Manuel Machata und der Kufen-Deal
Mittwoch, 05. März 2014, 18:35 Uhr
Erst vor ein paar Wochen war die Spannung auch überall in ganz Deutschland groß, weil sie endlich losgingen, die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Nun sind sie Geschichte, doch die Diskussionen über verschiedene Ungereimtheiten verstummen nicht! Eine Betrachtung von Hans-Ullrich Klemm...
Schon lange vor dem Beginn unser Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) überzeugt, dass Deutschland bei der Medaillienvergabe ein gehöriges Wörtchen mitsprechen wird und gab deshalb mit rund 30 Stück, laut dem Ergebnis der letzten Spiele, ein hochgestecktes Kampfziel an seine Teilnehmer aus.
Nach den anfänglich erwarteten Erfolgen bei den Rodelwettbewerben im Eiskanal, wo sich anschließend unsere Silberne Hüfner überraschend als benachteiligt meldete, weil ihr Heimtrainer, A. Florschütz, seine vertragliche Anstellung schon vor Monaten beim BSD verlor, sollte es bei den erfolgsgewöhnten Bob-Piloten so weitergehen.
Wie wir alle wissen, wurde aber daraus eine regelrechte Pleite, die es in dieser Form seit 1956 nicht mehr gab. Hilflosigkeit im Verband machte sich breit, genaueste Untersuchungen und Gespräche mit dem Bobhersteller, Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) Berlin, wurden angekündigt. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Rodelathleten passte hier das Gesamtpaket einfach nicht! Nach den durchweg ungewohnt schlechten Startzeiten musste es förmlich zu diesem völlig unerwarteten Desaster kommen, für dieses selbstkritisch der nicht mehr alle erreichende Cheftrainer Langen fairerweise auch sofort die Verantwortung übernahm und mit einer Abwahl rechnete.
Umso erstaunlicher, ja fast schon sensationell, empfanden alle Konsumenten von Sportmeldungen über alle möglichen Medien das Ergebnis der Olympiaauswertung des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) um Wochenbeginn. Die Ursache des beschämenden Abschneidens unserer gesamten Bobbesatzungen schien gefunden, obwohl angeblich der Beschuldigte mit seinem Fehlverhalten damit nichts zu tun hätte, einfach eine kuriose Geschichte:
Hauptverantwortlich dafür sind nicht die diesmal allesamt versagenden Akteure in den Bobs, die Gerätehersteller, Trainer und Betreuer mit ihren unterschiedlichsten Aufgaben, sondern der in der Qualifikation gescheiterte und deshalb auch daheimgebliebene Ex- Europa- und Weltmeister, Manuel Machata!
Sein ausgesprochenes Pech war nämlich, dass er einen Teil seiner persönlich erworbenen gebrauchten Kufen eines ausländischen Sportlers nicht an irgend einen unbedeutenden Weggefährten, sondern an den sonstigen russischen Mitbewerber Subkow verlieh, der auch noch Doppel-Olympiasieger wurde! Den nur zum Zuschauen verbannten Potsdamer Clubfahrer und Pechvogel, M. Machata, belegte der BSD mit einer deftigen einjährigen Sperre und zusätzlichen Strafzahlung in Höhe von 5.000 Euro nachträglich.
Damit wurde er nicht nur zum Buhmann gestempelt, sondern man machte ihn auch noch zum Verräter!
Weil der früher mit mehreren Ministerämtern betraute Andreas Trautvetter aus Kleinschmalkalden, als bereits seit 2004 verantwortlicher Chef des BSD mit dieser harten und juristisch nur schwer begründbaren, vielleicht sogar rechtswidrigen Entscheidung keinen Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden sah, ist die Empörung unter den Sportlern und Fans folgerichtig besonders groß!
In einer Zeit, wo Trainer, Aktive und diverse Materialien global ausgetauscht werden, ist diese fast schon lächerlich anmutende Begründung doch eher ein Schuss in den Ofen und wird deshalb überwiegend, wo immer man hinhört, scharf kritisiert. Eine interne sachliche Aussprache mit Benennung der verschiedensten Probleme, wie zum Beispiel bei der Menschenführung, den Materialien, dem Verhältnis untereinander usw. unter allen Beteiligten wäre doch die wesentlich vernünftigere Lösung gewesen!
Damit ganz schnell die Angelegenheit fair abgeschlossen werden kann sollte Folgendes passieren:
1. Zeitnahe Rücknahme der beiden Bestrafungen für M. Machata durch den BSD,
2. schriftliche Festlegungen von bisher nur angedachten Regularien beim Umgang mit den Sportlern bzw. verschiedenen Materialien durch den BSD,
3. vor den nächsten internationalen Wettkämpfen befragen Verantwortliche des BSD bei Bedarf daran nicht beteiligte Aktive, evtl. von diesen Materialien einsetzen zu dürfen, die nicht aus öffentlichen Mitteln stammen,
4. der BSD versucht durch eine möglichst zeitnahe Aussprache mit allen Beteiligten des Bobsportes die schon lange brodelnden Unstimmigkeiten um diese Mannschaften herum, die sich unglücklicherweise gerade bei den Spielen entluden, wieder in die bekannte Erfolgsspur zurückzukommen.
