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Ist für U. Hoeneß der FCB Geschichte?

Mittwoch, 19. März 2014, 17:58 Uhr
Hans-Ullrich Klemm hat sich wieder einmal mit der Personalie Uli Hoeneß beschäftigt. Im Forum der nnz fragt er, ob der FC Bayern für den Steuerhinterzieher nun Geschichte ist...


Als der Leser R. D. Reiber sich am späten Nachmittag des 11. diesen Monats hier im Forum über den Steuerbetrug im schweren Fall des damals noch amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Präsidenten, U. Hoeneß, sein Herz ausschüttete, war die Zahl der Ausgangsmillionen bereits gewaltig gestiegen, was sich sogar später nochmals fortsetzte.

Aufgrund des Bekanntheitsgrades der „Hauptperson“ haben die unterlassenen Vorgänge nicht nur die Freunde des Fußballsportes seit Bekanntwerden der eigentlich verwerflichen Tat (en) sehr emotional bewegt und gedanklich beschäftigt.
Sind wir doch mal ehrlich, so schlimm diese traurige „Story“ im Steuerprozess des Jahres auch ist und Niemanden etwas angehen dürfte, ist es in der Realität eben nicht so.

Dieser Mann mit übermäßig vielen gegensätzlichen Eigenschaften hob sich von seinen Präsidentenkollegen anderer Vereine, die kaum ein Sportfan mehrheitlich und namentlich aufzählen könnte, durch seine auch gern öffentlich ausgetragenen Streitereien mit überzogenen Dominanzgefühlen schlicht und einfach ab und polarisierte so auffällig, dass man mit einer überhöhten Aufmerksamkeit auf das abschließende Urteil im überraschend kurzen Prozess wartete, um ausgiebig darüber diskutieren zu können.

Als Zeitzeuge darf meinerseits bestätigt werden, dass sich die richterliche Entscheidung mit großer Genugtuung auch in anderen Ländern wie ein Lauffeuer verbreitete. So erlebte ich diese inmitten von Wintersportlern hoch oben in den Alpen von Österreich. Plötzlich war im größeren Umkreis helle Aufregung angesagt...

Obwohl wir alle uns aus dieser schlimmen und eigentlich auch undurchsichtigen Geschichte, die weitere Vermutungen noch offen lässt, heraushalten sollten, beweist doch der sinusförmliche Verlauf, dass das nur schwer möglich ist. Der unnormal schnelle Absturz eines Prominenten in den wenigen Tagen vor Gericht, das für ihn statt dem ersehnten Freispruch den Weg in den Knast ebnete, wurde von ihm und seinen erfolglosen „Staranwälten“ genutzt, durch Zurückrudern der schon voreilig erwähnten Revision sowie der sofortigen Niederlegung aller „Bayern-Ämter“ wieder etwas besser dastehen zu wollen.

In Wirklichkeit brach aber mit dem fast noch für U.H. günstig vorkommenden Urteil, im Verhältnis zu seinen bisher bekannten Straftaten, gleichzeitig sein Lebenswerk, FC Bayern München, völlig zusammen! Von seinem bisherigen Versprechen, nur die getreuen Mitglieder des Clubs über seine Zukunft bei diesem Vorzeigeclub entscheiden zu lassen, was nach seinem Gerichtsurteil mit ihm werden soll, rückte er plötzlich lautlos ab. Vielleicht gibt es aber ein juristisches Novum, indem die Anstaltsleitung der JVA Landsberg, seinem vorerst zukünftigen Zuhause, statt am bezaubernden Tergernsee, in ihren Gemäuern mit einer Sonderregelung die nächste Mitgliederversammlung des Münchener Vorzeigeclubs tagen lässt…….!

Im Nachhinein sollten sich eigentlich die honorigen Aufsichtsratsmitglieder richtig schämen, ihren Vorsitzenden zum Weiteramtieren, statt mit der vorübergehenden Niederlegung bis zum Urteil geraten zu haben, was in der Bevölkerung überdurchschnittlich weniger gut ankam! Immerhin hatte der Ex-Präsident unseren Staat bereits mit Abgabe seiner missratenen Selbstanzeige, die eigentlich auch seine rasch ausgewählten Helfer mit zu verantworten hätten, nachweislich betrogen! Es war somit unverantwortlich, diese beiden hohen Posten eines so bedeutungsvollen Unternehmens mit dieser Person so lange zu besetzen.

