Lichtblick: Schwarzer Peter
Freitag, 18. April 2014, 07:10 Uhr
Sie kennen sicherlich das Spiel Schwarzer Peter. Als Kinder haben wir es gespielt. Es ist nicht kompliziert. Man ist einfach nur froh und höchst zufrieden, wenn jemand anders den Schwarzen Peter bekommt. Das Spiel endet, wenn jemand endgültig den Schwarzen Peter hat und ihn nicht mehr loswerden kann. Dann beginnt das Spiel von vorne...
Die Passionsgeschichte läuft nach einem ähnlichen Prinzip. Am Ende will keiner Jesus haben. Der Hohe Rat ist sich einige, dass sie Jesus loswerden wollen. Gleichzeitig wollen sie aber, dass Pilatus das Urteil spricht. Pilatus aber will das nach genauem Betrachten der Sachlage gar nicht.
Er versucht, Jesus und die Entscheidung über ihn an den Hohen Rat zurückzugeben. Der nimmt ihn aber nicht an. So bleibt es an Pilatus, etwas zu tun. In dieser Situation gibt er die Entscheidung an das Volk weiter, als er fragt: Wen soll ich euch freigeben? Was soll ich mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Pilatus folgt dem Wunsch des Volkes und läßt Jesus kreuzigen. Wer hat nun den Schwarzen Peter?
Am Ende hat Jesus selbst den Schwarzen Peter. Er hat ihn nicht weitergegeben, sondern hat ihn behalten. Um in dem Bild vom Spiel zu bleiben: Er hat den Schwarzen Peter behalten, damit die anderen gewinnen! Dafür ist er unschuldig ans Kreuz gegangen, hat unsere Schuld getragen, unsere Strafe verbüßt.
Daran wird ein ganz menschliches Phänomen deutlich: Menschen wollen den Schwarzen Peter so schnell wie möglich loswerden. Immer wieder suchen wir nach dem, der unsere Entscheidungen übernimmt und im Falle des Falles die Konsequenzen trägt. Das ist schon immer so gewesen! Im Paradies stellt Gott die einfache Frage: Habt ihr vom Baum der Erkenntnis gegessen? Der Mann antwortet: Die Frau hat mich verführt! Die Frau hält dagegen: Ich kann nichts dafür, die Schlange hat mich verführt!
Am Ende fühlt man sich wohl etwas besser, wenn viele schuld sind, und nicht man selbst allein. Damals wie heute ist das nicht anders: Schuld sind immer noch die anderen, die Alten, weil sie scheinbar nichts gelernt haben, die Jungen, weil sie von den Alten nichts lernen wollen, die Roten, weil sie nichts ändern, die Blauen, weil sie alles ändern, die Netten, weil sie nicht durchgreifen, ... und am Schluss ist es die Gesellschaft, die Zeit, oder die Behörde.
Doch bei alledem bleibt der Schwarze Peter quasi im Spiel! Es ist nur die Frage, wer ihn gerade hat. Bekomme ich ihn oder habe ich ihn schon? Wenn wir nicht damit aufhören, ihn immer wieder weiterzugeben, wer dann? Als Christen erleben wir immer wieder, das einer aufgehört und den Schwarzen Peter behalten hat. Jesus behält ihn und stirbt trotz allem vergebend, wenn er spricht: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Das sind Worte, die wir kennen und die immer wieder durch Mark und Bein gehen. Ich bin überzeugt, dass Jesus auch heute sein Leben für uns geben würde. Allerdings würde er vielleicht heute sagen: Herr vergib ihnen, obwohl sie wissen, was sie tun.
Daraus können wir Kraft und Zuversicht schöpfen, auch am Todestag Jesu. Anders als die Jünger damals wissen wir bereits genau, dass am Ostersonntag aus der tiefen Trauer überschwängliche Freude wird. Aus der Totenklage werden Freudenschreie, denn der, der für uns starb, lebt und wir mit Ihm.
Pastorin Steffi Wiegleb
Autor: redDie Passionsgeschichte läuft nach einem ähnlichen Prinzip. Am Ende will keiner Jesus haben. Der Hohe Rat ist sich einige, dass sie Jesus loswerden wollen. Gleichzeitig wollen sie aber, dass Pilatus das Urteil spricht. Pilatus aber will das nach genauem Betrachten der Sachlage gar nicht.
Er versucht, Jesus und die Entscheidung über ihn an den Hohen Rat zurückzugeben. Der nimmt ihn aber nicht an. So bleibt es an Pilatus, etwas zu tun. In dieser Situation gibt er die Entscheidung an das Volk weiter, als er fragt: Wen soll ich euch freigeben? Was soll ich mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Pilatus folgt dem Wunsch des Volkes und läßt Jesus kreuzigen. Wer hat nun den Schwarzen Peter?
Am Ende hat Jesus selbst den Schwarzen Peter. Er hat ihn nicht weitergegeben, sondern hat ihn behalten. Um in dem Bild vom Spiel zu bleiben: Er hat den Schwarzen Peter behalten, damit die anderen gewinnen! Dafür ist er unschuldig ans Kreuz gegangen, hat unsere Schuld getragen, unsere Strafe verbüßt.
Daran wird ein ganz menschliches Phänomen deutlich: Menschen wollen den Schwarzen Peter so schnell wie möglich loswerden. Immer wieder suchen wir nach dem, der unsere Entscheidungen übernimmt und im Falle des Falles die Konsequenzen trägt. Das ist schon immer so gewesen! Im Paradies stellt Gott die einfache Frage: Habt ihr vom Baum der Erkenntnis gegessen? Der Mann antwortet: Die Frau hat mich verführt! Die Frau hält dagegen: Ich kann nichts dafür, die Schlange hat mich verführt!
Am Ende fühlt man sich wohl etwas besser, wenn viele schuld sind, und nicht man selbst allein. Damals wie heute ist das nicht anders: Schuld sind immer noch die anderen, die Alten, weil sie scheinbar nichts gelernt haben, die Jungen, weil sie von den Alten nichts lernen wollen, die Roten, weil sie nichts ändern, die Blauen, weil sie alles ändern, die Netten, weil sie nicht durchgreifen, ... und am Schluss ist es die Gesellschaft, die Zeit, oder die Behörde.
Doch bei alledem bleibt der Schwarze Peter quasi im Spiel! Es ist nur die Frage, wer ihn gerade hat. Bekomme ich ihn oder habe ich ihn schon? Wenn wir nicht damit aufhören, ihn immer wieder weiterzugeben, wer dann? Als Christen erleben wir immer wieder, das einer aufgehört und den Schwarzen Peter behalten hat. Jesus behält ihn und stirbt trotz allem vergebend, wenn er spricht: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Das sind Worte, die wir kennen und die immer wieder durch Mark und Bein gehen. Ich bin überzeugt, dass Jesus auch heute sein Leben für uns geben würde. Allerdings würde er vielleicht heute sagen: Herr vergib ihnen, obwohl sie wissen, was sie tun.
Daraus können wir Kraft und Zuversicht schöpfen, auch am Todestag Jesu. Anders als die Jünger damals wissen wir bereits genau, dass am Ostersonntag aus der tiefen Trauer überschwängliche Freude wird. Aus der Totenklage werden Freudenschreie, denn der, der für uns starb, lebt und wir mit Ihm.
Pastorin Steffi Wiegleb
