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Mehr Unterstützung gefordert

Donnerstag, 24. April 2014, 10:32 Uhr
Auf der Grundlage einer neuen Definition des Begriffs "Pflegebedürftigkeit" soll der Hilfebedarf eines Menschen in Zukunft ganzheitlich, also unter Einbeziehung von seelischen, geistigen und körperlichen Einschränkungen, beurteilt werden. Innerhalb von vier Wochen unterzeichneten bundesweit mehr als 180.000 Personen die Petition, darunter Tausende von in Hessen und Thüringen lebende Menschen. Das nötige Quorum von 50.000 Unterschriften wurde weit übertroffen.

„Das ist ein deutliches Signal an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern“, sagte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Karl-Winfried Seif, nach Auszählung der Unterschriften. „Unser Anliegen wird nun im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags öffentlich zur Diskussion gestellt.“ Der VdK-Landesvorsitzende forderte die Landesregierungen in Wiesbaden und Erfurt auf, sich im Bundesrat und den Parteigremien dafür einzusetzen. „Viele Tausend Menschen in Hessen und Thüringen haben sich mit ihrer Unterschrift für eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung ausgesprochen“, betonte Seif. „Sie erwarten nun, dass ihre politischen Vertreter vor Ort ihre Forderung nach Kräften unterstützen.“

Zwei Aspekte der VdK-Forderung hob Karl-Winfried Seif besonders hervor: „Die Pflegeversicherung muss grundlegend und schnell reformiert werden.“ Der VdK-Landesvorsitzende verwies auf ein Gutachten, das ein vom Bundesministerium für Gesundheit eingesetzter Beirat schon im Mai 2009 vorgelegt habe. „Seit fünf Jahren liegen konkrete Vorschläge auf dem Tisch, wie Menschen mit Demenz besser berücksichtigt und der Zugang zu Leistungen durch die Schaffung eines neuen Bedarfsgrads erleichtert werden können“, sagte Seif. „Es muss nicht mehr geprüft, sondern gehandelt werden.“

Die Unterschriftensammlung zeige, wie groß der Leidensdruck der Betroffenen sei. „Demenzkranke und ihre pflegenden Angehörigen erhalten viel zu wenig Geld aus der Pflegekasse. Angesichts einer deutlichen Zunahme von Demenzerkrankungen in einer älter werdenden Gesellschaft ist dieser Zustand unhaltbar – für die Erkrankten wie für deren Angehörige“, erklärte Seif.
Autor: red

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