Lichtblick: Am Haken
Freitag, 25. April 2014, 07:00 Uhr
Kennen Sie auch den Spruch, dass man jemand "am Haken" hat? Als Jugendliche meinten wir damit, dass wir endlich einen Freund/eine Freundin gefunden hatten, den/ die wir nicht loszulassen gedachten...
Seit Gründonnerstag gibt es nun eine Aktion, die "Brot am Haken" heißt und im doppelten Sinne in vieler Munde ist. Zum einen, weil es kauend zu genießen ist und zum anderen, weil viele sich darüber unterhalten.
"Brot am Haken", was ist das?
Der Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen hat mit der Meisterbäckerei Hengstermann einen Partner für eine, vorerst auf ein Jahr begrenzte Aktion gefunden, die finanziell Schwachen (was beileibe nicht mit sozial Schwachen identisch ist!) eine ganz konkrete und nahe Hilfe bietet.
Dem Unterzeichner kam häufig zu Ohren, dass Menschen sich nicht für Hilfsprojekte in anderen Ländern sondern lieber hier vor Ort einsetzen wollten, es diese aber nicht gäbe.
Wer genau hinschaut sieht, dass es schon jetzt im Landkreis genügend Projekte gibt, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Vor wenigen Tagen ging die Kunde von der drohenden Unterfinanzierung der Initiative Trampelpfad, die allen Schülern in Artern ein Mal pro Woche ein gesundes Frühstück anbietet, durch die Medien.
Nun das neue regionale Projekt, das ohne Ansehen der Person ganz konkret Hilfe anbietet. Wer zu einer der zwanzig Filialen von Meisterbäckerei Hengstermann zwischen Greußen und Nordhausen geht und einkauft, der kann ein Brot oder fünf Brötchen kaufen, muss sie jedoch nichtnehmen sondern kann sie als Wertmarke an einen Haken hängen lassen. Ein finanziell Bedürftiger kann, wenn er die Marken am Haken sieht, nachfragen und sich ohne Bezahlung ein Brot oder fünf Brötchen herausgeben lassen.
Im Vorfeld gab es viele Bedenken, die auszuräumen waren: was ist, wenn jemand nicht bedürftig dafür stark sozial entwicklungsbedürftig ist, und sich, ohne finanzielle Not, ein Brot herausgeben lassen will? Wie viel gibt es pro Person und Tag? Was, wenn nicht genügend gespendet werden? Was wenn nicht genügend Menschen sich trauen nach dem Angebot zu fragen?
Inzwischen liegt die erste Woche hinter uns und die Verkäuferinnen erlebten dabei die ganze Palette an Erfahrungen, die möglich sind. Eine Frau, die sich am Mittwoch vor Beginn der Aktion gleich mehrere Brote reservieren wollte bis hin zu vorwiegend dankbaren Menschen, die völlig überrascht waren, dass Ihnen ohne Bedingung ein Brot geschenkt wurde. Die Mehrzahl der Erfahrungen ist überaus ermutigend, auch dass nach und nach mehr Menschen davon erfahren und ein Brot bezahlen und es an den Haken hängen lassen.
Zu den aufgeworfenen Fragen: Pro Person und Tag gibt es nur ein Brot oder fünf Brötchen. Dies auch nur, wenn welche am Haken hängen. Ein Anspruch auf ein Brot hat niemand. Wer sich ohne Not ein Brot herausgeben lassen will, sollte bedenken, dass er es jemand wegnimmt, der dessen wirklich bedarf. Wenn keine Brote gespendet werden, können wir keine herausgeben, es kommt also sehr auf nehmen und geben an.
Diese Aktion ist ein Lichtblick, soviel ist nach einer Woche schon zu sagen. Vor allem für Bedürftige und genau das will erreicht werden. Und noch eins: es darf "abgekupfert" werden und wird ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. Nichts wäre schöner, als wenn sich andere, große und kleine Bäcker, dieser Aktion anschlössen. Die Möglichkeit ist dazu gegeben, Rücksprachen mit dem Unterzeichner oder der Meisterbäckerei Hengstermann sind möglich. Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen,
Superintendent K. Bálint
Autor: redSeit Gründonnerstag gibt es nun eine Aktion, die "Brot am Haken" heißt und im doppelten Sinne in vieler Munde ist. Zum einen, weil es kauend zu genießen ist und zum anderen, weil viele sich darüber unterhalten.
