kyffhaeuser-nachrichten.de

Sicher durch die Grillsaison

Donnerstag, 22. Mai 2014, 12:40 Uhr
Damit der Grillabend ein Fest und kein Desaster wird, sollte sich jeder Grillmeister mit den feurigen Gefahren unserer liebsten Sommerabendbeschäftigung auskennen, mahnte jetzt die Johanniter-Unfall-Hilfe...

Ob Bratwurst, Steak oder Gemüsespieß – Grillen gehört für die meisten Menschen zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen an lauen Sommerabenden. Wohin man schaut, überall glüht die Holzkohle: auf dem Balkon, im Garten, im Park oder am Strand.

Doch das Vergnügen ist nicht ganz ungefährlich: Jährlich verletzen sich mehrere tausend Menschen beim leichtsinnigen Umgang mit dem Feuer. Stichflammen oder Verpuffungen entstehen zum Beispiel, wenn ungeduldige Grillmeister Spiritus auf die glühenden Kohlen schütten. Schwere Brandblasen können entstehen, wenn besonders Hungrige das Fleisch mit den Händen, statt mit der Grillzange, vom Rost nehmen.

Die Johanniter geben Tipps für die Erste Hilfe bei Brandverletzungen – damit der gesellige Grillabend nicht auf der Intensivstation endet. „Als Faustregel gilt: Bei schweren, großflächigen Verbrennungen im Gesicht, an den Händen oder den Genitalien sofort den Rettungsdienst rufen“, empfiehlt Olaf Manzke, Rettungswachenleiter bei den Johannitern in Nordhausen. Auch bei Verletzungen, die größer sind als ein Handteller, sollte in jedem Fall professionelle Hilfe gerufen werden. „Bei kleinflächigen Brandverletzungen, zum Beispiel am Finger, kann zur schnellen Schmerzlinderung die Verbrennung mit normal temperiertem Wasser für circa zwei Minuten gekühlt werden. Größere Brandwunden sollten nicht gekühlt werden, da die Gefahr einer Unterkühlung besteht, die den Kreislauf zusätzlich stark belastet“, betont der Rettungswachenleiter.

Offene Wunden sollten schnell steril abgedeckt werden, damit sie sich nicht entzünden. Dafür eignet sich etwa ein steriles Verbandstuch aus dem Verbandkasten. „Besonders kleine Kinder sind beim Grillen gefährdet, weil sich der Grillrost auf ihrer Kopfhöhe befindet“, warnt der Fachmann. Plötzlich entstehende Flammen könnten sie im Gesicht schwer verletzen. „Im Ernstfall gilt: Sofort die 112 anrufen!“

Nicht ohne Gefahren - der Grillabend (Foto: JUH Nordhausen) Nicht ohne Gefahren - der Grillabend (Foto: JUH Nordhausen)

Wenn die Kleidung einer Person durch Stichflammen Feuer gefangen hat, ist schnelles Handeln lebensrettend: Mit einer Decke lassen sich die Flammen ersticken. Helfer sollten die Person auf dem Boden hin- und herwälzen und sie wenn möglich mit Wasser übergießen. Eine weitere Gefahr droht bei schweren, großflächigen Verbrennungen sowie bei Gesichtsverbrennungen: „Häufig sind Atem- und Kreislaufstörungen die Folge. Deshalb sollten Ersthelfer unbedingt Atmung und Kreislauf der verletzten Person beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft", rät Olaf Manzke.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de