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So etwas darf nie wieder passieren

Dienstag, 08. April 2014, 13:50 Uhr
Zum 69. Mal jährt sich ein sehr trauriger Tag in der Geschichte der Stadt Sondershausen. Der Tag der Bombardierung von Sondershausen. Aus diesem Grund legten heute die SPD/Grünen-Stadtratmitglieder einen Kranz nieder.

So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann) So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Neben den Stadtratmitgliedern hatten sich weitere Bürger der Stadt Sondershausen am Hauptfriedhof von Sondershausen eingefunden.

Für die jetzige Generation ist dieser Krieg schwer nachzuvollziehen, so die erste Beigeordnete Cornelia Krtaffzick in den Gedenkworten. Die Erinnerung und Verantwortung für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lässt sich nicht verordnen, sie muss sich entwickeln und wachsen bei allen Menschen, die nach den Ursachen all des menschlichen Leids fragen. Diesen Weg sollten wir gemeinsam gehen, Flagge zeigen: für eine demokratische, weltoffene und vielfältige Gesellschaft – gegen rechtspopulistische Stimmungsmache, die dieses Leid nicht nur über unsere Stadt brachte sondern über die ganze Welt.

Zum Gedenken an den Tag der Bombardierung von Sondershausen wurde eine Schweigeminute eingelegt, um an all diejenigen zu erinnern, die den Bombenangriff nicht überlebten, an all die Hinterbliebenen die trauerten um ihre Angehörigen und als Mahnung für alle Menschen, sich der dauerhaften Verpflichtung für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit zu stellen.

So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann) So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Danach legen Cornelia Kraffzick und Andreas Gothe einen Kranz nieder. Auch die anderen Mitglieder der kleinen Gedenkfeier verharrten am Ehrenmal noch einmal in kurzem Gedenken

So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann) So etwas darf nie wieder passieren (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mit Gerhard Titel (re.) hatte sich auch ein Zeitzeuge eingefunden, der die Bombardierung als 10- jähriger Jungen in Sondershausen mit erleben wusste, als er in einem Keller nahe der Cruciskirche um sein Leben bangen musste. Er bestätigte mit an deren Worten, was Kraffzick vorher in der Gedenkrede vorgetragen hatte.

Was geschah vor 69 Jahren:

Aus den Aufzeichnungen des Superintendenten, Friedrich Hartz, ist zu entnehmen, dass der 8.April 1945 ein klarer Sonnentag, ohne jegliche Wolke am Himmel war.
Der Tag schien ohne jede Gefahr zu Ende zu gehen. Gegen Abend wurde das normale Leben auf der Straße von Motorengeräuschen der herannahenden Bomber übertönt.

Kaum waren die Bomber, aus westlicher Richtung zu sehen, da lösten sich auch schon die ersten Bomben. Als sie einschlugen vibrierte die Erde und die Stadt wurde in einen regelrechten Schuttnebel eingeschlossen. Bis 19.00 Uhr währte das Rauschen der Bomben, das Klirren der Fensterscheiben, das Einstürzen der lichterloh brennenden Häuser, die Angst und der Schrecken des Krieges zeigte sein Gesicht.

Dann wurde es still. Ein Bild der Zerstörung bot sich allgegenwärtig. Die Menschen unserer Stadt waren durch die

Hölle geschritten. 122 Bomben wurden über das Stadtgebiet gezündet, allein der Luftangriff hatte 181 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Superintendent Hartz schreibt das alles nieder in “Die Schreckenstage des Krieges im April 1945 in Sondershausen“ um zu erinnern. Auch um zu erinnern und zu mahnen.
Autor: khh

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