeamt, Finanzamt, Post etc.),
- - bei der Suche nach Schul- und Kindergartenplätzen für die Kinder sowie bei
- - Informationen über kulturelle Angebote und Freizeitmöglichkeiten.
- Unterstützung von Lebens- und Ehepartnern
- Zurverfügungstellen von Informationen
- Repräsentieren der Region nach Außen
- Netzwerkaufbau und –pflege
- Sensibilisierung beteiligter Akteure
- Zielgruppenansprache/Marketing/Öffentlichkeitsarbeit
Die Studie finden Sie hier.
Alexander Lorenz
Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis
Autor: khhIm Zuge einer Angebotserweiterung wird das kommunale Bildungsberatungsbüro des Kyffhäuserkreises vonseiten des Projekts Lernen vor Ort zurzeit thematisch aufgestockt. Neben der Integration der Bereiche Wiedereinstiegs- und Ehrenamtsberatung arbeitet das Projekt Lernen vor Ort am Ausbau des Beratungsangebots für Rückkehrer (bzw. rückkehrbereite Abgewanderte). Die positiven Effekte, die für die Region von gut ausgebildeten Rückkehrern samt ihrer Familien ausgehen können, liegen auf der Hand:
Senkung des Altersdurchschnitts, Abmilderung des Fachkräftemangels und demografischen Wandels, Einbringung neuer Sichtweisen in den lokalen Diskurs, gesellschaftliche und finanzielle Impulse für die Heimatkommunen etc. Derzeit arbeitet eine von Lernen vor Ort initiierte Arbeitsgruppe an der Umsetzung einer kommunalen Rückkehrerberatung. Interessant sind die in der kürzlich erschienenen Studie des Leibnitz-Instituts für Länderkunde Leipzig Zunehmende Rückwanderung von Arbeitskräften nach Ostdeutschland veröffentlichten statistischen Eckdaten zum Thema Rückwanderung. So seien 74 Prozent aller zwischen 2005 und 2009 infolge von Arbeitsmigration aus Ostdeutschland Abgewanderten rückkehrwillig.
Laut Studie profitieren unter anderem die umliegenden Landkreise, wie Sömmerda oder das Eichsfeld, bereits jetzt von einer hohen Rückkehrerquote. Im Kyffhäuserkreis liegt die Quote hingegen bisher bei lediglich sieben Prozent. Hauptgründe für die Rückkehr nach Ostdeutschland seien die Verbesserung der allgemeinen Lebens- und Familiensituation sowie die Nähe zu Freunden. Hemmschwellen für die Rückkehr nach Ostdeutschland stellen hingegen Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation sowie Karrierechancen in Ostdeutschland dar.
Vor allem jüngere (ø 38 Jahre) Hochqualifizierte kehren überwiegend in ländliche Räume zurück, dabei nehmen Rückkehrer teils große Einkommenseinbußen in Kauf. Die Notwendigkeit einer kommunalen Rückkehrerberatung erschließt sich durch folgende Zahlen: Im Gegensatz zu tatsächlich Zurückgekehrten (25%) halten 3 von 4 (75%) rückkehrbereite Abgewanderten ihr Vorhaben für schwer oder sehr schwer. Von folgenden Faktoren erwarten rückkehrbereite Abgewanderte, dass sie eine Rückkehr erschweren könnten:
- Arbeitsmarksituation in Ostdeutschland (94%)
- eigene wirtschaftliche Situation (32%)
- persönliche Umstände (32%)
- Bürokratie (8%).
Hier schwingen diffuse Sorgen und Ängste mit, die eine Rückkehrerberatung entkräften bzw. reale Herausforderungen gemeinsam mit den Betroffenen aktiv bewältigen kann. Das Potenzial einer kommunalen Rückkehrer-Beratung ist enorm:
- erster Ansprechpartner für Rückkehrer, rückkehrbereite Abgewanderte sowie Abwanderungswillige
- Entwicklung von spezifischen Strategien zur Ansprache und Unterstützung von verschiedenen
- Rückkehrerergruppen und rückkehrbereiten Abgewanderten
- Unterstützung von Rückkehrern bei ihrer Entscheidungsfindung sowie Vermittlung von Kontakten zu Gleichgesinnten
- Koordination des Standortwechsels
- Qualifizierte Unterstützung im administrativen wie privaten Alltagsmanagement:
- - z. B. ¾ der rückkehrbereiten Abgewanderten wünschen sich Unterstützung bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche,
- - bei Behördengängen (Meldeamt, Finanzamt, Post etc.),
- - bei der Suche nach Schul- und Kindergartenplätzen für die Kinder sowie bei
- - Informationen über kulturelle Angebote und Freizeitmöglichkeiten.
- Unterstützung von Lebens- und Ehepartnern
- Zurverfügungstellen von Informationen
- Repräsentieren der Region nach Außen
- Netzwerkaufbau und –pflege
- Sensibilisierung beteiligter Akteure
- Zielgruppenansprache/Marketing/Öffentlichkeitsarbeit
Die Studie finden Sie hier.
Alexander Lorenz
Lernen vor Ort im Kyffhäuserkreis
