Südharzer Blutsauger
Samstag, 14. Juni 2014, 13:44 Uhr
Das Team ist klein, der Ertrag ist groß. Im Südharz und im Kyffhäuserkreis sind Blutsauger mit hehren Absichten unterwegs. Sie lauern nicht in der Finsternis wie der berühmte Graf, ihre Mission ist es, das Leben der Menschen möglichst zu retten und zu verlängern...
Die Rede ist natürlich nicht von Blut saugenden Vampiren oder lästigen Stechmücken, sondern vom Team des Nordhäuser Blutspendezentrums. Die waren heute nämlich fröhlich am Lebenssaft abzapfen, denn es ist Weltblutspendertag. Das die Aktion ausgerechnet auf einen der hohen Festtage im Nordhäuser Stadtkalender fiel, konnte das Team des Blutspendezentrums nicht freuen, aber der 14. JUni ist das fixe Datum der Aktion, die weltweit von der Weltgesundheitsorganisation beworben wird und zum elften Mal stattfand. Anders als bei normalen Blutspendeterminen wollte man den großzügigen Spendern deswegen heute auch etwas mehr bieten als sonst.
Neben der Spende des roten Lebenssaftes konnte man sich denn auch bei diversen Referenten über gesundheitliche Prävention beraten lassen. Neben Blutzucker- und Cholesterinwerten, Venedruckmessung und Herz-Stress-Test bestand auch die Möglichkeit, sich eines Hautscreenings zur Krebsfrüherkennung zu unterziehen.
Aber nicht nur am Welttag der Blutspender kommen Leute in das Blutspendezentrum. Ungefähr 3000 bis 4000 Personen würden in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuser regelmäßig spenden. Manche bis zu vier mal im Jahr, sagte der Spendenkoordinator des Zentrums, Sven Köhn. "Im vergangenen Jahr kamen so 8000 Blutkonserven zusammen, was für das Klinikum bedeutet, das wir uns zu fast 100% selbst versorgen können", sagte Köhn.
Die Leistung ist bemerkenswert und ein Glücksfall für das Südharzklinikum (SHK) und die Region, denn das Team des Spendezentrums, bestehend aus drei Ärzten, jeweils fünf Schwestern und MTA, Kontrollleiter, Sekretärin und der Blutspendekoordinator selbst, gehört zu den kleinsten in Deutschland. Andere Standorte in Thüringen verfügen über wesentlich umfangreichere Kapazitäten. "Das hat den Vorteil das wir sehr persönlich und fast schon familiär mit den Spendern arbeiten können", sagte Köhn.
Wie beim Hausarzt sei das Vertrauen wichtig. Einige der Stammspender kämen häufig mit Freunden und Verwandten und in manchen Fällen spendeten Familien Generationenübergreifend. "Es ist hilft, dass die Spender wissen, das sie für eine Klinik spenden, in der sie vielleicht selber einmal liegen werden und dringender Hilfe benötigen", ergänzte Köhn.
Und das Blut wird gebraucht. Neben Unfällen auf den Straßen der Landkreise und der Autobahn, für die laut Köhn bei jedem zweiten bis dritten auch die Konserven des Spendezentrums zum Einsatz kommen, wird das Blut vor allem im Klinikalltag gebraucht. Für Operationen am Knie oder Hüfte, Geburten und andere Eingriffe muss Blut bereitgehalten werden.
Neben dem SHK werden auch andere Einrichtungen mit versorgt, darunter Kliniken in Neustadt, Bad Frankenhausen und Sondershausen. An 40 "Abnahmestellen" in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuser ist das Team des Blutspendezentrums unterwegs. "Früher wurde vor allem in Betrieben gespendet, heute sind wir eher auf die Bereitschaft zur Spende an Gymnasien, Berufsschulen, der FH oder den Verwaltungen angewiesen" sagte der Spendenkoordinator. Einige Einrichtungen, wie die Stadtverwaltung oder die Kreissparkasse, erlauben ihren Mitarbeitern viermal im Jahr während der Arbeitszeit Blut zu spenden. Das sei heute keine Selbstverständlichkeit und deswegen umso erfreulicher, so Köhn gegnüber der nnz.
Ganz anders als heute im Klinikum laufen Blutspendetermine in den ländlichen Gebieten ab. Hier ist die Ankunft des mobilen Spendeteams ein kleines gesellschaftliches Event, bei dem man zusammenkommt. Wer gespendet hat kann (nicht nur auf dem Dorf) Obst, Kaffee und Kuchen genießen. Die Versorgung nach dem Aderlass übernhemen freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Eine kleinen finanzielle Obolus erhalten die Spender ebenso.
Blutkonserven werden vom Gesetzgeber wie Medikamente behandelt und unterliegen gewissen Standards. Deswegen kann nicht jeder Spenden. Als Erstpender sollte man zwischen 18 und 60 Jahren alt sein und nicht weniger als 50 Kilogramm wiegen. Wer häufig spendet, darf auch älter als 60 sein, da der Körper die regelmäßige Blutentnahme dann besser verkraftet. Chronisch Kranke sind von der Spende ebenso ausgeschlossen wie Allergiker. Für letztere gilt das jedoch nur, wenn ihnen ihre Allergie gerade zu schaffen macht. Ein sich anbahnender Infekt kann auch ein Hindernissgrund sein. Deswegen wird vor jeder Spende eine Voruntersuchung durchgeführt, bei der Hämoglobinwerte, Puls, Blutdruck und Temperatur überprüft werden.
Im Krankenhaus kann jeweils am Montag und Freitag zwischen 7:30 und 19:00 Uhr bzw. von 7.30 Uhr bis 11 Uhr gespendet werden. Alle weiteren Termine zur Blutspende, also im Umland und im Kyffhäuserkreis, finden sich auf www.blutspende-nordhausen.de oder können telefonisch unter 03631/412450 in Erfahrung gebracht werden.