"Brot am Haken", was ist das?
Der Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen hat mit der Meisterbäckerei Hengstermann einen Partner für eine, vorerst auf ein Jahr begrenzte Aktion gefunden, die finanziell Schwachen (was beileibe nicht mit sozial Schwachen identisch ist!) eine ganz konkrete und nahe Hilfe bietet.
Dem Unterzeichner kam häufig zu Ohren, dass Menschen sich nicht für Hilfsprojekte in anderen Ländern sondern lieber hier vor Ort einsetzen wollten, es diese aber nicht gäbe.
Wer genau hinschaut sieht, dass es schon jetzt im Landkreis genügend Projekte gibt, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Vor wenigen Tagen ging die Kunde von der drohenden Unterfinanzierung der Initiative Trampelpfad, die allen Schülern in Artern ein Mal pro Woche ein gesundes Frühstück anbietet, durch die Medien.
Nun das neue regionale Projekt, das ohne Ansehen der Person ganz konkret Hilfe anbietet. Wer zu einer der zwanzig Filialen von Meisterbäckerei Hengstermann zwischen Greußen und Nordhausen geht und einkauft, der kann ein Brot oder fünf Brötchen kaufen, muss sie jedoch nichtnehmen sondern kann sie als Wertmarke an einen Haken hängen lassen. Ein finanziell Bedürftiger kann, wenn er die Marken am Haken sieht, nachfragen und sich ohne Bezahlung ein Brot oder fünf Brötchen herausgeben lassen.
Im Vorfeld gab es viele Bedenken, die auszuräumen waren: was ist, wenn jemand nicht bedürftig dafür stark sozial entwicklungsbedürftig ist, und sich, ohne finanzielle Not, ein Brot herausgeben lassen will? Wie viel gibt es pro Person und Tag? Was, wenn nicht genügend gespendet werden? Was wenn nicht genügend Menschen sich trauen nach dem Angebot zu fragen?
Inzwischen liegt die erste Woche hinter uns und die Verkäuferinnen erlebten dabei die ganze Palette an Erfahrungen, die möglich sind. Eine Frau, die sich am Mittwoch vor Beginn der Aktion gleich mehrere Brote reservieren wollte bis hin zu vorwiegend dankbaren Menschen, die völlig überrascht waren, dass Ihnen ohne Bedingung ein Brot geschenkt wurde. Die Mehrzahl der Erfahrungen ist überaus ermutigend, auch dass nach und nach mehr Menschen davon erfahren und ein Brot bezahlen und es an den Haken hängen lassen.
Zu den aufgeworfenen Fragen: Pro Person und Tag gibt es nur ein Brot oder fünf Brötchen. Dies auch nur, wenn welche am Haken hängen. Ein Anspruch auf ein Brot hat niemand. Wer sich ohne Not ein Brot herausgeben lassen will, sollte bedenken, dass er es jemand wegnimmt, der dessen wirklich bedarf. Wenn keine Brote gespendet werden, können wir keine herausgeben, es kommt also sehr auf nehmen und geben an.
Diese Aktion ist ein Lichtblick, soviel ist nach einer Woche schon zu sagen. Vor allem für Bedürftige und genau das will erreicht werden. Und noch eins: es darf "abgekupfert" werden und wird ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. Nichts wäre schöner, als wenn sich andere, große und kleine Bäcker, dieser Aktion anschlössen. Die Möglichkeit ist dazu gegeben, Rücksprachen mit dem Unterzeichner oder der Meisterbäckerei Hengstermann sind möglich. Ein gesegnetes Wochenende wünscht Ihnen,
Superintendent K. Bálint
