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Treffen der Jubilare in der Unterkirche

Samstag, 21. Juni 2014, 09:14 Uhr
Am Sonntag Trinitatis (15. Juni) war es in Bad Frankenhausen wieder soweit: 50 Jubelkonfirmanden versammelten sich zu Beginn im Gemeindesaal der Unterkirche: konfirmiert vor 50, 60, 65 Jahren und ein 89-Jähriger (Jahrgang 1925), der vor 75 Jahren konfirmiert wurde.


Vor 475 Jahren wurde erstmals die Konfirmation in einer protestantischen Gemeinde im deutschsprachigen Raum als Antwort auf die Forderungen der Wiedertäufer gefeiert. Wann sich – wie bei Hochzeitsjubiläen üblich – die Tradition der „Jubelkonfirmation“ herausgebildet hat, ist dem Verfasser nicht bekannt. In Bad Frankenhausen und Region wird sie aber schon viele Jahrzehnte gefeiert beginnend mit der „Goldenen“ – also nach 50 Jahren.

Unter festlicher Musik des Posaunenchores Oldisleben und der stehenden Gemeinde zogen die Jubilare in die Kirche ein.
Der Predigt von Pfarrerin Magdalena Seifert lag der Schluss des 2. Briefes des Apostels Paulus an die christliche Gemeinde in Korinth zu Grunde:
„Im übrigen, Ihr Lieben, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, laßt euch ermahnen, seid eines Sinnes und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuß ! Es grüßen euch alle Heiligen.
Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“

Treffen der Jubilare in der Unterkirche (Foto: Foto Görtz) Treffen der Jubilare in der Unterkirche (Foto: Foto Görtz)

Unter anderem führte Pfarrerin Seifert aus:
„Die Daten Ihrer Konfirmationen sind in unseren Kirchenbüchern vermerkt –
Ebenso in den Kirchenbüchern aufgeschrieben sind Ihre Namen und die Namen ihrer Eltern. Ihre Geburtstage und Ihre Tauftage. Des Weiteren Ihre Konfirmationssprüche und der Name des Pfarrers, der Sie konfirmiert hat. ….
…..50 und 60 und 65 und mehr Jahre ist das jetzt her.

Die älteren von Ihnen hatten Konfirmation in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg. Für die Diamantenen Konfirmanden ging in ihrem Konfirmationsjahr 1954 die Nachkriegszeit zu Ende. Aber die Folgen des Krieges waren noch schmerzhaft zu spüren. Nicht nur äußerlich und an manchem Mangel. Auch in den Familien. Viele Väter, Großväter, Brüder waren im Krieg gefallen oder krank zurück gekommen. Der Trauer darüber war in vielen Familien noch ganz gegenwärtig. Und auch die Angst war noch da. Eine gereizte Stimmung, auch Unruhe und Unsicherheit waren in der Gesellschaft zu spüren.
Und noch einmal zehn Jahre später war die Mauer gebaut. Vieles veränderte sich grundlegend in der Gesellschaft. Auch die Bedeutung der Kirche.

Für den Einzelnen und für die Familien. Die Jugendweihe hatte sich etabliert. Wer sich konfirmieren ließ, musste sich bekennen.
So hatte jedes der Jahre, an die wir uns heute besonders erinnern, seine eigene Prägung, auch seine eigene Stimmung.
Und für jeden von Ihnen, liebe ehemalige Konfirmanden, kommen dazu die ganz persönlichen Erinnerungen. Ihre Gedanken wandern heute und sind in den vergangenen Wochen sicher schon öfter zurück gewandert zum Tag Ihrer Konfirmation. Sie denken an die, die damals mit Ihnen in unsere Kirche gekommen waren – die Eltern, die Geschwister, die Großeltern, die Paten.
Vielleicht haben Sie in den vergangenen Wochen auch Fotos herausgesucht - Familienfotos, Klassenfotos – und heute Nachmittag wird Gelegenheit sein zum Erzählen und zum Erinnern……

…Konfirmation und nun auch Konfirmationsjubiläum findet zwar in der Kirche statt. Aber eigentlich findet es im Herzen, in der Seele, statt. Cofirmare – d.h. sicher werden. Sicher werden im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.
Sicher werden, dass in meinem Leben Gott da ist. Es ist ein Weg, der mich verbindet mit der Vergangenheit, aus der ich komme und mit der Zukunft, in die ich gehe. Das Konfirmationsjubiläum ist wie eine Station auf diesem Weg. Ein Moment der Ruhe und der Besinnung. Auch eine Möglichkeit, innezuhalten und sich ein paar Fragen zu stellen für sich selbst. Und Sie sollen wissen – Gott steht zu seinem Segenswort, das er Ihnen einmal gegeben hat.

Und er ruft uns immer wieder und lädt uns immer wieder ein, unsere Lebenswege mit ihm zu gehen. Und ihm zu vertrauen. Diese Einladung Gottes hat etwas Ansteckendes. Etwas ganz persönliches. Sie zeigt uns einen großartigen Halt, eine große Hilfe für unser Leben.
Das Vertrauen darauf soll Ihnen, liebe Konfirmationsjubilare, heute von neuem gestärkt werden durch den Segen Gottes, der Ihnen hier vorn am Altar dann zugesprochen wird.
Als Kirchgemeinde wünschen wir Ihnen dazu Glauben, Liebe und Hoffnung auch weiterhin in Ihrem Leben und auf ihren Lebenswegen. Amen.“

Nach der Predigt kamen die Jubilare zum Altar und wurden noch mal gesegnet und erhielten ihre Erinnerungsurkunden.
Nach dem festlichen Gottesdienst trafen sich alle Gruppen zum Erinnerungsfoto im festlich geschmückten Chorraum der Kirche.
Am Nachmittag trafen sich die Jubilare zusammen mit ihren Angerhörigen im Gemeindesaal der Unterkirche zum fröhlichen Kaffeetrinken. Die Teilnehmer drückten ihre Freude aus über die bisher erfolgten Renovierungsarbeiten an und in der Unterkirche. Pfarrerin Seifert berichtete über diese Arbeiten und die aufwendigen Bemühungen um die weiteren notwendigen Schritte zur endgültigen Fertigstellung. Der größte „Brocken“ kommt ja am Ende: die Sanierung der „Großen-Strobel-Orgel“, die mit etwa einer Million € zu Buche schlägt.

Aber neben der Freude über das bisher Gelungene in der Unterkirche kamen auch die persönlichen Gespräche unter den Jubilaren nicht zu kurz, Manch „Schnärzchen“ wurde da zum Besten gegeben. Und zum Schluß wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass man sich – „so Gott will und wir leben“ – in 5 oder 10 Jahren zum nächsten Jubiläum wieder in der vielleicht endgültig fertig renovierten Unterkirche trifft.

Peter Zimmer
Vorsitzender
Kirchengemeinderat
Foto: Görtz
Autor: khh

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