Der ehemalige Primus hat mit seiner Verzichtserklärung auf Revision vom 14. März 2014, einen(!) Tag nach der Urteilsverkündung, gleichzeitig den Eindruck erweckt, mit großer Reue sich in Richtung Wiedergutmachung bewegen zu wollen, wofür u.a. auch unsere Bundeskanzlerin „hohen Respekt“ zollte, was sicherlich bei den vielen anderen einsitzenden Ganoven in unserem Land bestimmt nicht passierte.

Wer diesen Prozess ein wenig verfolgte, und das werden sehr, sehr viele Leute gewesen sein, müsste nachdenken, warum zuvor die Revision verkündet und wenig später wieder zurückgenommen wurde. Hier liegt zumindest bei mir die Vermutung nahe, dass noch gewisse „Ungereimtheiten“ in der Luft liegen……

In solch einem wichtigen Fall darf es doch einfach nicht sein, dass die Familie Hoeneß bereits im Vorfeld wusste, jedes Urteil anzunehmen zu wollen, nur die vermeintlichen „Star-Verteidiger“ nicht!

Mit dem bevorstehenden schweren Gang in das Gefängnis dürfte wahrscheinlich aber auch für die hartgesottenen Befürworter das Mitleidsgefühl für ihn stark ansteigen. Wenn diese Erfolgsperson einer längeren Epoche nach einer zu erwarteten „Eignungsprüfung“ dann eventuell in der Küche als Koch arbeiten darf oder mit der einheitlichen Anstaltskleidung ohne rot-weißem Schal andere Arbeiten übernehmen muss, um danach am späten Nachmittag in sein vielleicht maximal 10 m² Zimmer einrücken zu können, weiß er spätestens, was er mit seiner heimlichen, vielleicht doch auch krankhaften, Geld-Zockerei, ohne von den Erlösen auch die Steuern zu bezahlen, eigentlich verbockt hat!

Oder war er vielleicht doch nur ein „Bauernopfer“, weil man als Einzelperson eigentlich unmöglich die gefundenen zirks 10.000 Blätter der Finanztransaktionen tätigen kann. Welche Rolle spielte vielleicht doch dabei sein Club? Einige weitere Fragen werden vorerst noch unbeantwortet bleiben...

Und dieses Geld, wovon er in der nahen Vergangenheit vermutlich genügend hatte, dürfte nunmehr sehr, sehr knapp werden, weil die auf seinem privaten Konto ruhenden Millionen € nicht ausreichen dürften, davon die z.Z. geschätzten ca. 40 Millionen € Nachforderungen seines Finanzamtes zu begleichen.

Mit seinen Aufwandsentschädigungen als ehrenamtlicher Bayernpräsident sowie geringfügiger Anteilseigner seiner Nürnberger Wurstfabrik, die schlauerweise vorrangig seiner Ehefrau gehört, kann es im Ernstfall sogar sein, dass U.H. entweder seine finanzstarken ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder anpumpen oder einen Teil seiner vorhandenen Immobilien verkaufen muss!

Auch mir geht eigentlich diese völlig private Geschichte einer Person mit diesem besonderen Bekanntheitsgrad direkt nichts an, doch das normale Interesse wurde aufgrund der sich ständigen Veränderungen der Ausgangszahlen dermaßen gesteigert, dass das gesprochene Urteil eines der wichtigsten außerpolitischen Meldungen der letzten Monate gewesen sein dürfte und dementsprechend auch teils unterschiedlich bewertet wurde. Wem diese Entwicklung seit seiner Selbstanzeige nach wie vor nicht interessiert, der hat auch vermutlich mit dem Sport nichts zu tun.

Es bleibt für U. Hoeneß zu hoffen, dass die bekannt fleißigen Journalisten, Staatsanwälte, Steuerfahnder sowie Bankleute aus der Schweiz oder Deutschland vorerst auch eine Ruhepause einlegen und sich möglichst nicht mit einer „Zugabe“ zurückmelden. Für das gefallene „Bayern-Denkmal“ ist zumindest der erste Teil dieser übermäßig hohen psychischen Belastung mit dem Urteilsspruch vorerst beendet, bis das eigentlich Schlimmere beginnen wird……..
Hans-Ullrich Klemm
Autor: red

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