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Beeindruckender Vortrag zur Blessberghöhle

Dienstag, 18. Februar 2014, 19:45 Uhr
Waren unsere Senioren in der Vergangenheit öfters in zauberhaften Gefilden der Schlösser und Burgen unterwegs, so wurden wir heute in die zauberhafte Welt der Blessberghöhle untertage entführt. Der Wohnbezirk 4 der Volkssolidarität führte wieder eine interessante Veranstaltung durch, wie kn erfahren hat...

Unsere Vorsitzende Christa Groß hatte uns heute zu einem faszinierenden Vortrag über die Blessberghöhle ins Juventas eingeladen. Erika Gigowski konnte dafür Herrn Rudi Schmidt gewinnen. Nach der Begrüßung und anschließender Kaffeetafel, Kuchen war wieder vom Juventas Team selbst gebacken und mundete köstlich, führte uns Herr Schmidt erst einmal etwas in die Geologie, Geografie und Gesteinskunde ein.

Beeindruckender Vortrag zur Blessberghöhle (Foto: Thomas Leipold) Beeindruckender Vortrag zur Blessberghöhle (Foto: Thomas Leipold)

Nach einem Rückblick in die Entstehung des Thüringer Schiefergebirges, der Entstehung von Hohlräumen und Höhlen und die Bildung von Stalakniten, Stalaktiten und Stalaktaten in Tropfsteinhöhlen ging er dann auf die Entdeckung der Höhle bei den Tunnelbohrarbeiten für die ICE Trasse Erfurt-Nürnberg ein. In Gebirgen, insbesondere in Schichten aus Muschelkalksandstein seien Hohlräume, meist durch Auswaschungen, keine Seltenheit. Aber die geologischen Vorarbeiten hatten bei der beabsichtigten Tunnelführung nicht eine solche, große und langerstreckte Höhle vermuten lassen.

Als man nach Sprengungen im Tunnelvortrieb auf diesen Hohlraum stieß, wollte man ihn erst sofort mit Beton entsprechend verfüllen, damit die Standsicherheit des ICE-Tunnels später auch gegeben ist. Das sind bei solchen Arbeiten übliche Standardverfahren. Doch die Öffnung erwies sich im wahrsten Sinne als ein großes Loch, was den Beton einfach nur zu schlucken schien, der Hohlraum aber nicht so wie gedacht verfüllt werden konnte. Daraufhin nahmen Thüringer Landesregierung, Behörden, Bergamt und Höhlenforscher Untersuchungen der verzweigten Hohlräume vor und es kam Erstaunliches zutage. Neben den bekannten Formen von Sinterungsablagerungen bei Stalakniten (nach oben wachsend) und Stalaktiten (nach unten wachsende) Tropfsteinablagerungen gab es ganz ungewöhnliche Formen dieser Teile. Bisher war man der Annahme, dass die Kristallisierungen des Wassers der Schwerkraft folgend gerade Gebilde nach oben oder unten hervorbringt.

Doch hier gab es auf einmal Gebilde, die wie ein „S“ gebogen waren oder z. B. auf der Oberseite fast wie ein riesiger Teller aussahen und an dessen Unterseite die Kristallgebilde wie aus einem viel-löchrigen Sieb dann weiter wuchsen, oder auch Spaghetti-Stalaktiten (also hauchdünn von der Decke hängend und wie eine Spaghetti aussehend. Ein Gebilde ähnelte einem sitzenden Hund. Eine Erklärung für die Entstehung dieser besonderen Formen gibt es bisher nicht. Die „Spaghetti“ seien so bizarr und auch zerbrechlich, dass ein kleiner Windhauch zu deren Zerstörung führen könnte.

Auch Formen, die als Harfe bezeichnet werden, gab es zu sehen und zu bestaunen. An sehr beeindruckenden und anschaulichen Bildern konnte er uns das in seinem Vortrag sehr faszinierend näher bringen und erläutern. Da sich die Experten einig waren, dass die Höhle in vielen Teilen niemals für Besucher zugänglich sein würde und auch das Ökosystem in der Höhle dadurch nachhaltig beeinträchtigt werden würde, wurde sie dann doch mit Beton sicher verschlossen und der Tunnelbau für die ICE Strecke konnte fortgesetzt werden. Schön, dass man der Nachwelt zumindest Bilder von dieser Höhle hinterlassen hat, so dass auch wir in den Genuss dieser doch sicher nicht nur für uns einmaligen Aufnahmen und Eindrücke kommen konnten.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Rudi Schmidt für diesen außergewöhnlichen Einblick in die „Untertagewelt“ dieser Höhle. Wir danken dem Juventas Team für die immer gute Bewirtung und Betreuung und unseren Organisatoren für das gute Gelingen dieses besonderen Nachmittages.

T. Leipold
WB 4
Autor: khh

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