Als Volunteer in Sotschi (Teil III)
Mittwoch, 19. März 2014, 13:39 Uhr
Sergej König ist zurück. Zurück aus Sotschi. In der Stadt am Schwarzen Meer war der 41-jährige Eichsfelder als Volunteer bei den Olympischen Winterspielen eingesetzt. Insgesamt sorgten 25.000 Freiwillige dafür, dass alles reibungslos über die Bühne ging. Ein Bericht in fünf Teilen von Sandra Arm...
Es gibt Momente im Leben, die man nicht so schnell vergisst. Zwei ganz besondere erlebte Sergej König vor und während der gigantischen Eröffnungsfeier. Mit von der Partie: auch eine gehörige Portion Glück. Dass ich für die Aufgaben ausgewählt wurde, das war eine große Ehre für mich, sagt er.
Zunächst erhielt er einen Anruf von seinem Teamleiter aus dem Organisationskomitee mit der Frage, ob er sich vorstellen könnte, das Namensschild bei der Willkommens-Zeremonie für die deutsche Mannschaft im Athletendorf zu tragen. Und ob er das konnte: Ich habe nicht lange überlegen müssen und sofort zugesagt.
Der Ablauf wurde bis ins kleinste Detail geprobt, nichts durfte schiefgehen. Es schien fast so, wie eine Eröffnungsfeier in klein oder die Generalprobe für die große Show. Dann kam endlich der große Augenblick: Sergej König hielt in der rechten Hand das Namensschild mit der Aufschrift GER für Germany und führte die Gruppe um den Chef de Mission, Michael Vesper, und einige Athleten unter ihnen die spätere Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger an.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde zu den Klängen der deutschen Nationalhymne die deutsche Fahne im Olympischen Dorf gehisst. Die Delegation wurde mit den Worten des viermaligen Kunstturn-Olympiasiegers Alexei Nemow - "Herzlich Willkommen in Sotschi. Ich hoffe, dass das Dorf für euch zu einer zweiten Heimat wird" - in der Region von Krasnaja Poljana herzlich empfangen.
Das Glück meinte es nur wenige Stunden erneut gut mit Sergej König, der vom Organisationskomitee für eine weitere ehrenvolle Aufgabe ausgewählt wurde. Er erlebte nämlich die Eröffnungsfeier an der Seite der deutschen Mannschaft. Jeder der 80 ausgewählten Volunteers hatte die Aufgabe, auf eine Mannschaft aufzupassen. Mit Einlaufen durfte Sergej König zwar nicht, aber dafür die Atmosphäre in den Katakomben des Stadions spüren und genießen.
Er stand mittendrin, umringt von den Sportlern aus aller Welt, die fröhlich gestimmt dem Moment des Einmarschs erwartungsvoll entgegenfieberten. Auch die Maskottchen – Eisbär, Schneeleopard und Schneehase – statteten den Wartenden einen kurzen Besuch ab. Mit großen Augen verfolgte Sergej König anschließend die opulente Eröffnungsshow von der Tribüne aus. Am meisten beeindruckt hat mich das Moskauer Bolschoi-Ballett.
Ein Mann ist fast zwei Meter hochgesprungen, Pirouetten wurden gedreht. Eigentlich ist Sergej König kein großer Fan vom klassischen Bühnentanz: Wenn im Fernsehen Ballett übertragen wird, dann schalte ich immer ab. Seine Meinung änderte er nach der beeindruckenden Darbietung der Tänzerinnen und Tänzer. Zum positiven: Das muss ich mir unbedingt mal bei uns in der Nähe anschauen.
Um 19.27 Uhr war es dann endlich soweit: Russlands Präsident Wladimir Putin sprach die magischen Worte: Die 22. olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi erkläre ich für eröffnet. Um kurz vor 20 Uhr war sie dann beendet, die Diskussion, wer denn das olympische Feuer entzündet: Eisläuferin Irina Rodnina und Eishockeyspieler Wladislaw Tretjak. Die große blaue Stele mit den lodernden Flammen war mit eins der beliebtesten Fotomotive.
Auch Sergej König konnte sich der magischen Anziehungskraft des Olympischen Feuers nicht entziehen. Der Moment mit der Flamme im Hintergrund ist ebenso auf der Speicherkarte der Kamera festgehalten wie die Begegnungen mit Skistar Maria Höfl-Riesch, Skispringerin Carina Vogt oder den Kombinierern um Cheftrainer Hermann Weinbuch.
