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Als Volunteer in Sotschi (Teil II)

Dienstag, 18. März 2014, 10:18 Uhr
Sergej König ist zurück. Zurück aus Sotschi. In der Stadt am Schwarzen Meer war der 41-jährige Eichsfelder als Volunteer bei den Olympischen Winterspielen eingesetzt. Insgesamt sorgten 25.000 Freiwillige dafür, dass alles reibungslos über die Bühne ging. Ein Bericht in fünf Teilen von Sandra Arm...

Auf Schritt und Tritt


Das Panorama ist atemberaubend: Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne erhellen die schneebedeckten Bergkuppen des Kaukasus-Gebirges. Sergej König genießt den stillen Moment und hält ihn anschließend mit seiner Kamera fest. Es ist ein Foto aus den ersten Tagen nach seiner Ankunft in der Olympiastadt. Angekommen ist er am 19. Januar, drei Wochen vor den großen Eröffnungsfeierlichkeiten im Fischt-Stadion.

Sergej König ist das erste Mal in Sotschi, kannte die Stadt bisher nur von der Landkarte beziehungsweise vom Hörensagen. Nun erkundigte er sie gemeinsam mit einem Teil der anderen Volunteers. „Wir haben uns mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut gemacht, um zu wissen, wo zum Beispiel das Krankenhaus oder die Wäscherei ist. Wir haben Weiterbildungen besucht, Sicherheitstrainings absolviert und sind zu den einzelnen Wettkampfstätten gefahren“, erklärt er die frühe Anreise.

Nach den Ausflügen ging es zurück in das so genannte Volunteer Dorf, dicht beim Olympischen Dorf gelegen. Davon gab es gleich mehrere. Das, in dem Sergej König wohnte, trug die Nummer 7. Auf einem großen Platz zwischen den hochgezogenen Häuserblöcken stand mittig ein großes weißes Zelt.

Sergej König posiert vor den schneebedeckten Bergkuppen des Kaukasus-Gebirges (Foto: privat) Sergej König posiert vor den schneebedeckten Bergkuppen des Kaukasus-Gebirges (Foto: privat) Darin wurde gegessen, gespielt oder getanzt. Dafür war in den bescheiden eingerichteten Appartements kein Platz. „Wir haben uns zu Dritt ein Zimmer geteilt. Für jeden gab es ein Bett und einen Kleiderständer.“

Seine zwei WG-Mitbewohner kamen aus der Ukraine und Russland. Verständigungsprobleme? Fehlanzeige. Sergej König spricht fließend russisch. „Wir haben uns oft über unsere Mannschaften und die Wettkämpfe ausgetauscht. Das war schon sehr interessant zu erfahren, wie die Organisation in den anderen Teams funktioniert.“ Die Deutschen waren in allem gut durchorganisiert. Für jeden Volunteer gab es einen Wochen-Zeitplan, damit er genau wusste, wann er wo eingesetzt ist.

Die meiste Zeit verbrachte Sergej König hinter dem Lenkrad, er beförderte die ihm zugewiesenen deutschen Athleten, Trainer und Betreuer. So wie die Skispringer um Mitfavorit Severin Freund.

Sergej König nimmt sein Gefährt in Empfang. Als Volunteer ist er unter anderem als Fahrer für die deutsche Mannschaft im Einsatz (Foto: privat) Sergej König nimmt sein Gefährt in Empfang. Als Volunteer ist er unter anderem als Fahrer für die deutsche Mannschaft im Einsatz (Foto: privat)

Er holte das Team vom Flughafen ab, brachte es zunächst ins „Welcome-Center“ und anschließend ins Olympische Dorf. „Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass es die Skispringer sind“, sagt König, der die Springen der „neuen Generation“ kaum verfolge und nur die „alte Generation“ um den erst kürzlich zurückgetretenen Team-Olympiasieger Martin Schmitt kenne.

Zu seinen weiteren Aufgaben zählten: Post abholen, Verwaltung bei der Beförderung von Sportinventar sowie die Begleitung der Gäste und Familienangehörige zu dem jeweiligen Sportler. Die Arbeitszeiten variierten. „Manchmal haben wir um 15 Uhr angefangen, mal um 10 Uhr. Es gab auch Tagesdienste, die von 10 bis 20 Uhr gingen.“

Je nach Bedarf wurden die Freiwilligen eingesetzt. Auch blieb nach den Diensten noch ein wenig Zeit, um sich einzelne Wettkämpfe im Snowboard, im Biathlon oder im Skispringen anzuschauen. Die ersten beiden Höhepunkte erlebte Sergej König noch vor und dann während der großen Eröffnungsshow.
Sandra Arm
Autor: red

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