Wollen wir wirklich erleben, dass in vier Jahren vielleicht ein M. Machata im Team Jamaika neben seinem neuen Anschieber-Kollegen, Usain Bolt, steht?
Hans-Ullrich Klemm
Autor: redSchon lange vor dem Beginn unser Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) überzeugt, dass Deutschland bei der Medaillienvergabe ein gehöriges Wörtchen mitsprechen wird und gab deshalb mit rund 30 Stück, laut dem Ergebnis der letzten Spiele, ein hochgestecktes Kampfziel an seine Teilnehmer aus.
Nach den anfänglich erwarteten Erfolgen bei den Rodelwettbewerben im Eiskanal, wo sich anschließend unsere Silberne Hüfner überraschend als benachteiligt meldete, weil ihr Heimtrainer, A. Florschütz, seine vertragliche Anstellung schon vor Monaten beim BSD verlor, sollte es bei den erfolgsgewöhnten Bob-Piloten so weitergehen.
Wie wir alle wissen, wurde aber daraus eine regelrechte Pleite, die es in dieser Form seit 1956 nicht mehr gab. Hilflosigkeit im Verband machte sich breit, genaueste Untersuchungen und Gespräche mit dem Bobhersteller, Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) Berlin, wurden angekündigt. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Rodelathleten passte hier das Gesamtpaket einfach nicht! Nach den durchweg ungewohnt schlechten Startzeiten musste es förmlich zu diesem völlig unerwarteten Desaster kommen, für dieses selbstkritisch der nicht mehr alle erreichende Cheftrainer Langen fairerweise auch sofort die Verantwortung übernahm und mit einer Abwahl rechnete.
Umso erstaunlicher, ja fast schon sensationell, empfanden alle Konsumenten von Sportmeldungen über alle möglichen Medien das Ergebnis der Olympiaauswertung des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) um Wochenbeginn. Die Ursache des beschämenden Abschneidens unserer gesamten Bobbesatzungen schien gefunden, obwohl angeblich der Beschuldigte mit seinem Fehlverhalten damit nichts zu tun hätte, einfach eine kuriose Geschichte:
Hauptverantwortlich dafür sind nicht die diesmal allesamt versagenden Akteure in den Bobs, die Gerätehersteller, Trainer und Betreuer mit ihren unterschiedlichsten Aufgaben, sondern der in der Qualifikation gescheiterte und deshalb auch daheimgebliebene Ex- Europa- und Weltmeister, Manuel Machata!
Sein ausgesprochenes Pech war nämlich, dass er einen Teil seiner persönlich erworbenen gebrauchten Kufen eines ausländischen Sportlers nicht an irgend einen unbedeutenden Weggefährten, sondern an den sonstigen russischen Mitbewerber Subkow verlieh, der auch noch Doppel-Olympiasieger wurde! Den nur zum Zuschauen verbannten Potsdamer Clubfahrer und Pechvogel, M. Machata, belegte der BSD mit einer deftigen einjährigen Sperre und zusätzlichen Strafzahlung in Höhe von 5.000 Euro nachträglich.
Damit wurde er nicht nur zum Buhmann gestempelt, sondern man machte ihn auch noch zum Verräter!
Weil der früher mit mehreren Ministerämtern betraute Andreas Trautvetter aus Kleinschmalkalden, als bereits seit 2004 verantwortlicher Chef des BSD mit dieser harten und juristisch nur schwer begründbaren, vielleicht sogar rechtswidrigen Entscheidung keinen Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden sah, ist die Empörung unter den Sportlern und Fans folgerichtig besonders groß!
In einer Zeit, wo Trainer, Aktive und diverse Materialien global ausgetauscht werden, ist diese fast schon lächerlich anmutende Begründung doch eher ein Schuss in den Ofen und wird deshalb überwiegend, wo immer man hinhört, scharf kritisiert. Eine interne sachliche Aussprache mit Benennung der verschiedensten Probleme, wie zum Beispiel bei der Menschenführung, den Materialien, dem Verhältnis untereinander usw. unter allen Beteiligten wäre doch die wesentlich vernünftigere Lösung gewesen!
Damit ganz schnell die Angelegenheit fair abgeschlossen werden kann sollte Folgendes passieren:
1. Zeitnahe Rücknahme der beiden Bestrafungen für M. Machata durch den BSD,
2. schriftliche Festlegungen von bisher nur angedachten Regularien beim Umgang mit den Sportlern bzw. verschiedenen Materialien durch den BSD,
3. vor den nächsten internationalen Wettkämpfen befragen Verantwortliche des BSD bei Bedarf daran nicht beteiligte Aktive, evtl. von diesen Materialien einsetzen zu dürfen, die nicht aus öffentlichen Mitteln stammen,
4. der BSD versucht durch eine möglichst zeitnahe Aussprache mit allen Beteiligten des Bobsportes die schon lange brodelnden Unstimmigkeiten um diese Mannschaften herum, die sich unglücklicherweise gerade bei den Spielen entluden, wieder in die bekannte Erfolgsspur zurückzukommen.
Wollen wir wirklich erleben, dass in vier Jahren vielleicht ein M. Machata im Team Jamaika neben seinem neuen Anschieber-Kollegen, Usain Bolt, steht?
Hans-Ullrich Klemm
