Bemerkenswerte Vorstellung
Mittwoch, 21. Mai 2014, 23:18 Uhr
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf. Mit diesem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe begrüßte Peter Ohlendorf, Regisseur des Films Blut muss fließen – Undercover unter Nazis, die Schülerinnen und Schüler der elften Klassenstufe des Geschwister Scholl Gymnasiums am 20.05.2014 zur Schulvorführung seines Filmes. Dazu ein Bericht vom Bündnis gegen Rechts
Insgesamt drei Veranstaltungen initiierte das Bündnis gegen Rechts im Kyffhäuserkreis zum Film, um eine Gruppe von Schülern bei der Erarbeitung ihrer Seminarfacharbeit zum Thema Rechtsrock in Thüringen zu unterstützen.
Am Vortag, dem 19.05.2014, wurden zwei Vorführungen im Cinema 64 in Sondershausen veranstaltet. Die Nachmittagsveranstaltung wurde von rund 50 Schülerinnen und Schüler der umliegenden Regelschulen im Kyffhäuserkreis besucht. Die Abendvorstellung war mit ca. 110 Besuchern ebenfalls gut besucht. Gespannt verfolgte man die unglaublichen Bilder, die in die rechte Szene Einblick gaben.
Der Protagonist des Films, Thomas Kuban, muss seit Veröffentlichung der Filmaufnahmen seine wahre Identität geheim halten, denn der Undercoverjournalist war jahrelang versteckt in der Rechtsrockszene unterwegs und zeigt, was bei Nazikonzerten in Deutschland und in Europa hinter verschlossenen Türen geschieht. Der Film dokumentiert Hass, Gewaltphantasien und Nazipropaganda als zentrale Merkmale der rechten Szene und zeigt erschütternde Bilder aus Lebenswelten, von denen man insgeheim hofft, dass sie in Wirklichkeit nicht existieren. Aber sie tun es – mitten in Deutschland.
Ein Lied begegnet ihm auf den Konzerten immer wieder: Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…. Es ist der Refrain des Liedes Blut, welches zum festen Repertoire vieler rechtsextremer Bands gehört und Repräsentations- oder Identitätssymbol der radikalen Kreise ist. Er zeigt aber auch die Möglichkeiten der Zivilgesellschaft, die Augen nicht zu verschließen und sich aktiv für die Demokratie einzusetzen, zum Beispiel durch die Gründung oder Unterstützung von Bürgerbündnissen.
Im Anschluss jeder Vorführung wurde mit dem Regisseur und dem Rechtsrockexperten von MOBIT, Mikis Rieb, über den Film und andere Fragen zum Rechtsextremismus gesprochen. Die Bilder haben merkliche Spuren bei den Besuchern hinterlassen. Viele waren bestürzt über die Szenen des Films aber gleichzeitig tief beeindruckt über den Mut von Thomas Kuban. Nach Angaben von MOBIT ist Thüringen wegen seiner zentralen Lage ein Land des Rechtsrocks. Und Sondershausen selbst nimmt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte und Bedeutung der rechten Musikszene ein. Denn im Film auch zu sehen waren einige Ausschnitte der rechtsextremen Band Absurd, die 1992 in Sondershausen unter anderem von Sebastian Schauseil und Hendrik Möbus gegründet wurde.
Absurd ist heute eine der bekanntesten Bands des National Socialist Black und hat in Teilen der Rechtsrockszene Kultstatus. Zudem werden zahlreiche Konzerte und Musikfestivals durch die wohnortbezogene Anbindung des Landesorganisationsleiters der NPD zu Sondershausen in und um den Kyffhäuserkreis organisiert und über deren eigenen Internethandel CDs und Bekleidung der Neonaziszene vertrieben.
Die Frage, die sich Herr Ohlendorf oftmals stellt, ist nicht, warum es so viele Nazikonzerte gibt, sondern warum dagegen nichts getan wird. Auch viele Zuschauer waren der Meinung, dass Wegschauen das Problem nicht lösen wird, sondern Handeln gefragt ist. Dabei sollten die einzelnen demokratischen Kräfte nicht gegeneinander arbeiten, sondern vielmehr an einen Strang ziehen. Denn alle eint das gleiche Ziel – ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Hass zu setzen.