Sandra Arm
Autor: redSergej, der Glückliche
Sergej König ist zurück. Zurück aus Sotschi. In der Stadt am Schwarzen Meer war der 41-jährige Eichsfelder als Volunteer bei den Olympischen Winterspielen eingesetzt. Insgesamt sorgten 25.000 Freiwillige dafür, dass alles reibungslos über die Bühne ging.Es gibt Momente im Leben, die man nicht so schnell vergisst. Zwei ganz besondere erlebte Sergej König vor und während der gigantischen Eröffnungsfeier. Mit von der Partie: auch eine gehörige Portion Glück. Dass ich für die Aufgaben ausgewählt wurde, das war eine große Ehre für mich, sagt er.
Zunächst erhielt er einen Anruf von seinem Teamleiter aus dem Organisationskomitee mit der Frage, ob er sich vorstellen könnte, das Namensschild bei der Willkommens-Zeremonie für die deutsche Mannschaft im Athletendorf zu tragen. Und ob er das konnte: Ich habe nicht lange überlegen müssen und sofort zugesagt.
Der Ablauf wurde bis ins kleinste Detail geprobt, nichts durfte schiefgehen. Es schien fast so, wie eine Eröffnungsfeier in klein oder die Generalprobe für die große Show. Dann kam endlich der große Augenblick: Sergej König hielt in der rechten Hand das Namensschild mit der Aufschrift GER für Germany und führte die Gruppe um den Chef de Mission, Michael Vesper, und einige Athleten unter ihnen die spätere Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger an.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde zu den Klängen der deutschen Nationalhymne die deutsche Fahne im Olympischen Dorf gehisst. Die Delegation wurde mit den Worten des viermaligen Kunstturn-Olympiasiegers Alexei Nemow - "Herzlich Willkommen in Sotschi. Ich hoffe, dass das Dorf für euch zu einer zweiten Heimat wird" - in der Region von Krasnaja Poljana herzlich empfangen.
Das Glück meinte es nur wenige Stunden erneut gut mit Sergej König, der vom Organisationskomitee für eine weitere ehrenvolle Aufgabe ausgewählt wurde. Er erlebte nämlich die Eröffnungsfeier an der Seite der deutschen Mannschaft. Jeder der 80 ausgewählten Volunteers hatte die Aufgabe, auf eine Mannschaft aufzupassen. Mit Einlaufen durfte Sergej König zwar nicht, aber dafür die Atmosphäre in den Katakomben des Stadions spüren und genießen.
Er stand mittendrin, umringt von den Sportlern aus aller Welt, die fröhlich gestimmt dem Moment des Einmarschs erwartungsvoll entgegenfieberten. Auch die Maskottchen – Eisbär, Schneeleopard und Schneehase – statteten den Wartenden einen kurzen Besuch ab. Mit großen Augen verfolgte Sergej König anschließend die opulente Eröffnungsshow von der Tribüne aus. Am meisten beeindruckt hat mich das Moskauer Bolschoi-Ballett.
Ein Mann ist fast zwei Meter hochgesprungen, Pirouetten wurden gedreht. Eigentlich ist Sergej König kein großer Fan vom klassischen Bühnentanz: Wenn im Fernsehen Ballett übertragen wird, dann schalte ich immer ab. Seine Meinung änderte er nach der beeindruckenden Darbietung der Tänzerinnen und Tänzer. Zum positiven: Das muss ich mir unbedingt mal bei uns in der Nähe anschauen.
Um 19.27 Uhr war es dann endlich soweit: Russlands Präsident Wladimir Putin sprach die magischen Worte: Die 22. olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi erkläre ich für eröffnet. Um kurz vor 20 Uhr war sie dann beendet, die Diskussion, wer denn das olympische Feuer entzündet: Eisläuferin Irina Rodnina und Eishockeyspieler Wladislaw Tretjak. Die große blaue Stele mit den lodernden Flammen war mit eins der beliebtesten Fotomotive.
Auch Sergej König konnte sich der magischen Anziehungskraft des Olympischen Feuers nicht entziehen. Der Moment mit der Flamme im Hintergrund ist ebenso auf der Speicherkarte der Kamera festgehalten wie die Begegnungen mit Skistar Maria Höfl-Riesch, Skispringerin Carina Vogt oder den Kombinierern um Cheftrainer Hermann Weinbuch.
Sandra Arm






