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Bachs Musik als Friedensbotschaft

Mittwoch, 02. April 2014, 08:40 Uhr
Mit einem Kulturgroßprojekt startete im Februar 2014 ein Austausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Russland, deren Initiative jedoch auf Mühlhausen zurückgeht. Dazu erreichte kn folgende Meldung...

Mit der Aufführung der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach im Dom zu Kaliningrad, vormals Königsberg, fast auf den Tag genau 70 Jahre nachdem das Werk dort zum letzten Mal vor der völligen Zerstörung von Dom und Stadt im 2. Weltkrieg erklungen ist, soll ein Zeichen für Frieden und Völkerverständigung gesetzt werden.

Besonders in der aktuellen politischen Situation kann die zeitlose Botschaft der Bachschen Musik Brücken zwischen den Kulturen schlagen und den Dialog befördern.

Bachs Musik als Friedensbotschaft (Foto: Wahlkreisbüro Gudrun Holbe) Bachs Musik als Friedensbotschaft (Foto: Wahlkreisbüro Gudrun Holbe)

Als Amtsaufgabe versteht der Mühlhäuser Stadtorganist Wilke auch die Wahrung der reichen Musiktradition der Stadt Mühlhausen, die besonders vom 16. bis 18. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. So konnte man bereits 2011 einen kulturellen Austausch durch den in Mühlhausen geborenen und in Königsberg wirkenden Johannes Eccard erleben.

Die Aufführung der Matthäuspassion nahm seit ihrer Wiederentdeckung im Jahre 1829 in Königsberg einen festen Platz im dortigen Musikleben ein. Ein Erlebniszeuge, damals Konfirmand, hielt es für wichtig, seine Eintrittskarte von 1944 zur Matthäuspassion im Dom zu Königsberg mit auf die Flucht zu nehmen. Somit wissen wir heute genau, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit Bachs Monumentalwerk erklungen ist.

Dieser heute in Stuttgart lebende Erlebniszeuge legte mit einem Grußwort vor der Aufführung am 14. Februar 2014 das Werk auch in Gedanken und in Gedenken den Zuhörern nahe.

Bachs Musik als Friedensbotschaft (Foto: Wahlkreisbüro Gudrun Holbe) Bachs Musik als Friedensbotschaft (Foto: Wahlkreisbüro Gudrun Holbe)

Begeistert von MdL Holzapfels, Taschs und Holbes sowie Stadtorganist Wilkes Idee nahm die Thüringer Ministerpräsidentin Lieberknecht dieses interkulturellen Vorhabens auf und unterstützt es mit der Zusage ihrer Schirmherrschaft.

Durch die Förderung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, des Freistaates Thüringen sowie großzügige Spenden aus der Finanzbranche reisen Repräsentanten des Freistaates, wie z. B. mehrere Landtagsabgeordnete und Einwohner aus dem Unstrut-Hainich-Kreis und dem Kyffhäuserkreis, und der Bundesrepublik Deutschland nach Kaliningrad, um der Bachschen Musik zuzuhören, jener Organist, den 1707 der Mühlhäuser Rat in die freie Reichstadt als Stadtmusiker berief.

Unter der Leitung von Gewandhausorganist Michael Schönheit interpretieren der Kammerchor der Schloßkapelle Saalfeld, das Collegium Vocale Leipzig, die Thüringer Sängerknaben, internationale Solisten, der Stadtorganist Denny Ph. Wilke und das Staatliche Sinfonieorchester Kaliningrad die Musik Johann Sebastian Bachs - 70 Jahre danach, als Friedensbotschaft.

Durch die Landtagsabgeordneten wurde ein Memorandum zwischen dem Thüringer Landtag und dem Oblast Kaliningrad vorbereitet, welches durch die Vorsitzende der Kaliningrader Gebietsduma, Frau Marina Orgeejeva, sowie durch die Abgeordneten des Thüringer Landtags und der Landtagspräsidentin, Birgit Diezel, im Vorfeld des Konzertes unterzeichnet wurde.


Gudrun Holbe CDU-Landtagsabgeordnete
Denny Wilke Stadtorganist zu Mühlhausen
Autor: khh

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