Angelo Glashagel
Autor: redDie Rede ist natürlich nicht von Blut saugenden Vampiren oder lästigen Stechmücken, sondern vom Team des Nordhäuser Blutspendezentrums. Die waren heute nämlich fröhlich am Lebenssaft abzapfen, denn es ist Weltblutspendertag. Das die Aktion ausgerechnet auf einen der hohen Festtage im Nordhäuser Stadtkalender fiel, konnte das Team des Blutspendezentrums nicht freuen, aber der 14. JUni ist das fixe Datum der Aktion, die weltweit von der Weltgesundheitsorganisation beworben wird und zum elften Mal stattfand. Anders als bei normalen Blutspendeterminen wollte man den großzügigen Spendern deswegen heute auch etwas mehr bieten als sonst.
Neben der Spende des roten Lebenssaftes konnte man sich denn auch bei diversen Referenten über gesundheitliche Prävention beraten lassen. Neben Blutzucker- und Cholesterinwerten, Venedruckmessung und Herz-Stress-Test bestand auch die Möglichkeit, sich eines Hautscreenings zur Krebsfrüherkennung zu unterziehen.
Aber nicht nur am Welttag der Blutspender kommen Leute in das Blutspendezentrum. Ungefähr 3000 bis 4000 Personen würden in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuser regelmäßig spenden. Manche bis zu vier mal im Jahr, sagte der Spendenkoordinator des Zentrums, Sven Köhn. "Im vergangenen Jahr kamen so 8000 Blutkonserven zusammen, was für das Klinikum bedeutet, das wir uns zu fast 100% selbst versorgen können", sagte Köhn.
Die Leistung ist bemerkenswert und ein Glücksfall für das Südharzklinikum (SHK) und die Region, denn das Team des Spendezentrums, bestehend aus drei Ärzten, jeweils fünf Schwestern und MTA, Kontrollleiter, Sekretärin und der Blutspendekoordinator selbst, gehört zu den kleinsten in Deutschland. Andere Standorte in Thüringen verfügen über wesentlich umfangreichere Kapazitäten. "Das hat den Vorteil das wir sehr persönlich und fast schon familiär mit den Spendern arbeiten können", sagte Köhn.
Wie beim Hausarzt sei das Vertrauen wichtig. Einige der Stammspender kämen häufig mit Freunden und Verwandten und in manchen Fällen spendeten Familien Generationenübergreifend. "Es ist hilft, dass die Spender wissen, das sie für eine Klinik spenden, in der sie vielleicht selber einmal liegen werden und dringender Hilfe benötigen", ergänzte Köhn.
Und das Blut wird gebraucht. Neben Unfällen auf den Straßen der Landkreise und der Autobahn, für die laut Köhn bei jedem zweiten bis dritten auch die Konserven des Spendezentrums zum Einsatz kommen, wird das Blut vor allem im Klinikalltag gebraucht. Für Operationen am Knie oder Hüfte, Geburten und andere Eingriffe muss Blut bereitgehalten werden.
Neben dem SHK werden auch andere Einrichtungen mit versorgt, darunter Kliniken in Neustadt, Bad Frankenhausen und Sondershausen. An 40 "Abnahmestellen" in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuser ist das Team des Blutspendezentrums unterwegs. "Früher wurde vor allem in Betrieben gespendet, heute sind wir eher auf die Bereitschaft zur Spende an Gymnasien, Berufsschulen, der FH oder den Verwaltungen angewiesen" sagte der Spendenkoordinator. Einige Einrichtungen, wie die Stadtverwaltung oder die Kreissparkasse, erlauben ihren Mitarbeitern viermal im Jahr während der Arbeitszeit Blut zu spenden. Das sei heute keine Selbstverständlichkeit und deswegen umso erfreulicher, so Köhn gegnüber der nnz.
Ganz anders als heute im Klinikum laufen Blutspendetermine in den ländlichen Gebieten ab. Hier ist die Ankunft des mobilen Spendeteams ein kleines gesellschaftliches Event, bei dem man zusammenkommt. Wer gespendet hat kann (nicht nur auf dem Dorf) Obst, Kaffee und Kuchen genießen. Die Versorgung nach dem Aderlass übernhemen freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Eine kleinen finanzielle Obolus erhalten die Spender ebenso.
Blutkonserven werden vom Gesetzgeber wie Medikamente behandelt und unterliegen gewissen Standards. Deswegen kann nicht jeder Spenden. Als Erstpender sollte man zwischen 18 und 60 Jahren alt sein und nicht weniger als 50 Kilogramm wiegen. Wer häufig spendet, darf auch älter als 60 sein, da der Körper die regelmäßige Blutentnahme dann besser verkraftet. Chronisch Kranke sind von der Spende ebenso ausgeschlossen wie Allergiker. Für letztere gilt das jedoch nur, wenn ihnen ihre Allergie gerade zu schaffen macht. Ein sich anbahnender Infekt kann auch ein Hindernissgrund sein. Deswegen wird vor jeder Spende eine Voruntersuchung durchgeführt, bei der Hämoglobinwerte, Puls, Blutdruck und Temperatur überprüft werden.
Im Krankenhaus kann jeweils am Montag und Freitag zwischen 7:30 und 19:00 Uhr bzw. von 7.30 Uhr bis 11 Uhr gespendet werden. Alle weiteren Termine zur Blutspende, also im Umland und im Kyffhäuserkreis, finden sich auf www.blutspende-nordhausen.de oder können telefonisch unter 03631/412450 in Erfahrung gebracht werden.
Angelo Glashagel