Das Bündnis gegen Rechts bedankt sich herzlich bei Herrn Ohlendorf und Mikis Rieb von MOBIT für die Begleitung des Films sowie ein herzlicher Dank an Frau Lischka und das gesamte Team des Cinema 64.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Bündnis gegen Rechts
Autor: khhInsgesamt drei Veranstaltungen initiierte das Bündnis gegen Rechts im Kyffhäuserkreis zum Film, um eine Gruppe von Schülern bei der Erarbeitung ihrer Seminarfacharbeit zum Thema Rechtsrock in Thüringen zu unterstützen.
Am Vortag, dem 19.05.2014, wurden zwei Vorführungen im Cinema 64 in Sondershausen veranstaltet. Die Nachmittagsveranstaltung wurde von rund 50 Schülerinnen und Schüler der umliegenden Regelschulen im Kyffhäuserkreis besucht. Die Abendvorstellung war mit ca. 110 Besuchern ebenfalls gut besucht. Gespannt verfolgte man die unglaublichen Bilder, die in die rechte Szene Einblick gaben.
Der Protagonist des Films, Thomas Kuban, muss seit Veröffentlichung der Filmaufnahmen seine wahre Identität geheim halten, denn der Undercoverjournalist war jahrelang versteckt in der Rechtsrockszene unterwegs und zeigt, was bei Nazikonzerten in Deutschland und in Europa hinter verschlossenen Türen geschieht. Der Film dokumentiert Hass, Gewaltphantasien und Nazipropaganda als zentrale Merkmale der rechten Szene und zeigt erschütternde Bilder aus Lebenswelten, von denen man insgeheim hofft, dass sie in Wirklichkeit nicht existieren. Aber sie tun es – mitten in Deutschland.
Ein Lied begegnet ihm auf den Konzerten immer wieder: Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…. Es ist der Refrain des Liedes Blut, welches zum festen Repertoire vieler rechtsextremer Bands gehört und Repräsentations- oder Identitätssymbol der radikalen Kreise ist. Er zeigt aber auch die Möglichkeiten der Zivilgesellschaft, die Augen nicht zu verschließen und sich aktiv für die Demokratie einzusetzen, zum Beispiel durch die Gründung oder Unterstützung von Bürgerbündnissen.
Im Anschluss jeder Vorführung wurde mit dem Regisseur und dem Rechtsrockexperten von MOBIT, Mikis Rieb, über den Film und andere Fragen zum Rechtsextremismus gesprochen. Die Bilder haben merkliche Spuren bei den Besuchern hinterlassen. Viele waren bestürzt über die Szenen des Films aber gleichzeitig tief beeindruckt über den Mut von Thomas Kuban. Nach Angaben von MOBIT ist Thüringen wegen seiner zentralen Lage ein Land des Rechtsrocks. Und Sondershausen selbst nimmt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte und Bedeutung der rechten Musikszene ein. Denn im Film auch zu sehen waren einige Ausschnitte der rechtsextremen Band Absurd, die 1992 in Sondershausen unter anderem von Sebastian Schauseil und Hendrik Möbus gegründet wurde.
Absurd ist heute eine der bekanntesten Bands des National Socialist Black und hat in Teilen der Rechtsrockszene Kultstatus. Zudem werden zahlreiche Konzerte und Musikfestivals durch die wohnortbezogene Anbindung des Landesorganisationsleiters der NPD zu Sondershausen in und um den Kyffhäuserkreis organisiert und über deren eigenen Internethandel CDs und Bekleidung der Neonaziszene vertrieben.
Die Frage, die sich Herr Ohlendorf oftmals stellt, ist nicht, warum es so viele Nazikonzerte gibt, sondern warum dagegen nichts getan wird. Auch viele Zuschauer waren der Meinung, dass Wegschauen das Problem nicht lösen wird, sondern Handeln gefragt ist. Dabei sollten die einzelnen demokratischen Kräfte nicht gegeneinander arbeiten, sondern vielmehr an einen Strang ziehen. Denn alle eint das gleiche Ziel – ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Intoleranz und Hass zu setzen.
Das Bündnis gegen Rechts bedankt sich herzlich bei Herrn Ohlendorf und Mikis Rieb von MOBIT für die Begleitung des Films sowie ein herzlicher Dank an Frau Lischka und das gesamte Team des Cinema 64.
Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Bündnis gegen Rechts
